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Corona: RKI-Chef warnt junge Menschen vor vierter Welle – Impfaktion ab Montag

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Von: Jennifer Köllen

Corona: RKI-Chef Wieler warnt junge, ungeimpfte Deutsche vor einem „schweren Verlauf“. Auch Jens Spahn sorgt sich – und greift durch.

Berlin – Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch (8.9.2021) hat der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) extrem warnende Worte gesprochen. Lothar Wieler sagte, dass die vierte Welle einen „fulminanten Verlauf“ nehmen könnte, wenn die Impfquote nicht steige. Die Betroffenen auf den Intensivstationen würden immer jünger. Das liege laut Wieler vor allem daran, dass sich einige Menschen nicht impfen lassen wollen. Wer sich jetzt nicht impfen lasse, der werde sich auf absehbare Zeit infizieren, nehme einen schweren Verlauf und Spätfolgen in Kauf – und könne möglicherweise auch sterben.

Doch es geht nicht nur um uns, wir sollten auch an die Kinder denken. Der RKI-Chef sprach sich deswegen für eine Impfung zum Schutz der Kinder aus. Denn Corona-Impfstoffe für Kinder seien zwar in der Entwicklung, aber bisher könnten unter Zwölfjährige nicht geimpft werden. „Deshalb ist es in unserer Pflicht, uns impfen zu lassen und die Vorsichtsmaßnahmen in Kitas und Schulen aufrechtzuerhalten. So können wir den Einschlag des Virus in diese Altersgruppe verringern“, so Wieler. Dem stimmte auch der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu: „Kinder mussten in den vergangenen Monaten auf viel verzichten und dazu sollten sich die Impfmuffel auch einmal zwei Gedanken machen“, sagte Spahn.

Corona: Aktionswoche zum Impfen ab kommenden Montag (13.09.2021)

„Jede einzelne Impfung entscheidet, wie sicher wir durch den Herbst kommen“, mahnte Spahn. „Was wir derzeit sehen ist eine Pandemie der Ungeimpften.“ „Nutzen Sie die Chance, lassen Sie sich impfen“, appellierte der Gesundheitsminister.

Die Impfquoten müssten nun erhöht werden*, um sich und andere zu schützen. Deswegen wird es ab kommenden Montag (13.09.2021) eine Impfwoche geben. An möglichst vielen Orten sollen einfach wahrzunehmende Angebote gemacht werden. Mit dem Motto: „Hier wird geimpft“ sollen sich Menschen praktisch überall impfen lassen können: in Apotheken, Sportvereinen, dem Einkaufszentrum oder im Impfbus. Auf der Internetseite www.zusammengegencorona.de finden Sie spätestens ab nächsten Montag alle Impfangebote.

Die Bundesärztekammer begrüßt die von der Bundesregierung angekündigte Corona-Impfaktion. Viele Menschen hätten sich bisher nicht impfen lassen, weil sie nicht richtig angesprochen wurden. Dies könnte sich damit ändern, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dem RBB.

Auch auf Twitter äußert sich Spahn immer wieder warnend zur aktuellen Lage. „Wir kommen aktuell leider nur langsam voran“, twitterte der CDU-Politiker auf Twitter. Derzeit hätten 61,7 Prozent oder 51,3 Millionen Menschen in Deutschland den vollen Impfschutz, 66,2 Prozent (55 Millionen Menschen) seien mindestens einmal geimpft. „Zwar sind damit 72,4 Prozent der Erwachsenen geschützt, aber noch sind zu viele ungeimpft, um die Pandemie zu überwinden.“

Corona-Zahlen: Der aktuelle Stand in Deutschland

Nach Angaben des RKI liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 83,5 (9.9.2021). Am Vortag hatte der Wert noch bei 82,7 gelegen, vor einer Woche bei 76,9. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.431 Corona-Neuinfektionen, es gab 50 weitere Todesfälle. Vor einer Woche waren es noch 33 Todesfälle gewesen. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI mit 1,79 an (Vortag 1,69). Dieser Wert wird künftig über weitere Maßnahmen entscheiden und nicht mehr die Inzidenz. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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