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Corona: Jetzt gibt es Medikamente gegen schwere Covid-19-Verläufe

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Von: Jennifer Köllen

3D-Illustration des Corona-Virus (Symbolbild)
Mittlerweile gibt es Medikamente, mit denen man schweren Verläufen vorbeugen kann. (Symbolbild) © Alexander Limbach/Imago

Mittlerweile gibt es mehrere Medikamente, mit denen man schweren Verläufen bei Covid-19 vorbeugen kann. Doch nicht alle bekommen sie.

Genf – Ein Medikament gegen Corona an sich gibt es leider noch nicht. Der einzige Weg, sich zu schützen, ist nach wie vor die Impfung. Doch für Patienten mit Vorerkrankungen gibt es mittlerweile tatsächlich Medikamente gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung. Mit der Einnahme sollen die Überlebenschancen immens verbessert werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung empfohlen: Ronapreve. Gegeben wird das Medikament infizierten Risikopatienten. Die WHO verweist bei der Empfehlung auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche die Überlebenschancen verbessern kann. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung im British Medical Journal.

Corona: WHO empfiehlt Medikament Ronapreve für infizierte Risikopatienten

In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt.

Was man über das Medikament weiß – und wie es verabreicht wird:

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Doch das Medikament hat auch Nachteile: Es hilft nur gut, wenn es in den ersten Tagen der Erkrankung verabreicht wird. Viele Covid-19-Erkrankte lassen sich aber erst spät behandeln. Ein weiterer möglicher Nachteil der Therapie ist, dass die Antikörper gegen Virusvarianten resistent sein könnten. Außerdem ist das Medikament sehr teuer und nur unter ärztlicher Aufsicht einzusetzen.

Corona: WHO und Ärzte ohne Grenzen wollen günstige Medikamente für alle

Und auch die WHO sieht die Nachteile. Herausforderung seien die hohen Kosten und die knappe Produktion, so die WHO. Deshalb werde mit Roche über niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in aller Welt verhandelt. Die WHO setzte sich dafür ein, dass auch anderen Herstellern die Produktion ermöglicht wird, damit billigere Varianten der Mittel auf den Markt kommen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, Regeneron habe bereits in mindestens elf ärmeren Ländern Patentanträge gestellt. Sie forderte das Unternehmen auf, auf die Durchsetzung von Patenten in ärmeren Ländern zu verzichten. „Es ist einfach nicht fair, dass Menschen, die in ärmeren Ländern leben, keinen Zugang zu diesen Covid-19-Medikamenten, die das Todesrisiko senken, haben, nur weil Pharmafirmen das Monopol haben und hohe Renditen wollen“, sagte Elin Hoffmann Dahl von Ärzte ohne Grenzen. Zudem habe Regeneron für die Entwicklung öffentliche Gelder erhalten. Nach Informationen der Organisation wird das Mittel etwa in Deutschland für 2000 Dollar (1700 Euro) und in Indien für 820 Dollar angeboten.

Corona: Weiteres Corona-Medikament in den USA soll schwere Verläufe um die Hälfte reduzieren

Auch das neue Corona-Medikament Molnupiravir des US-Pharmakonzerns Merck reduziert einer klinischen Studie zufolge sehr schwere Verläufe bei Risiko-Patienten. Mit Blick auf die Wirksamkeit sprach der US-Gesundheitsexperte und Berater des Weißen Hauses, Anthony Fauci, von „sehr guten Nachrichten“*, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Man wolle sich so schnell wie möglich um den Einsatz in den USA bemühen und auch entsprechende Anträge bei Behörden weltweit stellen, teilte der Pharmakonzern am Freitag (01.10.2021) mit.

Das Medikament wird als Pille verabreicht. Diese kann laut Hersteller Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch Covid-19 bei Personen, die kürzlich mit dem Coronavirus infiziert waren, um 50 Prozent reduzieren. Merck erläuterte, in der Studie hätten Corona-Patienten mit milden bis moderaten Symptomen, die mit einem Placebo behandelt wurden, in 14,1 Prozent der Fälle innerhalb von 29 Tagen ins Krankenhaus gemusst oder seien gestorben. In der Studiengruppe, die mit dem Medikament Molnupiravir behandelt wurde, seien es mit 7,3 Prozent nur etwa halb so viele gewesen. (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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