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Berührungen: Warum wir eingehen, wenn uns niemand streichelt

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Von: Jennifer Köllen

Ein Mann, der eine Corona-Maske trägt, nimmt in Paris zärtlich den Kopf seiner Freundin in die Hände. (Symbolbild)
Berührungen sind für uns sehr wichtig. Auch in der Coronazeit. (Symbolbild) © Hans Lucas/Imago

Berührungen kommen in der Pandemie nicht nur bei Singles viel zu kurz. Dabei entspannen sie nicht nur, sondern sind überlebenswichtig.

München – Obwohl die Corona-Zahlen wegen der Delta-Variante schon wieder steigen, erleben wir gerade einen Sommer, in dem alle mal kurz durchschnaufen können. Das Leben erscheint uns derzeit beinah normal: Durch den steigenden Anstieg der Geimpften können wir Kinos und Restaurants besuchen. Und, was noch viel wichtiger ist: Wir trauen uns wieder unsere Freunde zu umarmen. Auch Singles können derzeit ohne schlechtes Gefühl daten, küssen und die Nacht mit jemandem verbringen. Doppelt gut! Denn Berührungen sind nicht nur schön, sondern sogar überlebenswichtig.

Berührungen: Bekommen wir sie nicht, sterben wir

Studien zeigen, dass Streicheleinheiten das Immunsystem stärken. Und ein intaktes Immunsystem brauchen wir in einer weltweiten Pandemie. Dennoch gelten auch beim Schmusen die 3 Gs: geimpft, genesen, getestet.

Berührungen machen uns nicht nur stark: Der Wunsch nach direktem menschlichen Hautkontakt ist eines unserer grundlegendsten Bedürfnisse. Entzieht man ihn uns, sterben wir. Untersuchungen haben gezeigt, dass Säuglinge ohne menschliche Berührung buchstäblich nicht überleben. Gleich nach der Geburt trägt Hautkontakt dazu bei, dass sich die Temperatur, die Herzfrequenz und die Atmung von Neugeborenen reguliert. Außerdem weinen Babys, die gestreichelt werden, weniger (Ferber, Feldman & Makhoul, 2008). Eine berühmte Studie, welche Waisenkinder in Rumänien untersuchte, zeigte, dass Kinder, die nicht berührt wurden, für ihre Altersgruppe ein auffallend niedriges Cortisol- und Wachstumsentwicklungsniveau aufwiesen (Carlson & Earls, 1997).

Und nein – dieses Bedürfnis lässt nicht nach, nur weil wir erwachsen sind. Denn dann können wir zwar alles selbst, arbeiten, einkaufen, kochen, aber uns selbst fest umarmen oder küssen?

Berührungen: Das geschieht in unseren Körper, wenn unsere Hand gehalten wird

Berührungen sind gut für die Gesundheit. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

Das geschieht in unserem Körper, wenn wir berührt werden:

Berührungen: So kommen Sie auch ohne Partner und Familie zu Hautkontakt

Jeder Mensch braucht Berührungen. Doch natürlich ist es einfacher für Menschen mit Partner oder einer Familie, sie zu bekommen. Doch alleinstehende Menschen müssen sich keine Sorgen machen.

Denn die Forschung zeigt, dass auch Massagen nachweislich Depressionen lindern*, das Immunsystem verbessern und die Aufmerksamkeit steigern (Lindgren, Jacobsson & Lamas, 2014). Wer keine Massagen mag, der kann sich eine gewichtete Therapiedecke kaufen. Therapiedecken werden auch Gewichtsdecken genannt, da sie 12 Kilo schwer sind. Wenn sie schlafen, legt sich das Gewicht der Decke gleichmäßig über den gesamten Körper und umarmt sie. Ja, das funktioniert! Diese Decken wirken tatsächlich wie eine Berührung und helfen gegen Stress, Angst und Schlafstörungen.

Sie wollen es lebhafter? Dann holen Sie sich einen Hund. Eine Studie hat gezeigt, dass Haustiere menschliche Berührung nachahmen, wenn sie viel Zeit damit verbringen, sie zu streicheln. Eine andere Studie hat gezeigt, dass schon nach zehn Minuten Hunde-Streicheln das Level des Stresshormons Cortison beim Menschen sinkt.

Zu guter Letzt: Mindestens einen guten Freund hat jeder. Sie sind beide geimpft? Manchmal hilft auch einfach die Frage: Sag mal, kannst du mich mal in den Arm nehmen?

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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