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Erziehung: Bestrafung kann emotionaler Intelligenz von Kindern schaden

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Hilfe, mein Kind gehorcht nicht! Diese zehn SOS-Tipps von Erziehungsexperten helfen Eltern im Umgang mit dem eigenen Nachwuchs. 

München – Für Eltern kann es oft überwältigend sein, sich Tipps zur Kindererziehung zu holen. Von Büchern bis hin zu Blogartikeln und Websites: Bei so vielen Quellen ist es schwierig, den Überblick zu bewahren. Eltern sollten daher unbedingt darauf achten, dass die Erziehungsratschläge von vertrauenswürdigen Experten kommen, die am besten ausgebildete Pädagogen oder Psychologen sind. Denn selbsternannte Gurus wissen es oft nicht besser als Eltern selbst. Nachfolgend kommen zehn Expertentipps, die Eltern bei der Kindererziehung helfen.

1. Dialog statt Bestrafung

Junge sitzt traurig an eine Wand gelehnt
Statt zur Bestrafung rät eine Erziehungs-Expertin zum Dialog mit den Kindern – um die emotionale Intelligenz zu fördern. (Symbolbild) © Adalberto Rodriguez/IMAGO

Bestrafungen sind laut Erziehungsexpertin Bonnie Harris äußerst ineffektiv, um die emotionale Intelligenz von Kindern zu fördern: „Kinder lernen nicht durch Angst und Zwang.“ Viel wirksamer ist es demnach, wenn sich Eltern und Kinder zusammensetzen, um gemeinsam nach Lösungen für Probleme suchen. Ansonsten riskieren Eltern, dass der Nachwuchs ihr Verhalten kopiert und andere Kinder zu schikanieren beginnt.

2. Fehlverhalten richtig interpretieren

Kinder können Probleme und Bedürfnisse oft nur durch Unartigkeit ausdrücken. Leider verstehen Eltern das Verhalten ihrer Kinder meist falsch und widmen sich nicht dem eigentlichen Kern des Problems. Entwicklungspsychologin Dr. Nancy Buck rät, immer genau nachzuhaken, was wirklich hinter dem Fehlverhalten steckt.

3. Das Kind mit Respekt behandeln

Aggressionen sind im Umgang mit Kindern absolut fehl am Platz. Eltern sollten daher unbedingt darauf achten, dass sie ihrem Nachwuchs gegenüber nicht die Kontrolle verlieren. Alles andere könnte traumatische Konsequenzen für die Kinder nach sich ziehen oder diesen beibringen, Konflikte ebenfalls auf aggressive Weise zu handeln. Psychiaterin und Psychoanalystin Dr. Gail Saltz empfiehlt Eltern, eine Pause einzulegen und den Raum zu verlassen, wenn sie wütend werden.

4. Kinder dürfen sauer auf die Eltern sein

Auch wenn es nicht immer leicht ist: Eltern müssen manchmal streng mit dem Nachwuchs sein. Wie Paar- und Familientherapeutin Lori Freson erklärt, ist es in Ordnung, wenn das Kind wütend auf die Eltern ist, sobald ihm Grenzen aufgezeigt werden: „Die Alternative besteht darin, ein unerträgliches Kind zu haben.“

5. Disziplin verstehen lernen

Disziplin hat laut Erziehungs-Coach und Autor Tom Limbert nichts mit Drohungen oder Bestrafungen zu tun. Vielmehr können Eltern ihre Rolle als Lehrer sehen, der den Kindern manchmal Grenzen aufzeigen muss – zu ihrem eigenen Besten. Genau das kann dem Nachwuchs auf ruhige, aber nachdrückliche Weise erklärt werden: „Respekt ist ein Eingangstor zur Kooperation Ihres Kindes.“

6. Klare Anweisungen geben

Kinder hören oft nur das, was sie wollen – genau davor warnt Paar- und Familientherapeut David Johnson: „Wenn Sie ihrem Kind dieselbe Sache wiederholt sagen müssen, bevor es antwortet, trainieren Sie es dazu, Sie zu ignorieren.“

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7. Kinder müssen Folgen selbst spüren

Oft haben Eltern das Bedürfnis, ihre Kinder zu bestrafen, wenn diese ihren Anweisungen nicht folgen. Viel wirksamer ist es laut Persönlichkeitspsychologin Heidi Smith Luedtke aber, einfach den natürlichen Lauf der Dinge zuzulassen: „Wenn Ihr Kind den Mantel nicht anziehen will, lassen Sie zu, dass ihm kalt wird. Wenn es sein Zimmer nicht aufräumen will, lassen Sie zu, dass sein Spielzeug verloren geht.“

8. Beständig bleiben

Kinder sind Gewohnheitstiere – umso verwirrender ist es für sie, wenn Eltern in gleichen Situationen mal mehr oder weniger streng reagieren. Denn genau das kann laut Psychologin Dr. Susan Bartell negative Verhaltensmuster verstärken: „Denn Ihr Kind wird es weiter versuchen in der Hoffnung, dass es dieses Mal nicht in Schwierigkeiten gerät.“

9. Lob ist erlaubt

Auch wenn es manchmal schwer vorstellbar ist: Insgeheim wünschen sich Kinder nichts mehr, als ihren Eltern zu gefallen. „Nichts macht ein Kind glücklicher als der Stolz, den es verspürt, wenn es von seiner Mutter oder seinem Vater gelobt wird“, weiß Erziehungsexpertin und Autorin Dana Obleman. Deshalb sollten Eltern auch nicht zu spärlich mit Lob umgehen, wenn sich die Kinder gut benehmen.

10. Das große Ganze im Auge behalten

Eltern von Teenager haben es oft besonders hart. Psychologe Dr. Seth Meyers empfiehlt, sich nicht auf kleine Alltagsstreitigkeiten zu versteifen und stattdessen die kommenden Jahre im Auge zu behalten. Sobald das Kind das Elternhaus verlässt, kann es nämlich selbst darüber bestimmen, wie tief die Verbindung mit den Eltern sein soll.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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