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Digitaler Impfpass: Alle wichtigen Infos zum elektronischen Impfnachweis

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Von: Jasmina Deshmeh

Die ersten Geimpften sollen ihren Corona-Status jetzt ganz praktisch digital nachweisen können. Das Handy wird damit den gelben Impfausweis aus Papier ergänzen. Alles, was Sie dazu jetzt wissen müssen:

Update vom 10.06, 11:00 Uhr: Der digitale Impfpass soll von heute an nach und nach eingeführt werden. Das hat ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestätigt. Damit Geimpfte ihren Impfstatus künftig einfach und praktisch digital nachweisen können, ohne den Impfpass mitzunehmen, soll eine neue App namens CovPass verfügbar sein. Zudem können Nutzer der Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts mit der neuesten Version auf eine entsprechende Funktion zurückgreifen. Weitere Details will Spahn an diesem Donnerstag in Berlin bekanntgeben. 

Auch Apotheken sollen demnach künftig in der Lage sein, den digitalen Nachweis zu erstellen, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) mit. Viele deutsche Apotheken werden ab Montag, 14. Juni, einen digitalen Impfnachweis für vollständig gegen das Corona-Virus Geimpfte ausstellen können. Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de, auf dem sich schon jetzt Schnelltest-Apotheken finden lassen, können Interessierte dann bundesweit Apotheken in ihrer Nähe finden, die den digitalen Impfnachweis kostenlos ausstellen.

Update vom 28. Mai, 16:30 Uhr: Die Europäische Union hat sich auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, Tests und überstandenen Erkrankungen geeinigt. Das neue Zertifikat soll in Form eines fälschungssicheren QR-Codes das Reisen während der Pandemie erleichtern und bis Ende Juni – rechtzeitig zu Beginn der Urlaubssaison – eingeführt werden. Zusätzliche Beschränkungen wie Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Geheilte sollen dann nur noch gelten, wenn es die Infektionslage erfordert.

Erstmeldung vom 7. Mai, 16:50 Uhr: Berlin/Bonn – Mit dem digitalen Impfpass sollen Impfungen ab dem 1. Juni 2021 auch digital gespeichert werden und abrufbar sein. Damit könnten sich zweimal geimpfte Personen über Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen freuen und auch sorglose Reisen dürften bald wieder möglich sein. Doch wie funktioniert der digitale Impfnachweis überhaupt, wo bekommt man ihn her und wie sicher ist er? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Digitaler Impfpass: Wer stellt den digitalen Impfpass aus?

Der digitale Impfpass wird in Arztpraxen oder in Impfzentren erstellt. Nachdem die Daten eingegeben und übernommen wurden, wird ein 2D-Barcode erzeugt, den Patienten direkt abscannen können. Alternativ können sie ihn auch auf Papier ausdrucken lassen und später einscannen.

Digitaler Impfpass: Wie funktioniert der digitale Impfpass?

Gesteuert wird der digitale Impfpass über eine kostenlose App auf dem Smartphone, die von der amerikanischen Firma IBM entwickelt wurde. Mit dieser App wird im Impfzentrum oder der Arztpraxis der 2D-Barcode („Impfbescheinigungstoken“) abgescannt und die Impfbescheinigung lokal auf dem Handy gespeichert. Der 2D-Barcode ist nur einmalig einlesbar, die Impfbescheinigung ist anschließend an das jeweilige Handy gebunden. Digitale Impfnachweise von Kindern oder Partnern sollen auf einem Smartphone gespeichert werden können. Der digitale Impfpass ist kostenlos und gilt EU-weit.*

Digitaler Impfpass: Wer kann einen digitalen Impfpass bekommen?

Alle Menschen, die Anspruch auf eine Impfung haben, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft und als Ergänzung zum gelben, analogen Impfausweis. Welcher Impfstoff dabei geimpft wird, ist nicht relevant.

Digitaler Impfpass: Was ist, wenn ich schon beide Corona-Impfungen habe?

Die Bundesregierung sucht noch nach einem Verfahren, wie vollständig Geimpfte ihre Bescheinigungen nachträglich eintragen können. Eine Möglichkeit wäre, dass Arztpraxen und Impfzentren den digitalen Impfpass auch im Nachhinein ausstellen können, wenn Patienten dort geimpft wurden bzw. mit ihrem gelben Impfausweis belegen können, dass eine Impfung stattgefunden hat.

Wer schon eine Impfung bekommen hat, soll für die zweite Impfung einen digitalen Nachweis erhalten, wenn der digitale Impfpass bis dahin verfügbar ist. Außerdem wird darüber diskutiert, ob eine überstandene Covid-19-Erkrankung einer Impfung gleichzusetzen ist und entsprechend in die App eingetragen werden soll.

Digitaler Impfpass: Gilt trotzdem noch der gelbe Impfausweis?

Ja, neben dem digitalen Impfpass wird auch der gelbe Impfausweis gültig bleiben. Der digitale Impfnachweis ist freiwillig und nur ein ergänzendes Angebot. Wer kein Smartphone besitzt, es verloren hat oder seine Daten nicht über das Handy verwalten möchte, kann weiterhin das gelbe Heft als Impfnachweis nutzen.

Digitaler Impfpass: Wo werden die Daten gespeichert?

Aus Datenschutzgründen sollen die Impfbestätigungen im digitalen Impfpass nicht zentral auf einem Server, sondern auf dem Smartphone der/des Geimpften gespeichert werden, heißt es von Seiten des Bundesgesundheitsministeriums. Die Daten, die in den Impfzentren und Arztpraxen anfallen, sollen nur zeitlich begrenzt im Impfprotokollierungssystem erstellt und anschließend gelöscht werden.

Digitaler Impfpass: Wie sicher ist der digitale Impfpass?

Um Missbrauch zu verhindern, darf der digitale Impfpass laut Bundesgesundheitsministerium nur von autorisierten Personen in Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt werden. Er soll kryptographisch vor Veränderungen geschützt werden und an das verwendete Gerät gebunden sein, sodass er nicht vervielfältigt werden kann.

Kritiker warnen jedoch, dass der digitale Impfpass noch Sicherheitslücken aufweisen könnte:

Digitaler Impfpass: Welche Vorteile habe ich mit dem digitalen Impfpass?

Klar ist: Der digitale Impfpass soll helfen, bestehende Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufzuheben. Denkbar wären bei vollständiger Impfung neben Lockerungen beim Reisen auch Besuche von Bars, Restaurants oder kulturellen Veranstaltungen. Wie genau die Vorteile im Einzelfall aussehen, lässt sich aber nicht sagen, da sie von den Ländern individuell festgelegt werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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