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Enthaarungscreme: Warum Sie sie besser nicht benutzen sollten

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine junge Frau fährt mit ihren Händen über ihre angewinkelten Beine (Symbolbild)
Enthaarungscreme soll die Haut ohne Rasur von Härchen befreien. Ganz unbedenklich sind ihre Wirkstoffe allerdings nicht (Symbolbild) © AFLO/Imago

Enthaarungscreme soll die Haut ohne Rasur von Härchen befreien. „Schonender“ ist diese Methode aber nicht. Denn die enthaltenen Substanzen können die Haut reizen.

Berlin – Zugegeben, im ersten Moment klingt es wirklich verführerisch: Die Haut mit Enthaarungscreme einschmieren, einwirken lassen, abwaschen und fertig. Und das ganz ohne Schmerzen und Schnittwunden. Wirklich empfehlenswert ist das Kosmetikprodukt aber nicht. Denn für den schnellen Glätte-Effekt braucht es bestimmte Chemikalien, die alles andere als gesund sind.

Enthaarungscreme: Wie funktioniert sie?

Enthaarungscreme soll für glatte Körperregionen sorgen – und das ganz ohne Rasieren, Reißen oder Ziepen.* Dazu enthält sie Wirkstoffe wie Thioglykolsäure und Natriumhydroxid. Sie lassen die Hautporen aufquellen und lösen die Keratinstruktur der Haare auf, wodurch diese brüchig werden und sich leicht wegschaben oder abwaschen lassen. Den unangenehmen Geruch der Thiolglykolsäure überdecken die Hersteller dabei in der Regel mit künstlichen Duftstoffen. Die ätzende Wirkung der Chemikalien sollen Substanzen wie pflegende Öle abmildern. Viele Verbraucher greifen vor allem wegen der leichten Anwendung zu Enthaarungscremes: Denn sie brauchen dazu weder Rasierer, noch ist der Einsatz schmerzhaft, wie bei einem Epilierer. Auch wachsen die Haare häufig deutlich „weicher“ nach, als nach der Rasur. Doch nicht jeder Hauttyp verträgt das Kosmetikprodukt auch.

Enthaarungscreme: Hautreizungen und Kontaktallergien sind möglich

Um ihre Wirkung zu entfalten, dringen die Wirkstoffe der Enthaarungscreme in die oberste Hautschicht ein und lassen die Haut leicht aufquellen. Dabei entsteht der Eindruck einer glatten und geschmeidigen Haut. Das Problem: Bei empfindlicher oder vorgeschädigter Haut oder zu langer Einwirkzeit kann es zu Hautirritationen und – bei entsprechender Veranlagung und wiederholter Nutzung – sogar zu Kontaktallergien mit Symptomen wie Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Quaddeln kommen.

Laut Kosmetikverordnung dürfen die Cremes deshalb maximal fünf Prozent Thioglykolsäure enthalten. Auch warnt das Bundesamt für Risikobewertung vor einer großflächigen Anwendung, für die die Creme „nicht vorgehesen“ sei. Wie diese bei einer Enthaarung der Beine vermieden werden soll, ist allerdings fraglich. Ebenfalls kritisch: Bei der Enthaarung gelangen die chemischen Stoffe ins Abwasser, wo sie eine Belastung für die Umwelt darstellen.

Enthaarungscreme: Diese Tipps sollten Sie beachten

Wer trotzdem nicht auf Enthaarungscreme verzichten möchte, sollte seinem Körper zuliebe bei der Anwendung einiges beachten:

Enthaarungscreme: Auf Alternativen setzen

Wer eine empfindliche Haut hat und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte besser auf andere Methoden der Haarentfernung zurückgreifen. Je nach Schmerzempfindlichkeit, Zeit und Geld eignen sich dazu die klassische Rausur, Waxing, Sugaring oder auch Epilieren. Auch eine dauerhafte Haarentfernung mittels Lasergerät oder die IPL-Methode (lichtbasierte Haarentfernung) sind eine Möglichkeit. Wer zu Allergien oder Neurodermitis neigt, sollte mit seinem Allergologen oder Dermatologen sprechen, welche Haarentfernungsmethode am besten geeignet ist.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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