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Beckenbodentraining: Mit diesen Übungen wird nach der Geburt alles wieder fest

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Von: Jennifer Köllen

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Frauen haben nach der Geburt einen schwachen Beckenboden, manche leiden unter Inkontinenz. Warum sie mehr darüber reden sollten – und was wirklich hilft.

München – Manchen Frauen ist es unangenehm, über ihren Beckenboden zu sprechen. Vor allem dann, wenn er nach einer Geburt nicht mehr so gut funktioniert. Dabei würde es sehr viele Frauen entlasten, sich mehr mit anderen Frauen auszutauschen. Denn tatsächlich haben viele Frauen die gleichen Probleme.

Beckenbodentraining: Mit diesen Übungen wird nach der Geburt alles wieder fest

Jede vierte Frau zwischen 30 und 39 leidet nach einer Geburt unter „Belastungsinkontinenz“, wie eine Umfrage ergab. Betroffene verlieren nach der Geburt Urin, wenn sie husten oder niesen müssen. Auch beim Sport haben sie mitunter Probleme, die Blase zu kontrollieren.

Der Grund ist der durch die Schwangerschaft und Geburt stark strapazierte Beckenboden. Dieser besteht aus drei Schichten Muskeln, welche das Becken nach unten verschließen, damit keine Organe „herauspurzeln“. Außerdem sorgt der Beckenboden dafür, dass Urin und Stuhl eingehalten werden können. Denn auch die Schließmuskeln von Blase und Darm sind Teil der Beckenbodenmuskulatur.

Und diese wird bei einer Schwangerschaft und Geburt ordentlich strapaziert. „Frauen nehmen im Laufe der Schwangerschaft zehn bis 15 Kilogramm zu, im Extremfall bis zu 25“, berichtet Ursula Peschers, Professorin für Gynäkologie und Direktorin des Bayerischen Beckenbodenzentrums am Isarklinikum in München. Im Gespräch mit „Zeit Online“ sagt sie weiter: „Dieses Extragewicht ruht auf dem Beckenboden.“ Dazu kämen die Hormone, welche zum Ende der Schwangerschaft hin produziert werden würden, um das Bindegewebe leichter zu machen. Die Geburt würde dem Beckenboden dann den Rest geben.

Eine Schwangere macht im Liegen Beckenbodenübungen. (Symbolbild)
Beckenbodentraining: So wird vor und nach der Geburt wird alles wieder fest. (Symbolbild) © WavebreakmediaMicro/Imago

Beckenbodentraining: Wann Frauen nach der Geburt starten sollten

Aber jetzt kommt die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen lässt sich eine Beckenbodenschwäche gut behandeln – wenn man fleißig dranbleibt und sie regelmäßig trainiert. Und das bedeutet, nicht nur während des allseits bekannten Rückbildungskurses. Denn danach fühlt man sich als Frau vielleicht stabiler – doch die Rückbildung ist damit noch lange nicht abgeschlossen.

Ziel aller Übungen ist es, den Beckenboden und die überdehnten Bauchmuskeln mit Kräftigungsübungen wieder zu stärken und zu straffen. Wann man damit anfängt, hängt auch damit zusammen, ob man einen Kaiserschnitt hatte. Denn dann sollte man mit dem Training so lange warten, bis die Narbe verheilt ist.

Bei einer natürlichen und unkomplizierten Geburt können Frauen sogar schon im Wochenbett mit leichten Übungen anfangen. Aber keine Panik, wenn man dann noch nicht kann oder keine Lust oder Kraft hat. Ärzte raten, mit der Rückbildung acht bis zwölf Wochen nach der Entbindung zu warten. Das kommt ganz auf die Wundheilung und Fitness an.

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Beckenbodentraining: Übungen für die Beckenbodenmuskulatur von einer Expertin

Gut zu wissen: Den Beckenbodenmuskel trainiert man, wenn man den Muskel zwischen den Beinen so anspannt, als würde man auf der Toilette das Wasserlassen unterbrechen wollen. Oder, wenn man ganz dringend muss, und dann den Muskel anspannt.

Astrid Scheuermann ist Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Köln. Sie hat sich auf das Beckenbodentraining spezialisiert und darüber sogar das Buch „Powerzentrum Beckenboden“ (Piper) geschrieben. Mit ihrem effektiven Trainingsprogramm für den Beckenboden hat sie vielen Betroffenen wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen können. Hier sind einige Übungen, die sie in ihrem Buch empfiehlt:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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