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Kindererziehung: Fünf Fehler, die Sie vielleicht auch schon gemacht haben

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Kinder sind für alle Eltern eine große Herausforderung. Trotzdem sollte man die Ruhe nicht verlieren und diese Erziehungsfehler vermeiden.

München – Im Leben eines jeden Elternteils kommt einmal der Moment, wenn das eigene Kind zur echten Herausforderung wird und man sich überfordert fühlt. Da kann es leicht passieren, dass man in eine der typischen Elternfallen tappt und Erziehungsmaßnahmen wie Ohrfeigen ergreift, die es im Zweifel nur noch schlimmer machen. Diese Erziehungsfehler sollte man trotz Stress, Druck und manchmal trotzköpfigem Nachwuchs aber unbedingt vermeiden. Versuchen Sie stattdessen diese Tipps.

Niemals Gewalt anwenden

Zur Kindererziehung gehört Vertrauen
Zur Kindererziehung gehört Vertrauen. (Symbolbild) © IMAGO / Westend61

Beim eigenen Kind keine Gewalt anzuwenden, scheint eigentlich klar zu sein. Und doch kommen viele Eltern in die Situation, in der sie ihr Kind vor Wut packen und vom Süßigkeiten-Regal im Supermarkt wegzerren müssen oder es bei einem Gefühlsausbruch ins Kinderzimmer sperren. Neben der körperlichen Gewalt ist die seelische Gewalt aber genauso ein Faktor. Der Vorsitzende der Bundeskonferenz der Erziehungsberatung (bke), Ulrich Gerth, erklärt zu diesem Thema: „Die schlimmste Erziehungssünde ist in meinen Augen Gewalt, und zwar nicht nur körperliche, sondern auch seelische.“

Sein Kind anzuschreien, ihm das Gefühl von Minderwertigkeit zu geben oder es sich anderweitig schlecht behandelt fühlen zu lassen, zählt ebenfalls zu emotionaler Gewalt. In solchen Situation ist es ratsam, erst einmal etwas Abstand voneinander zu bekommen. Wenn Sie sich aufregen, stachelt das Ihr Kind nur noch weiter an. Lassen Sie das Kind etwas toben, atmen Sie tief durch und gehen Sie dann gemeinsam auf Ursachen-Suche für den Konflikt. Generell gilt: Besser sprechen als schlagen.

Wenig Zutrauen und mangelndes Vertrauen

Fast so schlimm wie in der Kindererziehung Gewalt anzuwenden, ist das mangelnde Vertrauen ins eigene Kind. Wer seinem Nachwuchs ständig sagt, dass es irgendetwas nicht tun kann, weil es noch zu jung ist, oder weil etwas zu gefährlich, zu schwierig o.ä. ist, der bringt seinem Kind nicht bei, Schwierigkeiten zu erkennen, sondern vermeintliche Schwierigkeiten von vornherein zu meiden, weil es ihnen wohl nicht gewachsen ist. Wer sich nie ausprobieren kann, ist außerdem schnell gelangweilt und nölig, was wiederum den Eltern keinen Spaß machen wird.

Trauen Sie Ihrem Kind auch mal etwas zu und lassen Sie es selbst herausfinden, was es alles bewältigen kann. Das steigert das Selbstbewusstsein und schult das Kind, selbstständig zu sein und im Zweifel auch mal Mama oder Papa um Hilfe zu bitten.

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Vergleiche mit anderen Kindern

Genauso wenig, wie Sie Ihr Kind unterfordern sollten, sollten Sie es aber überfordern. Wenn Eltern zu viel von Ihren Kindern verlangen, kommt es oft dazu, dass sich der Nachwuchs unter Druck gesetzt fühlt und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verliert oder gar nicht erst aufbauen kann.

Wenig hilfreich sind dabei auch Vergleiche mit anderen Kindern wie zum Beispiel „Emily kann doch auch schon lesen“ oder „Tom hat aber schon das Seepferdchen gemacht“. Vertrauen Sie stattdessen darauf, dass Ihr Kind seinen ganz eigenen Weg gehen wird. Geben Sie Anreize und Ideen, aber lassen Sie den Nachwuchs selbst das Tempo seiner Entwicklung bestimmen. Jedes Kind ist anders.

Kommunikation ist das A und O

Die Kommunikation mit dem eigenen Kind sollte als Mutter das einfachste der Welt sein – ist sie aber nicht. Auch hier können Eltern viele Fehler machen, die vielleicht zunächst gar nicht als solche erkennbar sind. Wer zu viel, verschleiert oder einfach unklar auf sein Kind einredet, verwirrt es meist nur und ist dann frustriert, weil die Kommunikation keine Früchte trägt. Reden Sie mit Ihrem Kind deshalb verständlich auf Augenhöhe und machen Sie ihm klar, was Sie wollen.

Genauso sollten Sie in Situationen agieren, wenn Ihr Kind etwas falsch oder besonders toll gemacht. Ein „Das ist nicht in Ordnung, weil…“ trägt meist mehr Früchte als ein „Denk mal darüber nach, was du angestellt hast“. In positiven Situationen sollten Sie ebenso klar kommunizieren. Kinder brauchen Lob und Liebe. Sagen Sie ihm, wenn es etwas gut gemacht hat und zeigen Sie Interesse an seiner Begeisterung.

Inkonsequenz lässt Kinder das Vertrauen verlieren

Ein weiterer, aber ebenso verheerender Fehler, den viele Eltern machen: Sie finden nicht das richtige Maß an Konsequenz. Wer seinen Kindern keine klaren Grenzen setzt und diese auch durchführt, der vermittelt dem Nachwuchs den Eindruck, dass es sich mit genug Quengeln alles erlauben oder haben kann.

Stellen Sie Regeln auf, an die sich Ihr Kind halten muss, und machen Sie ihm die Folgen klar, wenn es gegen diese Regeln verstößt. Wenn fürs Jammern im Supermarkt Fernsehverbot angedroht wird, dann sollte der TV auch wirklich ausgeschaltet bleiben, damit das Kind ein Gefühl für Konsequenz bekommt.

Auf der anderen Seite müssen Eltern aber auch ab und an nachgeben können, damit das Kind versteht, dass es Vertrauen haben kann und auf Mama und Papa Verlass ist. Wenn der Nachwuchs zum Beispiel die Kartoffeln partout nicht aufessen möchte, weil er keinen Hunger mehr hat, sollten Sie ihn nicht bis in die Nacht am Esstisch sitzen lassen. Finden Sie das richtige Maß an Konsequenz und Verständnis.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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