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Studie enthüllt: Ihr Blut verrät, ob Sie lange und gesund leben

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Von: Jasmin Pospiech

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Gesund bis ins hohe Alter: Das wünschen sich viele. Doch eine neue Studie zeigt, dass manche genetisch im Lotto des Lebens gewinnen und andere nicht.

Edinburgh – Warum gibt es Leute, die sehr alt werden können und andere nicht? Sicherlich gibt es einige Risikofaktoren, die schwere Krankheiten auslösen oder für einen frühzeitigen Tod sorgen können. Darunter etwa eine schlechte Ernährung, zu wenig Bewegung, ein ungesunder Lebenswandel oder Übergewicht.

Dennoch werden immer wieder Fälle bekannt, in denen Menschen viel länger als der Durchschnitt leben – und das teilweise, obwohl sie zum Beispiel ihr Leben lang starke Raucher gewesen sind. Haben Sie etwa den Sechser im Gen-Lotto gezogen – oder ist es einfach nur pures Glück? Forscher der schottischen Universität von Edinburgh glauben an ersteres.

Studie: Ihr Blut zeigt an, ob Sie lange und gesund leben

Einer neuen Studie zufolge soll die Veranlagung für ein langes Leben in unseren Genen liegen. Genauer gesagt, spielen zwei spezielle Bluteiweiße eine große Rolle dabei, wie wir altern. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachjournal „Nature Aging“ veröffentlicht. Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler die Datensätze von sechs großen genetischen Metastudien gesichtet, die sich mit dem Alterungsprozess beschäftigen.

Eine Person in Laborkleidung hält eine Blutprobe in der Hand. (Symbolbild)
Proteine im Blut spielen eine wichtige Rolle im Alterungsprozess. (Symbolbild) © Vonschonertagen/Imago

Dazu haben sie die genetischen Informationen von hunderttausenden von Menschen aus Großbritannien, Finnland und Japan ausgewertet. Die Genforscher haben sich dabei 857 Proteine genauer angeschaut. Zwei davon seien den Wissenschaftlern aufgefallen, weil sie „signifikante negative Auswirkungen auf verschiedene Alterungsmaße“ gezeigt haben: Apolipoprotein(a) (LPA) und das vaskuläre Zelladhäsionsmolekül 1 (VCAM1).

Ersteres wird in der Leber produziert und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Wenn zu viel davon im Körper gebildet wird, so die Forscher, kann das zu verstopften Arterien führen und erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Das andere Protein namens VCAM1 steuert die Ausdehnung und den Rückzug von Blutgefäßen. Das wiederum beeinflusst ebenfalls die Blutgerinnung sowie die Immunreaktion des Körpers. Daher steigt der körpereigene VCAM1-Spiegel oftmals an, wenn das Immunsystem Krankheitserreger abwehrt.

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Durch Medikamente länger leben?

Mithilfe dieser Entdeckung hoffen die Forscher nun Medikamente zu entwickeln, die den Spiegel dieser Proteine im Blut senken. Diese könnten es „dem Durchschnittsmenschen ermöglichen, genauso gesund und lange zu leben wie Menschen, die im genetischen Lotto gewonnen haben und mit genetisch niedrigen LPA- und VCAM1-Spiegeln geboren werden“, erklärt Dr. Paul Timmers, leitender Forscher in der MRC Human Genetics Unit der Universität Edinburgh. Mit der Folge, dass die allgemeine Lebensqualität, aber auch die Lebenserwartung verbessert werden.

Angeblich werde bereits ein solches Medikament getestet, das die LPA-Konzentration senkt, um das Risiko für Herzerkrankungen zu reduzieren. Dieses gebe es aber bis jetzt noch nicht für VCAM1. Dennoch sollen Tierstudien gezeigt haben, dass auch die Senkung des VCAM1-Spiegels die Gehirngesundheit im Alter verbessert.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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