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Boostern – neue Studien zeigen: Impfschutz verbessert sich damit extrem

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Von: Jennifer Köllen

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Knapp 16 Millionen Deutsche haben bislang ihre Grundimmunisierung gegen Corona auffrischen lassen. Damit sinkt ihr Sterberisiko um ein Vielfaches.

Berlin – Eine Booster-Impfung senkt das Risiko deutlich, an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben. Das zeigen zwei israelische Studien im „New England Journal of Medicine“. Beide Untersuchungen beziehen sich auf den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Experten halten das Ergebnis aber für übertragbar auf andere Impfungen. Über den Schutz vor Omikron geben die Studien keine Auskunft, weil sie einen Zeitraum vor der Entdeckung der neuen Variante betrachten.

Boostern – neue Studien zeigen: Impfschutz verbessert sich damit extrem

Ein Team um Shlomit Yaron von den Clalit Health Services in Tel Aviv verglich die Sterblichkeit von Menschen, die zweimal mit dem mRNA-Impfstoff geimpft wurden, mit der von Menschen, die zusätzlich eine Auffrischimpfung bekommen hatten. In die Studie flossen Daten ein von mehr als einer dreiviertel Million Menschen. Sie waren 50 Jahre oder älter und ihre Zweitimpfung lag mindestens fünf Monate zurück. In der Gruppe mit Auffrischimpfung lag das Risiko, an Corona zu sterben, nur bei einem Zehntel im Vergleich zur Gruppe ohne Booster.

Ein Mann in Bangladesh bekommt die Corona-Impfung. (Symbolbild)
Studien zeigen: Eine Booster-Impfung senkt das Risiko deutlich, an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben. (Symbolbild) © Md Rafayat Haque Khan/Imago

Eine andere Gruppe um Ron Milo vom Weizmann Institute of Science in Rehovot konzentrierte sich in ihrer Arbeit auf die Wirksamkeit der Booster-Impfungen in verschiedenen Altersgruppen. Dabei werteten sie Daten von 4,7 Millionen Menschen ab 16 Jahren aus. Verglichen wurden Menschen, die mindestens zwölf Tage zuvor geboostert worden waren, mit Menschen ohne Drittimpfung.

Bei den dreifach Geimpften war die Zahl der bestätigten Infektionen über alle Altersgruppen hinweg in etwa um den Faktor zehn niedriger als bei nur zweifach Geimpften. Schwere Verläufe bei Menschen ab 60 Jahren waren in der Booster-Gruppe um den Faktor 17,9 seltener, Todesfälle gab es um den Faktor 14,7 weniger.

Boostern – neue Studien zeigen: Ergebnisse mit Biontech gelten auch für andere Impfstoffe

In Deutschland wurden bis zum 08. Dezember 2021 15,6 Millionen Auffrischungsimpfungen verabreicht, wie aus dem Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht – das entspricht 18,7 Prozent der Bevölkerung. Rund zwölf Millionen dieser Auffrischungsimpfungen wurden laut RKI mit Biontech durchgeführt, etwa drei Millionen mit Moderna, rund 3.000 mit Johnson & Johnson.

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Sind die Biontech-Ergebnisse aus Israel auch auf andere Impfstoffe übertragbar? Ja, sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Andere Studien hätten bereits zuvor gezeigt, dass man auch andere Grundimmunisierungen – etwa mit Astrazeneca – sehr gut mit einer dritten mRNA-Impfung boostern kann. „Daher kann man diese Erkenntnisse sicherlich übertragen“, meint Watzl gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Boostern – neue Studien zeigen: „Jeder profitiert von einem Booster“

Die Studien aus Israel zeigen, „dass der Booster wieder einen extrem guten Schutz bringt, besonders vor schwerer Erkrankung“, sagt Watzl. „Und das über alle Altersgruppen. Also: Jeder profitiert von einem Booster.“ Die Studien vergleichen nur zweifach Geimpfte mit dreifach Geimpften, wie der Immunologe betont. Interessant fände er auch einen Vergleich mit Ungeimpften, meint Watzl: „Da würde sich nämlich ein noch viel größerer Unterschied zeigen.“ Außerdem würde man sehen, „dass auch Personen sechs Monate nach der zweiten Impfung noch einen viel bessern Schutz vor schwerer Erkrankung haben als Ungeimpfte.“

Der Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, Generalmajor Breuer, ebenfalls Corona-Experte, sagte jetzt sogar, ein Verzicht auf die Booster-Impfung könne „tödlich sein“. Dies zeigt nur, wie wichtig der Booster nach wie vor als Schutz vor einer Corona-Infektion ist.

(Mit Material der dpa) *Merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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