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Bester Grund für ein Haustier: Katzen und Hunde machen uns gesund und glücklich

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Von: Jennifer Köllen

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Seit Corona holen sich immer mehr Deutsche ein Haustier. Wissenschaftler wissen: Das macht uns gesund und glücklich. Doch einen Punkt sollte man unbedingt beachten.

Stuttgart – Auch, wenn das etwas zynisch klingt: Die Zeit während der Corona-Pandemie war und ist für viele Menschen offenbar ein guter Zeitpunkt, sich ein Haustier anzuschaffen. Die Annahme: Die Katze gewöhnt sich leichter im neuen Zuhause ein, wenn der Besitzer zuhause im Homeoffice ist. Und der Hund wird schneller stubenrein.

Dass die Deutschen sich derzeit (zu) viele Tiere ins Haus holen, zeigen neue Zahlen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF). Demnach haben im Corona-Jahr 2020 über eine Million mehr Tiere in deutschen Haushalten gelebt als noch im Jahr davor, schreibt die Tierrechtsorganisation PETA auf ihrer Website. (Warum das ein Problem ist, lesen Sie weiter unten in diesem Artikel).

Insgesamt lebten 2020 über 39 Millionen Tiere in deutschen Haushalten. Damit ist in jedem zweiten Haushalt mindestens ein tierischer Mitbewohner zuhause. Und das besonders häufig bei Familien mit Kindern. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es deutlich mehr Katzen und Hunde – genau 1,6 Millionen. Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen werden ebenfalls mehr geholt, auch Fische und Tiere in Terrarien. Nur die Zahl der Vögel ist in deutschen Wohnungen gesunken.

Allein zu Haus: So klappt die Urlaubsvertretung für die Katze
In jedem zweiten Haushalt wohnt mindestens ein tierischer Mitbewohner. (Symbolbild) © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Haustiere: Mit Hunden oder Katzen kuscheln macht uns glücklich

Obwohl viele Haustiere haaren, Möbel zerkratzen und auch mal stinken, lieben ihre Besitzer sie über alles. Dafür gibt eine ganze Menge Gründe. Wissenschaftler wissen: Hunde, Katzen und Schildkröten heben unsere Stimmung.

Dafür genügt es schon, dass die Tiere einfach nur im Raum sind. „Die Präsenz von Tieren beruhigt und gibt einem das Gefühl, dass die Umgebung ­­sicher ist“, sagt die Psychologin Andrea Beetz zum Stern. Beetz lehrt an der privaten Fachhochschule IUBH in Erfurt und forscht seit über 20 Jahren über Mensch-Tier-Beziehungen. „Außerdem verbessert sich durch die Tiere die verbale und nonverbale Kommunikation der Anwesenden.“ Das hieße nicht, dass eine Katze im Haus die Ehe retten könne. Aber Streitgespräche könnten etwas weniger aggressiv verlaufen, wenn ein Tier anwesend sei.

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Noch stärker sei der Wohlfühl-Effekt, wenn man die Tiere berühren darf. „Dann sinken Blutdruck und Herzfrequenz, die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wird gedrosselt und die Produktion von Oxytocin hochgefahren“, sagt Beetz. Wer ein Tier streichle – egal ob Hund, Katze oder Maus –, entspanne sich.

Ein Hund geht im Wald spazieren (Symbolbild)
Ein Hund tut uns gut. (Symbolbild) © Jamie Street/Unsplash

Haustiere: Sie sind auch gut für unsere Gesundheit

Hunde und Katzen machen uns gesund und glücklich: Und wir sie auch nach Corona?

Das klingt für Sie alles toll, weil Sie sich eh schon lange ein Haustier holen möchten? Bitte überlegen Sie es sich gut. Was viele unterschätzen: Ein Tier kostet Geld. Mindestens 1.000 Euro gibt ein Hundebesitzer pro Jahr für sein Tier aus. Und: Ein Tier ist kein Projekt für eine kurze Zeit, sondern ein Lebewesen mit Gefühlen, das an seinem Halter hängt. Und sein ganzes Leben bei diesem verbringen möchte. Wer ein Tier hat, muss sich zuverlässig und gut darum kümmern können – über viele Jahre. Dass sich so viele Menschen derzeit ein Haustier holen, findet PETA sehr besorgniserregend. „Was geschieht mit den Katzen, Hunden, Kaninchen und Meerschweinchen, wenn ihre Halter wieder zur Arbeit gehen müssen*? Was, wenn der Hund nicht mit ins Büro darf?“, zeigen sich Mitarbeiter besorgt. Und fordern: „Holen Sie sich, wenn überhaupt, möglichst ein Tier aus dem Tierheim.“

Experten befürchten, dass viele Menschen sich nicht mehr ausreichend um ihre Tiere kümmern können oder wollen, sobald wieder Normalität eingekehrt ist. „Vielen Tieren droht nach Corona die Abschiebung in die eh schon übervollen Tierheime oder auf die Straße.“ Denn dann sind Reisen und Freizeitaktivitäten wieder möglich.

PETA sendet auf seiner Website einen Appell: „Bitte überlegen Sie es sich sehr gut, ob Sie in der jetzigen Ausnahmesituation einen tierischen Mitbewohner aufnehmen wollen. Bedenken Sie, wie viel Zeit, Geld und Aufmerksamkeit eine Katze, ein Hund oder ein Kaninchen auch nach Corona kostet. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Ihr neuer Mitbewohner Sie für eine lange Zeit begleiten und auf Sie angewiesen sein wird. Sollten Sie ein Tier bei sich aufnehmen wollen, wenden Sie sich bitte an ein Tierheim. Dort warten jährlich 350.000 Tiere auf ein neues und liebevolles Zuhause.“*merkur ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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