1. 24vita
  2. Verbraucher

Corona: Ärztechef fordert Impfpflicht und Konsequenzen, „die wehtun“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jennifer Köllen

Kommentare

Eine Kindergärtnerin spielt mit Kindern im Kindergarten (Symbolbild)
Kinder- und Jugendärztepräsident Fischbach fordert wegen Corona eine Impfpflicht für Lehrer, Erzieher und Pflegekräfte (Symbolbild) © Mareen Fischinger/Imago

„Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet“, sagt der Kinder- und Jugendärztepräsident Fischbach.

Osnabrück – Sich ungeimpft um andere kümmern? Für Thomas Fischbach ein Unding. Der Kinder- und Jugendärztepräsident hat sich klar für eine Corona-Impfpflicht von Erziehern, Lehrern und Mitarbeitern in den Gesundheitsberufen und der Pflege ausgesprochen. „Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Und er geht noch weiter: „Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet.“

Corona: Ärztechef will Impfpflicht und Konsequenzen, „die wehtun“

Neben der Politik sieht der BVKJ-Präsident auch Betriebsärzte von Kliniken in der Verantwortung: „Sie müssen aufklären* und das medizinische Personal an seine Pflicht erinnern, kranken Menschen zu helfen und sie vor Ansteckungen zu schützen.“ Wer sich dem verweigere, der müsse Konsequenzen spüren, „die wehtun“, forderte Fischbach in der NOZ.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können. 

Auch der äußerst drastische Schritt, die Entlassung, ist für Fischbach eine Option. Denn er verwies auf die grundsätzlich durch das Infektionsschutzgesetz gedeckte Möglichkeit von Krankenhäusern oder Pflegeheimen, Impfverweigerer zu entlassen. „Wenn es nach Monaten des Impfstoffüberschusses noch Ausbrüche in Pflegeheimen gibt, muss man die Zügel anziehen, und da darf Fachkräftemangel kein Gegenargument sein“, sagte der Kinder- und Jugendärztepräsident.

Corona: Lauterbach gegen Impfpflicht für Lehrer, Erzieher und Pflegekräfte

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich hingegen nicht für eine Impfpflicht für solche Berufsgruppen ausgesprochen. „Eine Impfpflicht, wie Thomas Fischbach sie für bestimmte Gruppen fordert, lehne ich ab“, so Lauter­bach. Seine Begründung: Die Impfquote unter Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern sei bereits sehr hoch. Sie liege nach seiner Beobachtung und Einschätzung bei weit über 90 Prozent. Das Problem seien nicht die nicht geimpften Erzieher und Lehrer, sondern vielmehr, dass die Kinder und Jugendlichen sich in der Schule und Kita gegenseitig anstecken würden.

Corona: In andere Ländern gibt es bereits die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Im Nachbarland Frankreich gibt es bereits eine Impfpflicht für Beschäftige...

Wer aktuell nicht mindestens die erste Dosis vorweist, kann in Frankreich vom Arbeitgeber suspendiert werden. Und das ohne Gehaltszahlung. Spätestens ab Mitte Oktober müssen dann alle 2,7 Millionen Beschäftigte der betroffenen Berufsgruppen die vollständige Impfung nachweisen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare