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Hautpflege und Sonnenschutz: Stiftung Warentest untersucht Tages­cremes mit UV-Schutz

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Von: Jasmina Deshmeh

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Eine blonde Frau mit zurückgebundenen Haaren trägt Creme auf ihre Wange auf und lacht dabei in die Kamera (Symbolbild)
Tages­creme mit Lichtschutzfaktor soll die Gesichts­haut mit Feuchtig­keit versorgen und vor schädigendem Sonnenlicht schützen (Symbolbild) © Westend61/imago-images

Tagescreme mit UV-Schutz soll der Haut neben Feuchtigkeit auch Sonnenschutz spenden. Einige Produkte halten trotz stolzem Preis aber nicht, was sie versprechen, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt.

Berlin – Tages­cremes mit UV-Schutz soll die empfindliche Gesichtshaut pflegen und gleichzeitig vor schädlichem Sonnenlicht schützen. Die Stiftung Warentest hat elf Produkte genauer unter die Lupe genommen, darunter sowohl teure Markenprodukte als auch günstige Kosmetik aus der Drogerie. Das Ergebnis ist überraschend und zeigt: gute Pflege plus zuverlässigen UV-Schutz bekommen Verbraucher schon für wenig Geld. Eher enttäuschend sind dagegen die teure Markenprodukte.

Pflege und Sonnenschutz: So haben die Warentester getestet

Für die Untersuchung haben die Verbraucherschützer 11 Tages­cremes mit deklariertem Sonnen­schutz­faktor gekauft. Den Einfluss der Cremes auf den Feuchtigkeitsgehalt der Haut prüften die Tester am Unterarm von 20 Probanden, die die Cremes zwei Wochen lang täglich anwendeten. Außerdem sollten die Testpersonen die anonymisierten Produkte zwei Tage lang im Gesicht auftragen und Konsistenz, Einziehen der Cremes sowie Trockenheit, Glätte und Geschmeidig­keit der Haut bewerten. Jede Test­person nutzte dabei nacheinander alle Testprodukte.

Den Sonnen­schutz­faktor (UVB und UVA) prüften die Tester mit der sogenannten HDRS-Methode, bei der ein In-vitro-Test mit einer In-vivo-Prüfung auf der Haut von freiwilligen Probanden durchgeführt wird, ohne dass UV-Strahlen diese belasten. Zudem wurde der UV-Schutz mithilfe von durch­sichtigen Kunst­stoff­plätt­chen untersucht und ermittelt, wie viel UV-Strahlung sie durchlassen. Aus den Ergeb­nissen beider Verfahren berechneten die Tester den Sonnen­schutz­faktor und UVA-Schutz. Dieser soll laut EU-Kommis­sion mindestens ein Drittel des angegebenen Sonnen­schutz­faktors betragen. (Stiftung Warentest prüft Luftreiniger: Schützen sie vor Corona, Feinstaub und Pollen?)

Pflege und Sonnenschutz: Fünf Tagescremes bekommen Abzug beim UV-Schutz

Die Testprodukte werben mit Sonnen­schutz­faktoren (SPF) von 15 bis 30 und sollen die empfindliche Gesichtshaut vor ultravioletter Strahlung schützen, die zu Sonnenbrand und frühzeitiger Hautalterung führen kann. Außerdem können sowohl UVB- als auch UVA-Strahlen Hautkrebs auslösen.

Das Ergebnis war teilweise enttäuschend: Gleich fünf Tagescremes halten ihr Hautschutz-Versprechen nicht. Dafür gab es die Note „Mangelhaft“, wie auch Merkur.de berichtet.* Unter ihnen auch Luxus-Cremes mit einem Preis von bis zu 100 Euro pro Milliliter. Überzeugen konnten dagegen die Testsieger, zwei günstige Drogerie-Produkte mit einem Preis von 3,90 bzw. 8 Euro pro 100 Milliliter. (Stiftung Warentest: Das müssen Nutzer von Mundwasser und Mundspüllösungen beachten)

Pflege und Sonnenschutz: Abzug wegen Mogelpackung und zu wenig Feuchtigkeit

Zwei der Tagescremes bieten zwar einen guten UV-Schutz, bekommen aber trotzdem Punktabzug – die eine für eine Mogelpackung, denn die Creme enthält weniger Produkt, als die Außenverpackung vermuten lässt, die andere, weil sie die Haut nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt. Neben vier „guten“ Tagescremes schneiden zwei mit „befriedigend“ ab, fünf fallen mit „mangelhaft“ im Test durch.

Bewertungen der Stiftung Warentest für die getesteten Tagescremes:

Pflege und Sonnenschutz: Problematische UV-Filter?

So wichtig ein ausreichender Sonnenschutz für die Haut ist, die dabei eingesetzten UV-Filter haben auch ihre Schattenseiten: So enthalten acht der elf getesteten Tagescremes die UV-Filter Octocrylen oder Homosalat, deren Wirkung auf Mensch und Umwelt in der Kritik stehen. Denn diese UV-Filter geraten beim Auftragen auf die Haut auch in den Körper, wo sie im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) geht diesem Verdacht derzeit auf den Grund.

Vorläufige Stellungnahmen des SCCS und des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stufen die zugelassenen Höchstmengen derzeit als unbedenklich ein. Wer den UV-Filter trotzdem lieber aus dem Weg gehen möchte, sollte auf die günstige Tagescreme von Balea zurückgreifen. (Öko-Test untersucht Gesichtscreme: Schlechtes Testurteil für bekannte Marken) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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