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Histaminintoleranz: Fünf Tests sind laut Experten sinnvoll

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Von: Laura Knops

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Eine Histaminunverträglichkeit kann zu vielfältigen Symptomen führen. Entsprechende Labortests bleiben jedoch häufig ohne Befund.

München – Treten nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel immer wieder Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm- oder Hautprobleme auf, kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken. Während sich Intoleranzen gegen Laktose oder Fruktose allerdings durch spezielle Tests nachweisen lassen, ist die Diagnose bei einer Histaminintoleranz meist schwierig. Oft sind die Symptome unspezifisch und Untersuchungen ergeben kein klares Krankheitsbild. Bisher gibt es zudem keine aussagekräftigen Labortests zur eindeutigen Diagnose der Histaminunverträglichkeit. In der aktuell überarbeiteten Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin haben Experten nun die diagnostischen und therapeutischen Ansätze überarbeitet. Doch welche Tests gibt es überhaupt und welchen Beitrag leisten diese zur Diagnose einer Histaminintoleranz?

Histaminintoleranz: Diese Tests sind laut Experten sinnvoll

Immer mehr Menschen scheinen unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln zu leiden. Doch unerwünschte Reaktionen auf Histamin werden deutlich häufiger wahrgenommen, als sie tatsächlich nachweisbar sind. Aus Angst vor Reaktionen und der Ungewissheit über das Vorhandensein von Histamin schränken sich die Betroffenen zudem oft enorm ein. Das Problem: Zuverlässige Labortests sind bei einer Histaminintoleranz nicht vorhanden.

Eine Frau hat starke Bauschmerzen (Symbolbild).
Bauchschmerzen und Hautrötungen sind typische Symptome bei einer Histaminunverträglichkeit (Symbolbild). © Panthermedia / Imago

Histaminintoleranz: Ursache nicht vollständig geklärt

Histamin gehört zu den biogenen Aminen. Diese Botenstoffe regulieren wichtige Funktionen wie die Darmbewegung und den Schlaf-wach-Rhythmus. Normalerweise sorgt das Enzym Diaminoxidase (DAO) dafür, dass der Botenstoff in nicht zu hohen Mengen im Körper vorhanden ist. Bei Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit ist die Funktion des Enzyms allerdings gestört.

Während für den Organismus normalerweise auch größere Mengen Histamin kein Problem sind, kann der Körper bei einer Histaminintoleranz das über die Nahrung aufgenommene Histamin kaum oder gar nicht abbauen. Die Haut wird rot und juckt, und nach dem Verzehr von Rotwein und Käse setzen plötzlich Unwohlsein und Übelkeit ein. Fermentierte und lange gereifte Nahrungsmittel, aber auch einige alkoholische Getränke enthalten den Stoff Histamin, welcher bei empfindlichen Menschen zu allergischen Beschwerden führen kann.

Histaminintoleranz: Darum ist die Diagnose meist schwierig

Die Diagnostik bei einer Histaminunverträglichkeit wird vor allem dadurch erschwert, dass der Körper Histamin nicht nur über die Nahrung aufnimmt. Da Histamin auch ein körpereigener Botenstoff ist - also auch vom Körper selber gebildet wird – ist er an verschiedenen Vorgängen beteiligt. Die Folge: Die Symptome treten an unterschiedlichen Organen auf – nur selten ist zudem klar, ob die Beschwerden durch das Histamin in der Nahrung oder durch das körpereigene Histamin hervorgerufen werden.

Eine Unverträglichkeit von Histamin im Essen ist daher nur schwierig festzustellen. Denn obwohl es verschiedene Verfahren gibt, die zur Diagnose einer Histaminintoleranz beitragen können, sind die Zusammenhänge nur schwer nachzuweisen. Bestimmte Untersuchungen können den Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit allerdings erhärten. Dabei gilt es zunächst Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome hervorrufen können.

Histaminintoleranz: Ernährungstagebuch hilft bei der Diagnose

Neben einem Bluttest stehen Betroffenen auch Untersuchungen des Stuhls, Darms oder des Urins zur Auswahl. Folgende Verfahren werden bisher bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber Histamin, das mit der Nahrung aufgenommen wird, angewendet:

Diese Verfahren sind allerdings nicht besonders aussagekräftig und eine klare Diagnose kann meist nur durch Mithilfe der Betroffenen erfolgen. So kann ein Ernährungstagebuch dabei helfen, herauszufinden, welche Lebensmittel Symptome hervorrufen und welche nicht.

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Histamintoleranz: Dreistufige Ernährungsumstellung bei Verdacht

Kann der Arzt andere Krankheiten ausschließen, erfolgt meist eine dreistufige Ernährungsumstellung von sechs bis acht Wochen. Das Ziel der Ernährungsstrategie ist, den Darm zu beruhigen und die individuellen Auslöser ausfindig zu machen. Die Umstellung erfolgt laut der Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin in drei Schritten:

Betroffene schränken ihren Speiseplan meist immer weiter ein, um die Beschwerden zu umgehen. Eine fachkundige Ernährungsberatung kann allerdings verhindern, dass Patienten unnötige Diäten einhalten und bestimmte Lebensmittel von ihrem Speiseplan streichen. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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