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Seit Corona sitzen wir länger vorm Laptop – das schadet unserer Gesundheit

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Von: Jennifer Köllen

Die Deutschen verbringen zu viel Zeit vor dem Laptop, zeigt eine Studie. Das führt zu Depressionen und einem geringen Selbstwert. Doch es gibt auch positive Effekte.

Tempe (Arizona) – Wir haben es schon geahnt, jetzt bestätigt es eine Studie schwarz auf weiß: Seit Beginn der Coronapandemie hängen wir täglich länger vor dem Laptop. Und das tut uns überhaupt nicht gut.

NortonLifeLock, ein weltweit führender Anbieter von Cyber-Sicherheit, hat in einer globalen Studie das Online-Verhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu Hause untersucht. Durchgeführt wurde die Studie online unter mehr als 1.000 deutschen Erwachsenen ab 18 Jahren. Das Ergebnis: Seit Beginn der Pandemie verbringen die Deutschen 5,1 Stunden vor den Bildschirmen. Und das nicht für die Arbeit oder Schule – sondern zusätzlich, etwa am Abend. Das schadet unserer Gesundheit.

Wegen Corona hängen wir länger vor dem Laptop: Das Bildschirmverhalten schadet unserer Gesundheit

Immerhin: 61 Prozent der deutschen Studienteilnehmer versuchen, ihre Bildschirmzeit durch Aktivitäten wie Wandern* oder Zeit mit Freunden einzuschränken. Das ist nicht überraschend, denn viele geben an, dass sich die Bildschirmzeit negativ auf ihre körperliche (41 Prozent) und mentale (28 Prozent) Gesundheit auswirkt.

So negativ wirkt sich die Zeit vor dem Bildschirm auf die Studienteilnehmer aus:

„Es überrascht nicht, dass sich viele ausgebrannt fühlen, wenn sie neben Lernen oder Arbeit im Durchschnitt über fünf Stunden pro Tag vor dem Bildschirm verbringen,“ sagt Sarah Uhlfelder, Senior Strategic Director EMEA bei NortonLifeLock.

Wegen Corona hängen wir länger vor dem Laptop: Wir sehen schlechter und „haben Rücken“

Forschungen haben ergeben, dass der erhöhte Medienkonsum sich auch auf unsere Augen auswirkt. Rund 70 Prozent leiden heute unter dem Office-Eye-Syndrom. Sie spüren Ermüdungserscheinungen, Trockenheit und Jucken in den Augen. Außerdem kann das Starren auf den Bildschirm auch das Sehvermögen beeinträchtigen und etwa zu (mehr) Kurzsichtigkeit führen. Eine Blaulichtfilter-Brille soll dagegen helfen.

Auch weit verbreitet: Rücken-, Nackenschmerzen und Bandscheibenprobleme als Folge einer schlechten Körperhaltung. Kein Wunder, nach acht Stunden steifem Sitzen vor dem Rechner. Und was machen wir danach? Krumm und schief hängen wir abends auf dem Sofa und starren abwechselnd aufs Smartphone, den Laptop oder den Fernseher. Zugegeben, dieses Szenario erscheint etwas extrem. Ist aber mit Sicherheit bei einigen während der Pandemie mal vorgekommen.

Auch weit verbreitet: der Handy-Nacken. Wird der Blick auf das Handy gerichtet, wird der Kopf um etwa 45 Grad gesenkt. Für den Rücken bedeutet dies, dass Kräfte von mehr als 20 Kilogramm auf die Halswirbelsäule wirken. Durch den gesenkten Kopf ist die Muskulatur angespannt, die Bänder werden gedehnt und der Kopfbereich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Die Folge: Muskelverspannungen, Kopf- und Nackenschmerzen sowie Verschleißerscheinungen im Rücken.

Wegen Corona hängen wir länger vor dem Laptop: Das hat auch etwas Positives

Doch die Nutzung von Laptop und Smartphone kann in vielen sozialen und pädagogischen Bereichen auch eine große Hilfe sein. Im vergangenen Jahr ist sie für viele sogar zu einem Rettungsanker geworden. Denn wenn sie etwa auf Social Media-Kanälen unterwegs waren, half das vielen während des Lockdowns bei Einsamkeit und Stress. Fast zwei von fünf Deutschen (39 Prozent) mit erhöhter Bildschirmnutzung sagen, dass sie sich dadurch zugehörig fühlen und sich so entspannen können (39 Prozent).

Wegen Corona hängen wir länger vor dem Laptop: So beschränken Sie die Bildschirmzeit

Fazit: Trotz einiger positiver Effekte sollten wir dringend unsere Bildschirmzeit beschränken. Ziel ist es, eine gesunde Balance zwischen der digitalen und der realen Welt zu finden und für ausreichend Ruhepausen zu sorgen. Stichwort: achtsamer Medienkonsum. Das ist in Zeiten der Digitalisierung, in denen wir nicht mehr ohne Bildschirme arbeiten und leben können, der beste Weg, um den negativen Effekten vorzubeugen.

Bereits kleine Veränderungen können helfen. Mittlerweile gibt es praktisch auf jedem Smartphone die Möglichkeit, die eigene Bildschirm- beziehungsweise Nutzungszeit zu beschränken. Nach einer gewissen Zeit, etwa zwei Stunden, werden einige Apps dann automatisch für den Tag blockiert.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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