1. 24vita
  2. Verbraucher

Getreidebrei für Babys: Früher sollten Sie glutenhaltige Beikost nicht füttern

Erstellt:

Von: Laura Knops

Kommentare

Getreide wird gerne als Ergänzung im Baby-Brei verwendet. Doch ab wann sind Weizen, Roggen und Co. fürs Baby geeignet?

Berlin – Während die meisten Eltern zuerst Brei aus Gemüse wie Möhren, Pastinaken und Kartoffeln füttern, greifen andere schon früh zu Milch-Getreide-Kombinationen. Doch ab wann dürfen Babys Getreide in Form von Brei essen? Das fragen sich nicht nur Eltern, die durch eine Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit vorbelastet sind. Welche Getreidesorten in der Baby-Ernährung erlaubt sind und ab wann sie gefüttert werden dürfen, erfahren Sie hier.

Gluten für Babys: Glutenhaltige Beikost richtig füttern

Rund ein Prozent der Menschen in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten und erkranken an einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie. Das Eiweiß Gluten kommt in Getreidesorten wie Weizen oder Roggen vor und ist somit in den meisten Broten und Backwaren zu finden.

Wie bei anderen Krankheiten spielt die genetische Veranlagung auch bei einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie eine entscheidende Rolle. So erkranken Kinder, deren Eltern bereits von Zöliakie betroffen sind, rund zehnmal häufiger daran als Kinder ohne erbliche Vorbelastung. Ob sich das Zöliakie-Risiko durch eine bestimmte Ernährung verringern oder sogar ganz verhindern lässt, ist schwer zu sagen. Viele Eltern verzichten daher vorsichtshalber darauf, ihren Kindern glutenhaltiges Getreide über die Beikost zu füttern. Doch ist das überhaupt notwendig? Und ab wann eignet sich Getreide als Babybrei?

Ein Vater füttert sein Kind mit einem Löffel Beikost (Symbolbild).
Allergieprävention: Eine abwechslungsreichen Ernährung kann die Entwicklung von Allergien und Unverträglichkeiten nicht immer verhindern, aber zumindest verzögern (Symbolbild). © Westend61 / Imago

Gluten für Babys: So integrieren Sie Getreide in die Ernährung

Grundsätzlich gilt: Hat ein Kind die Veranlagung, eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie zu entwickeln, kann die Fütterung von glutenhaltigem Getreide die Entwicklung einer solchen Erkrankung in Gang setzten. Trotzdem spricht laut Experten des Dort­munder Forschungs­institut für Kinder­ernährung (FKE) nichts dagegen, einem gesunden Kind glutenhaliges Getreide anzubieten. Mit Einführung der Beikost zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat können Babys also bereits kleine Mengen glutenhaltiges Getreide wie Dinkel, Hafer oder Gerste essen. Zum Beispiel in Form von Brot oder Haferflocken zerkleinert im vegetarischen Mittagsbrei.

Ob es den „richtigen“ Zeitpunkt für die Einführung glutenhaltiger Beikost tatsächlich gibt, haben amerikanische Forscher in einer Meta-Analyse untersucht. Dazu werteten die Wissenschaftler 15 Studien mit rund 50.500 Teilnehmern aus. Die Ergebnisse legen nahe: Auch Kinder mit einem erblich bedingten hohen Erkrankungsrisiko können ab dem fünften Monat getreidehaltige Beikost löffeln. Babys, die dagegen erst mit Anfang des siebten Monats oder später den ersten Getreidebrei aßen, hatten ein um 25 Prozent höheres Risiko, an Zöliakie zu erkranken. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die die Einführung von Gluten nach dem vierten und vor dem siebten Lebensmonat empfiehlt.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Gluten für Babys: Diese Getreidesorten sind geeignet

Schon mit Beginn der Beikostfütterung sollten Babys also glutenhaltige Getreide auf dem Löffel haben. Doch nicht nur der Zeitpunkt, zu dem Gluten in die Ernährung eingeführt wird, auch die Menge an Gluten spielt möglicherweise eine Rolle. So gibt es Hinweise darauf, dass eine Begrenzung der Gluten-Menge den Ausbruch der Krankheit bei Kindern mit Zöliakie-Risiko verzögern kann. Experten raten daher dazu, Gluten zunächst in kleinen Mengen zu geben und diese dann schrittweise zu steigern. Das kann zum Beispiel eine kleine Nudel sein oder ein halber Teelöffel Haferflocken.

Ob Hafer, Hirse oder Reis – mit welchem Brei Eltern ihren Nachwuchs an das Getreide gewöhnen, ist erst mal Geschmacksache. Gerade zu Beginn eignen sich jedoch klassische Instantbreie, die mit warmer oder kalter Milch angerührt werden. Diese sind nicht nur sehr gesund, sondern auch leicht verdaulich.

Diese Getreidesorten gehören zu den beliebtesten:

Damit das kindliche Verdauungssystem von den neuen Lebensmitteln nicht überfordert wird, sollten Eltern das Getreide als leicht verdaulichem Getreidepulver oder als Flocken in den Brei mischen. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare