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Öko-Test untersucht Cornflakes: Schadstoffe in mehreren bekannten Marken-Produkten

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Von: Jasmina Deshmeh

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Vogelperspektive eines Schälchens mit Cornflakes. Eine Flocken liegen um die Schale herum (Symbolbild).
Cornflakes sind ein beliebtes Frühstück. Gesund sind die Knusperflocken aus Mais oder Getreide aber nicht immer, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt (Symbolbild). © IMAGO / Shotshop

Cornflakes zum Frühstück sind bei Groß und Klein beliebt. Doch nicht immer sind die Knusperflocken bedenkenlos zu verzehren, wie eine Untersuchung des Magazins Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Wer Cornflakes frühstückt, erwartet nicht, Schadstoffe zu sich zu nehmen. Eine Untersuchung von 50 verschiedenen Frühtücksflakes durch das Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt aber: Nur 15 der Testprodukte sind bedenkenlos zu verzehren. 14 Produkte sind dagegen mit verschiedenen Schadstoffen belastet und erhalten nur die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Von ihnen raten die Verbraucherschützer dringend ab.

Cornflakes im Öko-Test: Potenziell krebserregendes Acrylamid

Hauptkritikpunkt der Tester: Acrylamid! Der Stoff steht im Verdacht, Krebs zu erregen, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) warnt, und steckt in Produkten namhafter Marken wie Kellogg‘s, Nestlé, Seitenbacher und Davert. Laut Öko-Test kann sich Acrylamid in Getreideflocken beim heißen Rösten aus Zuckern und der natürlicherweise in Getreide enthaltenen Aminosäure Asparagin bilden.

Erhöhte Acrylamidgehalte fanden die Tester in 18 Cornflakes, in vier Produkten sind sie, gemessen am EU-Richtwert für Frühstückscerealien „auf Mais-, Hafer-, Dinkel-, Gerste- und Reisbasis“, sogar „stark erhöht“. Gesetzliche Höchstmengen existieren für das Krebsgift bisher nicht. Laut Öko-Test gebe es aber auch keine Menge, die für den Menschen bedenkenlos sei. Es gilt: Je weniger Acrylamid aufgenommen wird, desto besser. Ob sich Acrylamid in den Flakes bildet, haben die Hersteller laut den Verbraucherschützern durchaus in der Hand: Einfluss haben dabei Erhitzungstemperatur und -dauer sowie die Zugabe von Zucker.

Folgende Cornflakes sollten Verbraucher meiden:

Unter den Bio-Cornflakes:

Cornflakes im Öko-Test: Mineralöl, Pestizide und Schimmelpilzgifte

Die „Vitabella Mehrkornflakes glutenfrei“ und „Schär Gluten-Free Cereal Flakes“ fielen außerdem durch erhöhte Werte an Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) sowie die noch problematischeren aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) auf. Zu dieser Stoffgruppe gehören auch krebserregende Verbindungen.

In den vier Sorten „Gut & Günstig Best Flakes Classic“, „Brüggen Multifit Multigrain Flakes Natur“, „Kellogg‘s Special K Classic“ und „Schär Gluten-Free Cereal Flakes“ sowie den „Bio Primo Dinkelflakes ungesüßt“ steckten zudem Spuren von bedenklichen Pestiziden. Auch wenn die nachgewiesenen Gehalte für den Menschen nicht akut gefährlich sind, gibt es hierfür von den Testern Abzug. Denn die Verwendung dieser Substanzen im Anbau gefährdet Bienen und andere Arten.

Einige Cornflakes-Sorten sind außerdem mit Schimmelpilzgiften, wie Deoxinivalenol (DON) und T-2-/HT-2-Toxine, belastet. Darunter „Seitenbacher Cornflakes“, „Spielberger Mühle Dinkelflakes ungesüßt“, „Davert Vollkorn Cornflakes glutenfrei, ohne Zucker- und Salzzusatz“ und die „Wurzener Crisp & Cross Cornflakes, ohne Zuckerzusatz“. Schimmelpilze befallen das Korn meist schon auf dem Feld. Oft hängt der Befall von der Witterung ab. Schimmelpilzgifte können verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit haben, unter anderem schwächen sie das Immunsystem.

Cornflakes im Öko-Test: Zu viel Salz in zehn Produkten

Ein weiterer Kritikpunkt der Tester: Viele Cornflakes enthalten zu viel Salz. Mit über 1,6 Gramm pro 100 Gramm liegt der Salzanteil sogar höher als bei vielen Tiefkühlpizzen. In anderen Ländern wie Finnland, sind die Hersteller verpflichtet, solche hohe Dosen zu kennzeichnen. Zu viel Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forscher aus Bonn haben zudem herausgefunden, dass eine erhöhte Salzzufuhr auch die Immunabwehr beeinflusst und so das Risiko für Allergien und andere Immunerkrankungen erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als 6 Gramm Salz am Tag zu essen.

Der Zuckergehalt, der bei Frühstückscerealien häufig hoch ist,* war unter den Test-Produkten mit 11,9 Gramm pro 100 Gramm in den „Kellogg’s Special K Classic“ am größten und hält sich damit nach Einschätzung der Tester noch im Rahmen.

Cornflakes im Öko-Test: Diese Flocken sind gesund

Zuletzt die gute Nachricht: Es gibt auch Cornflakes, die Verbraucher bedenkenlos essen können. Immerhin fünf Produkte vom Discounter schnitten mit Bestnote ab: Die „Crownfield Cornflakes“ von Lidl, die „Golden Breakfast Cornflakes“ von Norma, die „Gut und Günstig Cornflakes“ von Edeka, die „Knusperone Cornflakes“ von Aldi Nord/Süd sowie die „Kornmühle Cornflakes“ von Netto.

Unter den Bio-Produkten erreichten immerhin zehn die Bestnote: „Bio Primo Cornflakes ungesüßt“ (Müller Drogeriemarkt), „Bio Zentrale Kraft der Natur Cornflakes ungesüßt“ (Bio-Zentrale), „Davert Cornflakes glutenfrei, ohne Zucker und Salzzusatz“ (Davert), „DM Bio Dinkelflakes“ (DM), „Ener Bio Cornflakes glutenfrei, ohne Zuckerzusatz“ (Rossmann), „Hensel Bio Dinkel-Vollkorn Flakes“ (Schoenenberger), „Rewe Bio Dinkel Flakes“ (Rewe), „Spielberger Mühle Cornflakes glutenfrei“ (Spielberger), „Werz Glutenfrei Buchweizen Flakes Vollkorn, ohne Zuckerzusatz“ (Werz) und die „Werz Glutenfrei Mais Flakes, ohne Zuckerzusatz“ (Werz). *24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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