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Corona-Schnelltest: Aus diesem Grund sind die Tests für zu Hause so gefährlich

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Von: Laura Knops

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Selbsttests gehören zu den vielen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Doch immer wieder sind die Testergebnisse falsch.

München – Die meisten Menschen nutzen sie und vertrauen blind auf ihr Ergebnis: Corona-Selbsttests. Egal ob vor dem Besuch der Familie, dem Essen im Restaurant oder dem Treffen mit Freunden. Sicher ist sicher. Doch viele Antigen-Schnelltests scheinen nicht das zu leisten, was sie versprechen. Und obwohl Mediziner schon seit Beginn der Pandemie warnen, dass die Tests für zu Hause nicht immer zuverlässig sind, vermitteln sie vielen ein falsches Gefühl von Sicherheit. Denn erkennen die Tests eine Corona-Erkrankung nach Ende der Inkubationszeit und mit Eintreten der Symptome nicht, sind sie nicht nur nutzlos, sondern auch gefährlich.

Corona-Selbsttests: Aus diesem Grund sind die Tests für zu Hause so gefährlich

Wer Husten, Schnupfen, Fieber oder andere Erkältungssymptome hat, sollte einen Antigentest machen. Denn hinter den Beschwerden könnte eine Infektion mit dem Coronavirus stecken. Doch erkennen die Schnelltests für zu Hause eine Infektion überhaupt zuverlässig? Und wie sicher können die Tests Varianten wie Omikron nachweisen?

Negativer Corona Schnelltest bei Mutter und Kind (Symbolbild).
Einem negativen Corona-Selbsttest trotz Symptomen sollte immer ein professionell durchgeführter PCR-Test folgen (Symbolbild). © photothek / Imago

Die Schnelltests für zu Hause haben verglichen mit einem professionell durchgeführten PCR-Test gewisse Einschränkungen, da sie bei milden Symptomen oft weniger genau sind. Dass die Kritik an den Schnelltests allerdings mehr als berechtigt ist, zeigen nun Recherchen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Das Ergebnis: Viele Corona-Tests auf dem Markt wurden nicht auf ihre Wirksamkeit überprüft. Zwischen den einzeln angebotenen Tests gibt es große Qualitätsunterschiede und bisher keine verpflichtenden Kontrollen. Demnach weisen manche Tests keine hohe Sensitivität auf.

Corona-Selbsttests: Positives Ergebnis durch falsche Anwendung?

Auch eine Auswertung des Cochrane-Netzwerkes zeigt, dass viele Schnelltests Infizierte, die keine Symptome haben, schlechter erkennen. Vor allem bei mit Omikron-Infizierten sind Schnelltestergebnisse weniger zuverlässig. Fehler beim Gebrauch der Tests können die Werte zusätzlich beeinflussen. Denn obwohl die beigelegte Beschreibung keine Fragen offen lassen sollte, gibt es bei Antigen-Schnelltests aus dem Supermarkt, Drogerie oder Apotheke immer wieder Unsicherheiten. So können Anwendungsfehler klaut Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) das Testergebnis verfälschen.

Ist ein offizieller Schnelltest positiv, muss dies laut Robert Koch-Institut (RKI) an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Gibt es Unsicherheiten, ob der Test korrekt durchgeführt wurde, muss das Testzentrum vor Ort über einen erneuten Schnelltest entscheiden. Hier kann auch bei einem positiven Testergebnis ein PCR-Abstrich erfolgen.

Corona-Selbsttests: Negatives Testergebnis gibt keine absolute Sicherheit

Ist ein Testergebnis dagegen trotz vorliegender Infektion negativ, ist das nicht nur ärgerlich, sondern enorm gefährlich. So werden laut Experten immer wieder Infektionsketten bekannt, die auf Treffen zurückzuführen sind, bei denen alle Beteiligten zuvor eigentlich negativ getestet wurden. Wer trotz negativem Schnelltest die typischen Symptome entwickelt, sollte zur Sicherheit einen professionellen PCR-Test durchführen lassen. Denn ein negatives Testergebnis ist keine Garantie, nicht ansteckend zu sein.

Die Tests schlagen am besten bei einer hohen Virenlast an. Infizierte mit geringer Viruslast – etwa zu Beginn oder beim Abklingen der Erkrankung – werden möglicherweise nicht erkannt. Gerade in den ersten Tagen der Infektion können die Tests laut Virologen wie Christian Drosten daher oft noch negativ ausfallen, obwohl man womöglich bereis genug Viren in sich trägt, um andere anzustecken.

Folgende Symptome können auf eine Corona-Infektion hindeuten:

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Corona-Selbsttests: Antigentests erkennen Corona-Varianten

Experten weisen seit Längerem daraufhin, dass die Schnelltests ihre Grenzen haben. Kurz vor Beginn der ersten Symptome in den ersten Tagen der Infektion oder bei einem symptomfreien Verlauf kann es passieren, dass der Antigen-Schnelltest noch nicht positiv ist. Aus diesem Grund sollte man sich bei einem negativen Selbsttest nicht in trügerischer Sicherheit wiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) betont: Auch bei negativem Testergebnis vorsichtig sein und unbedingt die empfohlenen Hygieneregeln wie Abstand, Handhygiene, Maske tragen und lüften, einhalten. Das hilft auch, sich nicht selbst anzustecken.

Trotzdem gilt: Obwohl die Antigen-Tests für zu Hause nicht hundertprozentig sicher sind, sind sie in der aktuellen Lage keineswegs nutzlos. So liefern sie ein rasches Ergebnis, das zumindest zur Orientierung beitragen kann. Zudem erkennen die meisten Schnelltests Infektionen oftmals sehr schnell und auch bei neueren Varianten wie Omikron werden sie positiv, wodurch sich Infektionsketten frühzeitig unterbrechen lassen. Antigen-Schnelltests bleiben daher sinnvoll und helfen, die Pandemie einzudämmen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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