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Corona-Infektion trotz Impfung: Darum passieren Impfdurchbrüche

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Von: Kristina Wagenlehner

Vollständig geimpft, trotzdem krank. Sogenannte Impfdurchbrüche sind selten, aber passieren – auch bei der Impfung gegen das Coronavirus.

Berlin – Die ersten Impfstoffe gegen das Coronavirus sind seit fast einem Jahr auf dem Markt. Trotzdem gibt es immer wieder Personen, die sich, obwohl sie vollständig geimpft sind, infizieren. Das Phänomen nennt sich Impfdurchbruch.

Corona-Infektion trotz Impfung: Phänomen Impfdurchbruch

Egal ob Johnson & Johnson oder Biontech – die bisher in der EU zugelassenen Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung. Anstecken kann man sich aber trotzdem. Tatsächlich haben Virologen mit Impfdurchbrüchen gerechnet. Denn ein Impfstoff schützt fast nie zu 100 Prozent.

„Wir wussten von Anfang an, dass die Impfung nicht zu 100 Prozent wirksam ist: Selbst in den Zulassungsstudien hatten sich vollständig Geimpfte infiziert“, sagt Carsten Watzl, Immunologe der Technischen Universität Dortmund. Je mehr Menschen geimpft sind, desto mehr Impfdurchbrüchen treten laut Watzl dementsprechend auf. Das RKI veröffentlichte vor wenigen Tagen aktuelle Zahlen zu den Impfdurchbrüchen in Deutschland.*

Corona-Infektion trotz Impfung: Warum sich Geimpfte infizieren

Warum man sich trotz Impfung mit Corona infiziert, kann verschiedene Gründe haben:

Corona-Infektion trotz Impfung: Trotzdem besser geschützt

Dennoch gilt: Wer sich trotz Impfung ansteckt, ist in der Regel vor einem schweren Verlauf der Krankheit geschützt. Intensivmediziner gehen davon aus, dass etwa 13 Prozent der Corona-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, vollständig geimpft sind (Stand: August 2021). Das ist etwas mehr als dieser Arzt sagt. Todesfälle nach Impfdurchbrüchen sind bisher kaum bekannt.

Carsten Watzl beruhigt: „Der einzelne Geimpfte ist gewiss deutlich besser geschützt als ein Nicht-Geimpfter, dieser wiederum kann sich aber nicht mehr darauf verlassen, geschützt zu sein, weil um ihn herum alle geimpft sind.“

Corona-Infektion trotz Impfung: Geimpfte können das Virus verbreiten

Auch Infektionsimmunologe Leif Erik Sander von der Berliner Charité warnt angesichts der Delta-Variante davor, dass Geimpfte das Virus unwissentlich verbreiten: „Deswegen sollten auch Geimpfte in bestimmten Bereichen wie dem öffentlichen Nahverkehr weiter eine Maske tragen und sich regelmäßig testen lassen, wenn sie in sensiblen Bereichen arbeiten.“

Denn wie ansteckend Impfdurchbrüche sind, ist noch nicht geklärt. Deshalb müssen auch nach einer Impfung die Schutzmaßnahmen eingehalten werden, auch ein Test trotz Corona-Impfung ist sinnvoll. Denn inwiefern ein Impfdurchbruch langfristige Folgen wie Long-Covid haben kann, ist bisher ebenfalls offen. (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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