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Gebildete fahren häufiger mit dem Rad: Sind sie umweltbewusster?

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Von: Jennifer Köllen

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Deutsche mit Abitur fahren viel häufiger Fahrrad. Das liegt nicht nur an einem höheren Umweltbewusstsein – sondern auch an ihrem Ego.

Köln – Zwei Langzeitstudien haben ergeben: Vor allem höher Gebildete nutzen häufig das Fahrrad. Stadtbewohner mit Abitur waren im Jahr 2018 durchschnittlich 70 Minuten pro Woche mit dem Rad unterwegs – Stadtbewohner ohne Abitur dagegen nur 42 Minuten. Auf dem Land sei der Unterschied zwar nicht so groß gewesen, doch auch dort hätten Menschen mit höherem Bildungsgrad häufiger das Rad genommen, sagt der Leiter der Studien, Ansgar Hudde.

Gebildete fahren häufiger mit dem Rad: Sind sie umweltbewusster?

Der Soziologe von der Universität Köln hat zu dem Thema zwei Studien in Fachmagazinen veröffentlicht – eine bei „Sage Journals“, die andere bei „Science Direct“. Grundlage für seine Auswertungen sind repräsentative Daten aus dem deutschen Mobilitätspanel für die Jahre 1996 bis 2018 und aus der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ des Bundesverkehrsministeriums. In den Datensätzen werden alle Wege von mehr als 55.000 Befragten aufgeführt und die Verkehrsmittel, die sie dafür genutzt haben. Insgesamt geht es um etwa 800.000 Wegstrecken.

Cem Özdemir mit einem Fahrradheld vor dem Brandenburger Tor. (Symbolbild)
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir ist bekennender Fahrradfahrer – und das vorbildlich mit Helm. (Symbolbild) © David Weyand/Imago

Um zu überprüfen, ob der Zusammenhang zwischen Bildung und Fahrradfahren möglicherweise nur eine Scheinkorrelation sei, habe er in seine Analysen Hintergrundinformationen zu den Befragten mit eingeschlossen, erklärt Hudde. „Wer im Schichtdienst ist, fährt vielleicht nur deshalb seltener mit dem Fahrrad, weil das nachts zu ungemütlich ist. Aber auch wenn ich solche Faktoren wie zum Beispiel Weglänge, Alter, Einkommen und Wohnort statistisch berücksichtige, bleibt der Bildungsunterschied bestehen.“

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1996 seien die unterschiedlichen Bildungsgruppen bei der Fahrradnutzung noch nah beieinander gewesen, sagt Hudde. Doch seitdem hätten sich beide Gruppen auseinanderentwickelt. „Die Gruppe mit höherer Bildung hat ihre Fahrradzeit seit 1996 verdoppelt.“ Dabei spiele auch eine Rolle, dass mit dem Fahrrad mittlerweile eine klare Botschaft verbunden sei. Bei einem Blind Date etwa könne man allein dadurch viel über sich aussagen, dass man mit dem Fahrrad komme – und nicht im dicken SUV.

Gebildete fahren häufiger mit dem Rad: Weil ihr Ego kein großes Auto braucht?

Für Menschen mit niedrigerem Bildungsstatus sei ein Auto häufiger wichtig, um beruflichen Erfolg zu zeigen. Höher Gebildete laufen hingegen weniger Gefahr, als arm oder erfolglos wahrgenommen zu werden. „Wenn eine Professorin mit dem Fahrrad zur Uni kommt, denkt niemand ‚Oh, die kann sich wohl kein Auto leisten‘. Sondern man denkt: ‚Cool, die ist umweltbewusst‘.“

Ein anderes Beispiel sei Cem Özdemir (56, Die Grünen), der mit dem Fahrrad zu seiner Vereidigung als Minister zum Bundespräsidenten gefahren war. „Jeder weiß, dass der S-Klasse fahren könnte“, sagt Hudde. „Es geht ihm aber um die Botschaft. Und die wird verstanden.“ (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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