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Corona: Fallen Weihnachtsmärkte jetzt doch aus? Sachsens Ministerpräsident will Absage

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Von: Jasmin Farah

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Bald beginnt wieder die Weihnachtsmarkt-Saison. Doch Händler und Besucher müssen vielleicht bangen. Denn die Corona-Fallzahlen steigen rasant.

Update vom 19. November, 08.45 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46) fordert härtere Maßnahmen in seinem Bundesland, nachdem die Corona-Fallzahlen dort explodieren. Die Rede ist sogar von einem „harten Wellenbrecher“ für zwei oder drei Wochen. Details dazu sollen im Laufe des Tages vom Kabinett beschlossen werden.

Leipzig – Die Corona-Infektionslage spitzt sich in Sachsen weiter zu. Manche Gesundheitsämter sind bereits über ihre Kapazitätsgrenze hinaus. So ist im Landkreis Zwickau derzeit eine lückenlose Kontaktnachverfolgung nicht mehr möglich. „Wir können nicht mehr jeden Kontakt anrufen. Wir konzentrieren uns auf Einrichtungen wie Pflegeheime und Schulen sowie Familienangehörige“, sagte Landrat Christoph Scheurer (CDU) am Donnerstag.

Wer mit einer später positiv getesteten Person Kontakt hatte, erfährt dies in der Regel nicht mehr vom Gesundheitsamt, sondern im Zweifel vom Betroffenen selbst oder über die Corona-Warn-App. Zuvor hatte die „Freie Presse“ darüber berichtet.

Corona: Fallen Weihnachtsmärkte jetzt doch aus? Sachsens Ministerpräsident will Absage

Die Wocheninzidenz hat laut Robert Koch-Institut (RKI) inzwischen die Marke von 500 überschritten und betrug 521,9. Das ist weit mehr als auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie Ende 2020. Sachsen ist damit weiter das am stärksten betroffene Bundesland und das, obwohl hier eine 2G-Regelung in Kraft getreten ist. Im Bund lag die Sieben-Tage-Inzidenz kürzlich bei 249,1.

Zwei Weihnachtsmarktbesucher prosten sich zu. (Symbolbild)
Doch kein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt? Überall steigen die Corona-Fallzahlen. (Symbolbild) © Roland Weihrauch/dpa

Die Hotspots in Sachsen sind die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (886,3) und Meißen (859,5). Im Landkreis Zwickau liegt der Wert bei 510,5. Doch auch in anderen Bundesländern wie etwa Bayern erreichen die Corona-Fallzahlen täglich ein neues Rekordhoch. Bedeutet das jetzt das Aus für die Weihnachtsmärkte?

Fallen Weihnachtsmärkte jetzt doch aus? Sachsens Ministerpräsident

Angesichts der drastischen Zunahme von Corona-Neuinfektionen hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) für die Absage von Weihnachtsmärkten ausgesprochen. „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen“, sagte er am Donnerstag in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. Unterstützung bekommt er vom RKI, das sich ebenfalls jüngst für eine Absage von Großveranstaltungen deutschlandweit ausgesprochen hat*.

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„Es ist eine Entscheidung, die jedes Land für sich allein treffen muss“, erklärte Kretschmer jetzt bei einem Termin in Dresden. In Sachsen habe man eine Vereinbarung, dass die Kommunen darüber entscheiden. „Ich glaube, es ist richtig, denjenigen den Rücken zu stärken, die nicht erst aus der Erfahrung schlau werden wollen, wenn es nicht mehr geht, sondern aus der Erkenntnis heraus.“ Mit dem Aufbau eines Weihnachtsmarktes seien Kosten verbunden. „Je eher wir Klarheit schaffen, desto besser. Das ist meine Meinung.“ (Lesen Sie auch: „Welle der Ungeimpften“: Virenexperte zeigt auf, wie Bürger gelbe und rote Krankenhausampel verhindern können*)

Fallen Weihnachtsmärkte jetzt doch aus? Händler üben Kritik

Der Städte- und Gemeindetag verwies darauf, dass sich die Regierung mit ihrem Vorschlag in Widerspruch zu ihrem eigenen Konzept befinde. Seit Monaten betone sie, dass Weihnachtsmärkte stattfinden könnten, selbst wenn die sogenannten Betten-Bremsen in Sachsens Krankenhäusern erreicht sein sollten. „Auf diesen Kurs haben sich die Kommunen bei ihren langfristigen Vorbereitungen verlassen“, meint Verbandsgeschäftsführer Mischa Woitscheck.

Kritik kam auch von den Oberbürgermeistern in Dresden und Chemnitz. Im Fall einer Absage müssten Kommunen und Freistaat über die Entschädigung der Händler und Marktbetreiber sprechen, „da ansonsten ein so drastischer wirtschaftlicher Schaden entsteht, der in dieser Branche jahrelang nachwirken würde“, teilten sie kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung mit. (Mit Material von dpa) *kreiszeitung.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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