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Schützt Cannabis vor Corona? Ein Joint hilft nicht, warnen Experten

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Von: Jennifer Köllen

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Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass Cannabis als Medizin gegen Corona helfen könnte. Wie das funktioniert – und warum Kiffen nicht hilft.

Oregon – Cannabis (lateinisch für Hanf) kann viel mehr, als nur berauschen: In Deutschland wird die Kultpflanze von Ärzten als Medizin verschrieben. Seit 2017 können sich Menschen mit starken Schmerzen Cannabis auf Rezept in der Apotheke holen. Zuhause kann es dann inhaliert oder als Tee getrunken werden.

Seine heilende Wirkung verdankt Cannabis einem Extrakt der Pflanze, dem Cannabidiol (CBD). Dieses wirkt bei starken Schmerzen, gilt als angstlösend und wirkt entzündungshemmend. Medizinisches Cannabis hat übrigens nur einen geringen Gehalt an dem von Kiffern geschätzten Tetrahydrocannabinol (THC), macht also nur ein bisschen high.

Cannabis kann also so einiges. Forscher der Universität Oregon haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass es sogar gegen Corona helfen könnte.

Schützt Cannabis vor Corona? Ein Joint hilft nicht, warnen Experten

Ein Team aus Wissenschaftlern der Oregon State University fand im Laufe einer Studie heraus: Zwei Bestandteile des Cannabis könnten nicht nur vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen, sondern sogar als Medizin gegen Covid-19 wirken. Es könnte nach einer Corona-Infektion auch Krankheitsverläufe abschwächen, so die Wissenschaftler.

Klingt sensationell. Sollten wir jetzt alle anfangen zu kiffen, und die Pandemie wäre im Griff? So einfach ist das leider nicht.

Blätter einer Cannabis-Pflanze (Symbolbild)
Schützt Cannabis wirklich vor Corona? (Symbolbild) © Imago

Doch warum schützt Kiffen nicht? Und wie kann Cannabis dann vor Corona schützen? Um das zu beantworten, muss man erstmal verstehen, wie Cannabis eigentlich wirkt.

Schützt Cannabis wirklich vor Corona? Ja, unter manchen Bedingungen

Zur Erklärung: Cannabis enthält viele unterschiedliche Cannabinoide, etwa 100 davon sind bisher untersucht worden. Das bekannteste davon ist das berauschende THC, weswegen Cannabis auch als Droge angesehen wird. Ein anderes Cannabinoid ist CBD, welche für seine Heilkräfte bekannt ist (siehe oben). Jetzt wird es interessant: Die Säure des CBDs und ein weiteres Cannabinoid, Cannabigerolsäure (CBGA), wirken laut der Forscher gegen Corona. Die beiden Säuren binden sich an das Spike-Protein des Virus – und verhindern somit, dass sich die Viren an die Zellen andocken können. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse im Wissenschaftsmagazin „Eurekalert“ und im Fachblatt „Journal of Natural Products“.

Die Forscher fanden heraus: Die zwei Bestandteile des Cannabis können nicht nur vorbeugend gegen eine Infektion helfen, sondern auch die Symptome bei einer bereits ausgebrochenen Erkrankung lindern.

Aber: Eine Impfung ersetzen können sie nicht, betonen die Forscher. Außerdem geben sie zu bedenken, dass ihre Untersuchung bislang nur isoliert in einem Laborglas funktioniert hat – und (noch) nicht am Menschen.

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Schützt Cannabis wirklich vor Corona? Darum bringt ein Joint nichts

Kiffer dürften sich bei dieser Meldung dennoch erfreut zeigen. Gilt der Konsum von Cannabis jetzt als Ausrede, um Corona zu bekämpfen?

Nein. Denn durch das starke Erhitzen beim Verbrennen des Cannabis in einem Joint werden die gegen Corona wirksamen Säuren weitgehend in neutrale Verbindungen umgewandelt – und helfen somit nicht mehr.

Und wie kann uns Cannabis dann in der Pandemie helfen? Laut dem Studienleiter Richard B. van Breemen werden entsprechende Präparate über den Mund eingenommen werden können. Die Forscher tüfteln gerade an einem Medikament. Bevor diese auf den Markt kommen, müssen sie aber noch weitere Studien und mehrere Testphasen durchlaufen. *bw24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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