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Laufen und Corona: Kann man sich beim Spaziergang bei Joggern anstecken?

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Von: Christine Pander

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2 Jogger laufen dicht an zwei Spaziergängern vorbei
Abstand einhalten ist auch im Freien nicht immer einfach (Symbolfoto) © Chris Emil Janßen/imago images

Bei schönem Wetter zieht es alle nach draußen: Sportler und auch Spaziergänger. Manchmal wird es dann auf schmalen Pfaden eng. Kann man sich womöglich bei vorbeischwitzenden Läufern mit dem Corona-Virus infizieren?

München – Neben dem Tragen von Atemschutzmasken, dem Impfen und gewissenhafter Handhygiene zählt Abstand halten zu den derzeit wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Doch auch im Freien ist es oftmals schwierig, die empfohlene Distanz zu anderen zu wahren.

Da drängt sich nicht zu unrecht die Frage auf, ob sich Passanten beispielsweise bei vorbeischnaufenden Joggern, die das Virus womöglich unentdeckt in sich tragen, anstecken könnten.

Jogger und Corona: Ansteckung von Passanten theoretisch möglich

Die Sorge scheint ja zumindest nicht ganz unbegründet: Schließlich gibt es in Großstädten wie Düsseldorf und Hamburg zu bestimmten Jogging-Stoßzeiten und auf dafür prädestinierten Plätzen für Jogger eine Maskenpflicht. Experten zufolge ergibt es auch durchaus Sinn, dass die Sportler zum Schutz anderer, wenn sie nicht gerade einsam durch den Wald laufen, eine Maske tragen.

Anlass für derlei Überlegungen geben wieder die sogenannten Aerosole, die inzwischen als Hauptübertragungsweg des Coronavirus gelten.* Die feinen Wasserpartikel in der Atemluft spielen auch beim Joggen eine Rolle: Denn gerade von Sportlern werden Aerosole in einem weiteren Umkreis verteilt, da Läufer eine größere Menge an Luft ein- und ausatmen und sich außerdem dabei bewegen.

Jogger und Corona: Nebeneinander ist die Gefahr einer Ansteckung geringer

Je höher die Geschwindigkeit des Joggers ist, desto größer sollte daher der Abstand sicherheitshalber zu den Sportlern sein. Das gilt Experten zufolge vor allem, wenn man sich als Passant hinter ihnen befindet. Nebeneinander scheint die Gefahr eines Kontaktes mit Aerosolen deutlich kleiner, das zumindest sind die Ergebnisse einer Studie der Universität Einhoven und Leuven in den Niederlanden. 

So sollten Sie sich verhalten, wenn Ihnen ein Jogger ohne Maske zu Nahe kommt:

Jogger atmen naturgemäß stärker ein und aus und könnten sich oder andere Menschen unter Umständen gefährden. Experten betonen dennoch, dass eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist, sich bei Joggern anzustecken, wenn ausreichend Abstand gehalten wird. Das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt dazu: „Durch das Einhalten eines Abstands von mindestens anderthalb Metern kann die Exposition gegenüber Tröpfchen sowie in gewissem Umfang auch Aerosolen verringert werden.“

Den Experten zufolge ist es also theoretisch ein Problem, dass man sich an vorbeikeuchenden Joggern mit dem Corona-Virus ansteckt. Sehr wahrscheinlich sei es aber nicht, dass man über die Menge der Atemluft so viel Virusmaterial aufnimmt, um sich zu infizieren. „Übertragungen von SARS-CoV-2 im Freien über Distanzen von mehr als 1,5 Meter und bei Vermeidung von größeren Menschenansammlungen sind bisher nicht beschrieben“, heißt es beim RKI.

Jogger und Corona: Besser durch die Nase als durch den Mund atmen

Fakt ist aber: Wenn es besonders dumm läuft im Wortsinne, kann man sich bei infizierten Joggern und anderen Sportlern über Tröpfcheninfektion anstecken. Deshalb betonen die Gesundheitsbehörden auch stets, wie wichtig es ist, ausreichend Abstand zu anderen Menschen zu halten.

Bei Passanten, die in Spaziergang-Tempo unterwegs sind, ist eine Ansteckung noch unwahrscheinlicher: Wenn ein Passant normal durch die Nase atmet, fallen Tröpfchen, die Coronaviren enthalten könnten, eher in Körpernähe nach unten. Das heißt, sie erreichen nicht das Luftvolumen, das von einem anderen vorbeilaufenden Menschen eingeatmet wird.

Jogger und Corona: trotz Atemschutzmaske ausreichend Sauerstoff vorhanden

Wenn jedoch ein Jogger heftig durch den Mund nach vorne ein- und ausatmet, stößt er eventuell infizierte Tröpfchen stärker in die Richtung der Atemwege anderer Menschen aus. Das gilt natürlich auch, wenn Menschen auf der Straße husten.

Als Faustregel gilt: Wer tief durch den Mund einatmet, kann sich leichter infizieren als ein Spaziergänger, der durch die Nase einatmet. Die Deutsche Sporthochschule Köln hat außerdem noch einen wichtigen Hinweis, der sich an alle Läufer richtet. Das Laufen mit einer Atemschutzmaske kann zwar als anstrengender wahrgenommen werden, der Körper wird aber dennoch mit ausreichend Sauerstoff versorgt.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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