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Grippewelle: Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Corona verhindern auch Grippesaison

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Von: Christine Pander

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Auf einer grauen Straße sind die Worte Maskenpflicht: Bitte Maske tragen aufgesprayt (Symbolfoto)
Die Hygienemaßnahmen haben auch die Grippesaison verhindert (Symbolfoto) © Sascha Steinach/imago-images

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts geht die seit 1992 schwächste Grippesaison in Deutschland zu Ende. Grund für das Ausbleiben der Grippewelle sind die Corona-Hygienemaßnahmen und ein gestiegenes Interesse an der Grippeimpfung.

Berlin – Fast keine Grippe weit und breit: Nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut (RKI) sind die Kriterien für den Beginn einer Grippewelle nicht erfüllt worden. Damit fällt den Angaben des RKIs zufolge die Grippesaison zum ersten Mal seit Beginn der Grippeüberwachung durch die 1992 gegründete Arbeitsgemeinschaft aus. Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel seien von der Welle verschont geblieben, heißt es in dem Bericht. „Es hat in dieser Saison keine Grippewelle gegeben“, zitiert das ZDF eine Sprecherin des RKI.

Grippewelle: Niedrigste Infektionszahlen seit 1992

In der aktuellen Grippe-Saison wurden nur 624 Fälle im Labor bestätigt. Das ist die niedrigste Zahl seit Jahrzehnten in Deutschland. In ihrem Bericht schreibt die AGI, im Vorjahr um diese Zeit seien mehr als 184.000 labordiagnostisch bestätigte Infektionen gemeldet worden. Gezählt wurden dem Bericht zufolge bisher für diese Saison insgesamt 13 laborbestätigte Todesfälle in eindeutigem Zusammenhang mit der Grippe. In den Jahren zuvor waren es meist je einige Hundert, in der besonders schweren Welle aus dem Jahreswechsel 2017/18 sogar knapp 1 700.

Nach RKI-Schätzungen liegen die tatsächlichen Zahlen aber deutlich höher: Für 2017/18 zum Beispiel wurde angenommen, dass 25.000 Menschen starben. Normalerweise variiert die Schwere der Grippewelle von Jahr zu Jahr. Als Begründung für das Ausbleiben der Infektionswelle geben die RKI- Experten im Gespräch mit dem Spiegel nun die geltenden Corona-Maßnahmen mit:

sowie Empfehlungen zum Lüften von Räumen, Homeoffice-Regelungen und zeitweisen Schulschließungen an.

Grippewelle: Grippeschutznachfrage seit Corona gestiegen

Da diese Maßnahmen laut RKI „mehr oder weniger in allen Ländern weltweit gegen die Corona-Pandemie genutzt wurden“, hätten Grippeviren weltweit und auch schon im Sommer 2020 auf der Südhalbkugel kaum noch messbar zirkuliert.*

Nicht unerheblichen Einfluss hat die Corona-Pandemie in ihrer ersten und zweiten Welle den Angaben zufolge auch auf die Impfnachfrage genommen: Das Interesse an der Grippe-Schutzimpfung sei deutlich größer als in der Zeit vor der Pandemie gewesen. Von März bis Dezember 2020 sind nach Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) rund 3,5 Millionen mehr Grippe-Impfungen vorgenommen worden als noch im Jahr 2019. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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