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Erstaunliche Corona-Studie: Sind Genesene noch besser geschützt als Geimpfte?

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Von: Jennifer Köllen

Eine Frau und ein Mann mit Corona-Masken im Gesicht liegen auf dem Boden und sehen sich an (Symbolbild)
Genesene sind offenbar besser vor Corona geschützt als Geimpfte. (Symbolbild) © Alvaro Gonzalez/Imago

Sie hatten sich bereits mit dem COVID-19 infiziert und sind genesen? Dann könnte es sein, dass Sie jetzt sogar besser davor geschützt sind als Geimpfte.

Israel – Eine neue Studie von zwei Wissenschaftlerinnen aus Israel hat jetzt Überraschendes aufgedeckt: Die Ergebnisse zeigen, dass von dem Coronavirus Genesene besser vor dem Virus geschützt sein könnten, als Geimpfte.

Ein Team um die beiden Immunologinnen Tal Patalon und Sivan Gazit hatten Daten der israelischen Krankenkasse Maccabi Healthcare Services (MHS) von zehntausenden Männern und Frauen ausgewertet. Das Ergebnis: Wer zu Jahresbeginn mit Biontech geimpft wurde, hatte im Sommer ein um 13-Mal höheres Risiko sich mit Corona anzustecken, als ein Ungeimpfter, der sich zuvor mit dem Virus infiziert hatte. Die Wahrscheinlichkeit eines Krankenaufenthalts war bei den Geimpften im Sommer, als bereits die ansteckendere Delta-Version grassierte, ebenfalls deutlich höher.

Corona-Studie: Genesene sind besser vor Virus geschützt als Geimpfte

Diese Information klingt schon fast sensationell. Doch man muss bei den Ergebnissen dieser Studie auch beachten, dass herauskam, wie gut eine Impfung vor Corona schützt: Von 16.000 geimpften Personen infizierten sich nur 238, also weniger als 1,5 Prozent. Das beweist, wie hoch die Schutzwirkung des Impfstoffs von Biontech tatsächlich ist. In einer vergleichbaren Gruppe Genesener waren es mit 19 Infektionen allerdings noch weniger. Das erklärt das „13-fach erhöhte Risiko“. Unter den Erkrankten der beiden Gruppen gab es übrigens keine Todesfälle. Auch das spricht dafür, wie gut eine Impfung schützt. Interessant: Am besten ist man offenbar vor dem Virus geschützt, wenn man schonmal daran erkrankt und zusätzlich geimpft ist.

Die Studie ist die bisher größte reale Beobachtungsstudie zum Vergleich der natürlichen und impfstoffinduzierten Immunität gegen SARS-CoV-2, so die Leiter. Die Ergebnisse wurden bereits als Preprint, also als wissenschaftliche Vorab-Publikation, veröffentlicht. „Es ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, dass eine natürliche Immunität wirklich besser ist als eine Impfung“, sagt die schwedische Immunologieforscherin Charlotte Thålin, welche die Immunreaktionen auf SARS-CoV-2 untersucht. „Meines Wissens ist dies das erste Mal, dass [dies] wirklich im Kontext von COVID-19 gezeigt wurde.“

Aber, und das ist (überlebens-) wichtig: Ein Argument für eine natürliche Immunisierung ist das nicht, wie verschiedene Ärzte wie Thålin betonen. Wer sich freiwillig mit dem Coronavirus ansteckt, setzt sich einem deutlichen erhöhten Todes- und Krankheitsrisiko aus und riskiert mögliche Langzeitfolgen*.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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