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Wegen Corona-Impfung? Frauen berichten über unregelmäßige Periode

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Von: Jennifer Köllen

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Blutige Tampons auf einem rosanen Hintergrund (Symbolbild)
„Seit der Corona-Impfung ist mein Zyklus total durcheinander“ - das liest und hört man öfter. (Symbolbild) © Gemma Ferrando/Imago

Einige Frauen berichten über eine unregelmäßige Menstruation nach der Covid-Impfung. Gibt es einen Zusammenhang? Das sagen Wissenschaftler.

Langen – „Seit der Corona-Impfung ist mein Zyklus total durcheinander.“ Manche Frauen berichten gerade über Unregelmäßigkeiten bei der Blutung. Ihre Vermutung: Es liegt am Corona-Impfstoff. Aber kann das wirklich sein? Wissenschaftler sind der Sache jetzt auf den Grund gegangen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für die Sicherheit von Impfstoffen zuständig. Die Behörde sammelt Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen. Bis Ende Juni wurden dem Institut 310 Einzelfallmeldungen mit 368 „unerwünschten Ereignissen“ von Zyklusstörungen berichtet, wie aus einem Sicherheitsbericht der Behörde hervorgeht. 34 davon – also knapp zehn Prozent – wurden als schwerwiegend bezeichnet.

Die Frauen berichteten von einem „breiten Spektrum zum Teil auch wenig spezifischer Beschwerden“, heißt es in dem Bericht. Dazu gehören Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten.

Wegen Corona-Impfung? Unregelmäßige Periode – das sagen die Wissenschaftler

Das PEI bewertet das so: „Unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen erscheint die Zahl der Meldungen nicht ungewöhnlich hoch zu sein.“ Allerdings sei davon auszugehen, dass viele – insbesondere vorübergehende – Zyklusstörungen nicht berichtet würden.

Auch der für die Bewertung von Risiken zuständige Ausschuss bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sieht nach bisherigem Kenntnisstand „keinen kausalen Zusammenhang zwischen Covid-19-Impfstoffen und Zyklusstörungen“, heißt es in einem Bericht des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC). Unregelmäßigkeiten bei der Menstruation seien sehr verbreitet. „Die Gründe können von Stress über Müdigkeit bis zu medizinischen Ursachen reichen, etwa Fibrose oder Endometriose.“

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Wegen Corona-Impfung? Frauenärzte-Chef hält Berichte für Einzelfälle

„Dass Frauen nach irgendeiner Impfung eine dauerhafte Veränderung ihres Menstruationszyklus erleben würden, also über mehrere Monate deutlich verstärkte, verlängerte Blutungen und kontinuierlich verlängerte oder verkürzte Zykluslängen, ein solches Phänomen ist unbekannt“, sagt auch Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Tatsächlich gebe es keine Studie, die den Einfluss einer Impfung auf den Zyklus abgefragt hätte, sagt Albring. „Es ist sinnvoll, ab einem bestimmten Entwicklungsstadium von Impfstoffen auch weibliche Probanden mit einzubeziehen und eine solche Abfrage künftig mit aufzunehmen.“ Einfach sei das nicht, weil etwa auch berücksichtigt werden müsse, in welcher Zyklus-Phase eine Frau zum Zeitpunkt der Impfung gerade sei.

Vor Corona sei nie über Zyklusstörungen nach Impfungen berichtet worden „und auch aktuell handelt es sich zunächst einmal um viele Einzelmeldungen, die noch dazu teilweise entgegengesetzt sind“, sagt der Albring. Der Eisprung und der Zyklus seien sehr störanfällig.

Der Gynäkologe sagt, diese Faktoren könnten den Eisprung und damit den Zeitpunkt der Menstruation beeinflussen:

Fazit: Ein Zusammenhang zwischen Impfung und Zyklusstörung ist nicht ausgeschlossen, aber derzeit ist dieser noch nicht belegt. Experten halten den Zusammenhang angesichts der generellen Störanfälligkeit des Zyklus für eher unwahrscheinlich. (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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