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Erziehung: Sieben Schritte, wie Sie emotional intelligente Kinder großziehen

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EQ statt IQ: Immer mehr Eltern achten bei der Kindererziehung darauf, die emotionale Kompetenz ihres Nachwuchses zu unterstützen. Diese sieben Tipps helfen dabei.

Eine der wichtigsten Aufgaben von Eltern besteht darin, die Intelligenz ihrer Kinder zu fördern. Früher hieß das vor allem, dass der Nachwuchs gute Noten in der Schule schreiben sollte. Heute weiß man, dass emotionale Intelligenz (EQ) bei Kindern mindestens ebenso wichtig ist wie rein akademisches Wissen und Intelligenz.

Was bedeutet emotionale Intelligenz?

Eltern und Kinder beim gemeinsamen Spielen
Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz können die eigenen Gefühle verstehen, annehmen und kommunizieren. (Symbolbild) © IMAGO / Westend61

Unter emotionaler Intelligenz wird die Fähigkeit verstanden, die eigenen Gefühle verstehen und annehmen zu können, sowie sie nach außen zu kommunizieren. Statt in einen Tobsuchtsanfall zu verfallen, lernt das Kind also, was hinter seiner Wut steckt, und kann die Gefühle auf eine gesunde Weise ausdrücken.

Ein hoher EQ hat viele Vorteile für Kinder, die dadurch etwa leichter Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen können. Außerdem neigen emotionale intelligente Kinder dazu, besser in der Schule abzuschneiden und später erfolgreicher im Leben zu sein. Emotionale Kompetenz ist eng mit einem hohen Selbstwertgefühl und einer positiven Lebenseinstellung verbunden.

Die gute Nachricht ist, dass alle Kinder emotionale Intelligenz lernen können! Hier kommen sechs Tipps, wie Eltern den EQ ihres Nachwuchses unabhängig vom Alter fördern können.

1. Emotionen benennen

Ohne Unterstützung durch ihre Eltern wissen Kinder meist nicht, was genau sie eigentlich fühlen. Eltern können ihrem Nachwuchs helfen, indem sie die Emotion beim Namen nennen. Wenn das Kind beispielsweise wütend ist, weil es sein Spielzeug teilen muss, haken Sie mit folgender Frage nach: „Es scheint so, als ob du gerade sehr wütend bist. Stimmt das?“ Dabei helfen kann ein sogenanntes Gefühlsrad. Mit diesem Kommunikationswerkzeug können Kinder Emotionen und Gefühle kennenlernen sowie ausdrücken.

2. Mit gutem Beispiel voran gehen

Studien belegen, dass emotional intelligente Eltern größtenteils auch emotional intelligente Kinder großziehen. Kinder kopieren die Verhaltensmuster ihrer Eltern, weshalb letztere unbedingt an ihrer eigenen emotionalen Kompetenz arbeiten sollten, um ein gutes Vorbild zu sein. Im täglichen Umgang mit dem Nachwuchs hilft es, Gefühle offen auszudrücken, beispielsweise durch folgenden Satz: „Ich fühle mich glücklich, wenn unsere ganze Familie beim Abendessen zusammensitzt.“

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3. Einfühlungsvermögen zeigen

Kinder können oft dramatisch auf kleinste Unstimmigkeiten reagieren. Dann ist es wichtig, dass Eltern die Emotionen ihrer Kinder nicht herunterspielen – ansonsten lernen diese, ihre Gefühle zu unterdrücken. Besser ist es, wenn Eltern einfühlsam reagieren und auf ihren Nachwuchs eingehen. Auch eigene Gefühle können geteilt werden, beispielsweise indem Sie sagen: „Ich bin auch wütend, wenn ich nicht tun kann, was ich will. Manchmal ist es hart, weiterzuarbeiten, wenn ich nicht will.“

4. Bewältigungsmechanismen lehren

Die eigenen Gefühle zu verstehen ist eine Sache – damit umgehen zu können eine völlig andere. Für Kinder kann es sehr schwierig sein, mit starken Emotionen wie Wut oder Ängsten zurechtzukommen. Eltern können helfen, indem sie ihrem Nachwuchs beibringen, in solchen Situationen ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Das gelingt spielerisch dadurch, indem die Kinder einen unsichtbaren Luftballon aufblasen: Dabei nehmen sie ein paar tiefe Atemzüge durch die Nase, während das Ausatmen durch den Mund erfolgt. Der imaginäre Ballon wird während dieser Übung größer und größer.

5. Wohlfühlbox für mehr Achtsamkeit basteln

Eine kreative Idee, um mit Emotionen umzugehen, besteht darin, eine Wohlfühlbox für Kinder zusammenzustellten. Darin können alle Gegenstände aufbewahrt werden, die dem Kind dabei helfen, sich in schwierigen Situationen zu beruhigen. Ob ein Mandalabuch, der Lieblingsteddy, Murmeln oder ein schönes Puzzle – dieser Kit ist dazu da, um Kinder in stressigen Momenten zu besänftigen und mit beruhigenden Aktivitäten zu beschäftigen. Diese Achtsamkeitsbox kann zum Beispiel auch ein Gefühlsrad enthalten, damit sich das Kind seiner Emotionen bewusst wird.

6. Probleme gemeinsam lösen

Eine der nützlichsten Fähigkeiten von emotional intelligenten Menschen ist es, immer eine Lösung für Probleme finden zu können. Wenn sich Kinder über eine bestimmte Sache aufregen, hilft es, gemeinsam zu brainstormen: Welche Ideen könnten sie in die Tat umsetzen, um das Problem zu bewältigen? Eine Pro- und Kontraliste hilft dabei, sich für die beste Option zu entscheiden. Wichtig hierbei ist, dass Eltern eher die Rolle eines Coach einnehmen, anstatt die Probleme für ihre Kinder zu lösen. Auf diese Weise kann gezielt die Problemlösungskompetenz des Nachwuchses gefördert werden.

7. Fehler als Chance sehen

Eltern sollten niemals von Kindern erwarten, dass diese das Gelernte sofort in die Tat umsetzen. Geduld ist eine der wichtigsten Qualitäten in der Kindererziehung – auch, wenn es um die Vermittlung emotionaler Intelligenz geht. Wutanfälle oder sonstige Gefühlsausbrüche können im Nachhinein ruhig adressiert werden, wenn sich das Kind beruhigt hat. Im gemeinsamen Gespräch können Eltern und Kind herausfinden, wie der Nachwuchs in Zukunft angemessener reagieren könnte.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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