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Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Das müssen Sie über den Booster wissen

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Von: Jennifer Köllen

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Ab sofort gibt es für manche Menschen die Boosterimpfung gegen COVID-19. Interesse, Bedenken? Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen.

Berlin – Jetzt noch schnell die dritte Impfung bekommen – und einem ruhigen Herbst ohne Angst oder Einschränkungen steht nichts mehr im Wege. Das klingt verlockend. Aber wer bekommt die Impfung eigentlich? Ist man dadurch tatsächlich besser vor der Delta-Variante und neuen Mutationen geschützt? Gibt es Gefahren? Und was sagen Experten? Wir haben alle Antworten.

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Wer sollte sich impfen lassen?

Nach sechs Monaten verlieren die Corona-Vakzine an Wirkung. Damit sind viele Zweifachgeimpfte, die Anfang des Jahres die Impfung bekommen haben, jetzt schlechter gegen das Virus geschützt. Und damit natürlich auch gegen die besonders ansteckende Delta-Variante. Die dritte Impfung soll die Wirkung auffrischen.

Ergo: Es bekommen jene zuerst die dritte Spritze, die auch zum Jahreswechsel zuerst die Erstimpfung gegen Corona erhalten haben: Risikogruppen. Also ältere Menschen, Pflegebedürftige oder Menschen mit einer starken Immunschwäche. Denn bei ihnen könnte eine Infektion mit Corona tödlich enden.

Für Menschen, die im Sommer geimpft wurden, also vor allem junge Menschen, ist ein Booster zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll, weil die Impfung noch keine sechs Monate her ist. Sie sind noch ausreichend durch die erste Impfserie geschützt.

Aber: Es bekommen auch Menschen eine Drittimpfung, welche bislang nur mit einem Vektor-Impfstoff geimpft wurden, also mit Astrazeneca (zwei Spritzen) oder Johnson & Johnson (eine Spritze). Voraussetzung ist aber, dass die letzte Covid-19-Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Bringt die dritte Impfung wirklich etwas?

Ja, wenn die letzte Impfung sechs Monate oder länger zurückliegt. Die Hersteller Biontech/Pfizer konnten in ihrer Phase-III-Studie zeigen, dass eine Auffrischimpfung signifikante neutralisierende Antikörpertiter hervorgerufen hat. Die 306 Teilnehmer der Studie hatten die dritte Coronaimpfung zwischen 4,8 und acht Monaten nach Abschluss der zweiten Impfung erhalten. Die Forscher konnten erfreuliche Ergebnisse vermelden: Die Zahl der Antikörper war laut Biontech/Pfizer einen Monat nach der Impfung ganze 3,3-mal so hoch wie nach der zweiten Coronaimpfung.

Also, lohnt es sich? Ja! Die Immunreaktion wird bei jeder Impfung oder Infektion besser. Es bilden sich Antikörper, die noch besser den Erreger erkennen können. Zudem bildeten sich mehr Gedächtniszellen, so dass der Schutz länger hält. Das schreibt tagesschau.de nach Interviews mit mehreren Virologen.

Coronavirus-Impfung: Mann mit tätowiertem Oberarm, Frau hält Impfspritze in der Hand.
Corona-Impfung: Der dritte Piks kommt für Risikogruppen, Ältere und Pflegebedürftige schon ab September. © Marco Ugarte/dpa

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Mit welchem Impfstoff wird geimpft?

mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna sind für die dritte Impfung geeigneter als Vektorimpfstoffe, zu denen etwa das Vakzin von AstraZeneca gehört.

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Welche Risiken gibt es?

Die Impfreaktionen sind mit jenen nach der zweiten Impfung vergleichbar oder geringfügiger. Das bestätigt eine Studie von Biontech/Pfizer (siehe unten), und auch Zahlen aus Israel. Hier werden Menschen über 60 Jahre seit einigen Wochen zum dritten Mal gegen das Coronavirus geimpft.

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Wo bekomme ich die Impfung?

Mobile Impfteams werden wie auch zu Beginn des Jahres in Alten- oder Pflegeeinrichtungen kommen. Heime müssen sich dazu nur mit den Impfzentren in Verbindung setzen. Diese organisieren dann die mobilen Teams. Auch alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte dürfen die Booster-Impfung verabreichen.

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Das sagt die STIKO

Bislang hat die Ständige Impfkommission (STIKO) noch keine klare, offizielle Impfempfehlung für die dritte Impfung ausgesprochen. Wie der STIKO-Chef Thomas Mertens erklärte, sei aber eine zeitnahe und konkrete Impfempfehlung in Planung. Einige Gesundheitsexperten haben sich dazu nun kritisch geäußert. Die konkrete Impfstrategie sei völlig unklar, sagte der Grünen-Gesundheitschef Janosch Dahmen und warf der Bundesregierung das Verschlafen einer Strategie für die Booster-Impfung vor. Zudem befürchtet der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, „dass jetzt viele mit einer dritten Impfung versehen werden, die davon nicht profitieren.“

Dritte Corona-Impfung ab sofort möglich: Wann Sie noch warten sollten

Der Impfstoff ist weltweit immer noch knapp. Solange es Länder gibt, in denen sich das Virus ungehindert verbreiten kann, besteht immer die Gefahr von neuen Virusvarianten*, die möglicherweise den Impfschutz irgendwann einmal vollständig umgehen können. Das schreibt der Spiegel. Diese könnten auch nach Europa eingeschleppt werden und sich dort verbreiten. Global gesehen würden hohe Impfquoten und Booster-Impfungen in einzelnen Ländern also nur bedingt etwas bringen. Stattdessen sollten die Impfstoffe gerecht auf der Welt verteilt werden, um die Pandemie insgesamt einzudämmen. Die WHO hat daher dazu aufgerufen, bis mindestens Ende September keine Impfstoffe dafür zu verwenden, Menschen eine dritte Impfung als Booster zu geben.

Also: Warten Sie bitte so lange, bis Sie an der Reihe sind. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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