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Fettarm, light, zuckerfrei: So tappen Sie der Industrie nicht in die Falle

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Von: Kristina Wagenlehner

Ob fettarm oder zuckerfrei – Light-Produkte enthalten weniger von dem, was dick macht. Damit abnehmen? Klappt nur, wenn Sie sich nicht täuschen lassen.

München – Das „Problem“ ist doch: Scheinbar alles, was gut schmeckt, ist ungesund: zu viel Fett, zu viel Zucker. Die Industrie entwickelt deshalb Light-Produkte, die weniger davon enthalten. Doch wirklich gesünder sind sie selten, vor allem, wenn Ungesundes mit Ungesundem ersetzt wird.

Fettarm, light, zuckerfrei: Halten Sie sich an die Nährwerttabelle

Wichtigster Tipp vorneweg: Lassen Sie sich am besten nicht von knalligen Werbeversprechen auf der Vorderseite des Produkts täuschen. Wichtig ist, was hinten oder an Seite in der Nährwerttabelle steht: Dort sehen Sie auf einen Blick, wie viel Zucker und Fett enthalten ist. Auch der Nutri-Score gibt einen Hinweis darauf, wie gesund ein Lebensmittel ist. Aber Achtung: Selbst Produkte mit einem guten B als Nutri-Score können viel Zucker enthalten. Deshalb: Die Nährwerttabelle ist die beste Informationsquelle, die Sie auf der Verpackung finden.

Fettarm, light, zuckerfrei: Fettarm ist nicht unbedingt besser

Vom „leichten“ Müsli bis zum Light-Käse. Die Kennzeichnung „light“ heißt lediglich, dass dreißig Prozent weniger Fett, Zucker oder Kalorien als im Originalprodukt enthalten sind. Trieft die Bratwurst vor Fett, bleibt auch die Light-Variante eine Fettbombe.

Fett ist Geschmacksträger. Da der Geschmack beim Light-Produkt aber nicht schlechter werden soll, werden aus Fett- schnell Chemiebomben mit ordentlich Geschmacksverstärker wie Glutamat. Fett ist aber nicht nur Geschmacksträger, sondern macht auch satt. Enthalten Sie Produkte weniger Fett, werden wir schneller wieder hungrig.

Dazu kommt: Fett wird oft mit Zucker ersetzt. Das macht das Produkt nicht gesünder, ist aber gut für die Industrie. Denn der „30 Prozent weniger Fett“-Hinweis auf der Verpackung ist ja nicht gelogen. Allerdings jagt Zucker den Insulin- und Zuckerspiegel nach oben, wodurch wir, wenn der Spiegel wieder fällt, in die Heißhungerspirale geraten können. Im Zweifel essen wir dadurch sogar mehr.

Fettarm, light, zuckerfrei: Beim Zucker wird getrickst

Besser am Zucker als am Fett sparen, empfiehlt Daniela Krehl, Ernährungsberaterin von der Verbraucherzentrale Bayern gegenüber dem Diabetes Ratgeber. Doch beim Zucker wird getrickst: „Ohne Zuckerzusatz“ heißt beispielsweise nicht, dass kein Zucker enthalten ist, sondern nur, dass kein Zucker oder andere zuckrige Zutaten zugesetzt wurden. Ein Müsliriegel mit vielen Trockenfrüchten „ohne Zuckerzusatz“ kann also eine Zuckerbombe mit viel natürlichem Fruchtzucker sein.

Bei der Angabe „Ohne Zusatz von Süßungsmitteln“ ist es dasselbe: Im Produkt befinden sich weder Süßstoffe noch Zuckeraustauschstoffe, trotzdem kann es viel Zucker enthalten. Denn Zucker hat viele Namen: zum Beispiele viele Stoffe, die mit -ose enden.

Fettarm, light, zuckerfrei: Nur so helfen die Produkte beim Abnehmen

Unter diesen Voraussetzungen können Light-Produkte beim Abnehmen helfen:

Es ist, was es ist: Süßigkeiten und Snacks bleiben Kalorienbomben, auch wenn sie etwas weniger Fett und dafür vielleicht sogar mehr Zucker enthalten. Der Zuckerzusatz kann zudem zu Heißhungerattacken führen. Wer 40 Tage auf Zucker verzichten oder sich sogar komplett zuckerfrei ernähren möchte, findet hier Tipps.*

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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