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Corona-Baby-Boom bleibt aus: Was die Statistiken verraten

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Von: Christine Pander

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Zwei junge Frauen schieben ihre Kinderwagen durch Herbstlaub. (Symbolbild)
Manch einer nutzte die Pandemie für Zweisamkeit. (Symbolbild) © Konstantin Mihalchevskiy/ Imago

Der Corona-Lockdown brachte mehr Zeit für Partnerschaft und Familie. Hat sich das auf die Zahl der Geburten ausgewirkt? Die Statistik zeigt auffällige Schwankungen.

Wiesbaden – Zu einem richtigen Baby-Boom kam es in der Pandemie bislang zwar nicht. Aber immerhin sind in Deutschland in diesem Jahr bis August mehr Kinder zur Welt gekommen als im Vorjahreszeitraum. Das Plus beträgt 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Zahlen mitteilt.

Corona-Baby-Boom bleibt aus: Was die Statistiken verraten

Rund 524.000 Kinder wurden demnach geboren. Ob sich in den Zahlen ein Corona-Effekt zeigt, sei angesichts des nur leichten Zuwachses schwer zu sagen, sagte die Demografie-Expertin im Statistischen Bundesamt, Olga Pötzsch.

Das gelte auch für eine Auffälligkeit bei den Zahlen, nämlich eine deutliche Zunahme der Geburten von Geschwisterkindern, also zweiten, dritten und weiteren Kindern, zwischen März und April im Vorjahresvergleich.

Corona-Baby-Boom bleibt aus: Experten beobachten ungewöhnliche Entwicklung

Die Schwangerschaften begannen im Juni und Juli 2020, als sich die Pandemiesituation nach dem ersten Lockdown zwischenzeitlich entspannt hatte. Im März 2021 seien knapp fünf Prozent mehr erste Kinder als im Vorjahresmonat geboren worden, rund acht Prozent mehr zweite Kinder und rund elf Prozent mehr dritte und weitere Kinder. Welche Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt werden, lesen Sie übrigens hier.*

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„Das ist eine ungewöhnliche Entwicklung, es ist aber unklar, ob sie ein Corona-Effekt ist“, sagte Pötzsch. Möglicherweise hätten Eltern, die bereits einen weiteren Kinderwunsch hatten, diesen vorgezogen, weil sie mehr Zeit für die Familie gehabt hätten. Die Zunahme der Geburten von Geschwisterkindern war temporär und hat sich ab Mai 2021 nicht weiter fortgesetzt.

Corona-Baby-Boom: Im Osten sinken die Geburtszahlen

Auch bei Betrachtung der Gesamtzahlen zeigen sich zwischen den einzelnen Monaten deutliche Unterschiede. Im Januar gab es kaum eine Veränderung im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Februar und April einen Anstieg um rund drei Prozent und im März dann um rund sieben Prozent. Von Mai bis Juli sanken die Zahlen dagegen nach Angaben des Bundesamts leicht, für August fehlen die Daten noch.

Im ersten Halbjahr verzeichnete Westdeutschland im Vorjahresvergleich ein Geburten-Plus um 2,6 Prozent, in den ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin nahm sie dagegen um 2,1 Prozent ab. Im Osten setze sich damit der rückläufige Trend der vergangenen Jahre fort, wie das Bundesamt mitteilte. Die Zunahme im Westen weiche dagegen von der bisherigen eher stagnierenden Entwicklung ab. (Mit Material von dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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