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Selbsttest und Corona-Pandemie: Wie sinnvoll sind die Schnelltests für zu Hause?

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Von: Laura Knops

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Bislang darf nur medizinisches Fachpersonal einen Corona-Test durchführen. Das könnte sich in den nächsten Wochen allerdings ändern. Schon bald sollen sich Bürger auch zu Hause mit speziellen Selbsttests testen können.

Berlin – In Deutschland soll es bereits in den nächsten Wochen Corona-Schnelltests für zu Hause geben. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn nun mit. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, sei laut dem Bundesgesundheitsministerium eine entsprechende Änderung der „Medizinprodukte-Abgabeverordnung“ in Planung, die es auch Menschen ohne medizinische Ausbildung ermöglicht, Tests in der Apotheke zu kaufen.

Bislang ist es Ärzten, medizinischen Fachkräften, Apothekern und Pflegeeinrichtungen vorbehalten, Antigen-Schnelltests durchzuführen. Ein leichterer Zugang zu Corona-Tests könnte so in Zukunft maßgeblich bei der der Bekämpfung der Pandemie helfen.

Corona-Schnelltest: Wie sinnvoll sind Selbsttests für zu Hause?

Laut dem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums soll für Antigentests zur Eigenanwendung die Abgabebeschränkung aufgehoben werden. Damit ist es auch für Laien künftig möglich, einen Antigentest in der Apotheke zu kaufen und zu Hause durchzuführen.

Bei den geplanten Schnelltests soll es sich um neue und vor allem einfachere Verfahren handeln. So müssten die Tests für zu Hause nicht nur leicht zu handhaben, sondern auch zertifiziert und aussagekräftig genug sein. „Wir sprechen ausdrücklich von Selbsttests, die einfacher zu handhaben sind“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Auch Laien sollten die Selbsttests für zu Hause ohne Probleme anwenden können. Zudem müsse die Gefahr falscher Ergebnisse besonders gering sein.

Corona-Schnelltest: Was ist neu an den Selbsttests?

Bisher sind die Corona-Selbsttests für zu Hause allerdings noch nicht verfügbar. Laut dem Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie, Martin Walger, könne dies auch noch ein paar Wochen dauern. Wann genau die Selbsttests für zu Hause erhältlich sind, ist daher bisher noch unklar.

Auch welche Testvarianten infrage kommen, steht noch nicht fest. So sei sowohl ein Abstrich in der Nase als auch ein Gurgel- oder Spucktest möglich*. Bei diesen Varianten sei laut Thomas Preis, Verbandschef des Apothekerverbands Nordrhein „das Handling einfacher als bei Rachenabstrichen per Wattestäbchen.“ Der Experte ist zudem zuversichtlich, dass es die Tests bereits ab Ende Januar für rund 15 Euro in Apotheken zu kaufen gibt.

Corona-Selbsttest: Wie sicher sind Schnelltests?

Während die einen in den Schnelltests für zu Hause eine große Hilfe in der Bekämpfung Corona-Virus sehen, warnen einige Fachleute allerdings vor den Tests. So sieht der Virologe Helmut Fickenscher die Einführung der Tests für zu Hause als kritisch. Sorge bereitet ihm vor allem, dass die Antigen-Schnelltests nicht so genau sind wie ein PCR-Test.

„Die Schnelltests haben eine geringe Empfindlichkeit und noch dazu eine recht subobtimale Spezifität, können also auch falsch positiv und falsch negativ sein. Es kann leicht passieren, dass das Ergebnis gar nicht aussagekräftig ist“, sagte Helmut Fickenscher gegenüber dem NDR Schleswig-Holstein. Es bestehe die Gefahr, dass vermeintlich negativ getestete Menschen die Abstands- und Hygieneregeln nicht mehr ernst nehmen. Zudem weist er daraufhin, dass ein positives Ergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden sollte.

Nach zwei Fällen von schweren allergischen Reaktionen auf den Corona-Impfstoff der Firmen BioNTech und Pfizer haben Experten aus Deutschland eine Einschätzung abgegeben.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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