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Kind hat Wutanfall? Sieben Tipps, wie Eltern besser reagieren

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren: Der Trotzanfall eines Kleinkindes dauert in der Regel rund vier bis fünf Minuten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren: Der Trotzanfall eines Kleinkindes dauert in der Regel rund vier bis fünf Minuten. (Symbolbild) © Mascha Brichta

Wutanfälle der Kleinen können anstrengend sein, für Kinder und Eltern. Was hilft: Auf keinen Fall mit Wut zurück reagieren.

München – Wie kräftezehrend sich Wutanfälle anfühlen, erleben viele Eltern hautnah mit ihrem Nachwuchs ab einem Alter von circa zweieinhalb Jahren. Ab dieser Phase des Kleinkindalters zeigt sich das angeborene Bedürfnis, autonom zu handeln. Was im gängigen Sprachgebrauch gerne als Trotzphase bezeichnet wird, sieht die Entwicklungspsychologin und Grundschullehrerin Dr. Martina Stotz als ein wichtiges Mittel zur Entwicklung des kindlichen Selbstbewusstseins.

Wutanfall Ihres Kindes: So sollten Sie als Eltern unbedingt reagieren

Es gibt verschiedene Entwicklungsphasen, in denen sich starke Gefühle wie Wut und Zorn bemerkbar machen. Sie sind Ausdruck einer natürlichen Entwicklung und wichtig für ein gesundes Selbstbewusstsein. Bereits ab dem zweiten Lebensjahr beginnen sich Kinder aus der kompletten Abhängigkeit von ihren Eltern zu lösen, indem sie eben auch mal „Nein“ sagen. Nur so entwickeln sich Kinder zu unabhängigen Individuen und Erwachsenen und können auch mal alleine zu Hause bleiben. Je mehr Eltern versuchen, diese Entwicklung des Kindes zu verhindern, zu beeinflussen oder darüber zu bestimmen, desto häufiger reagiert das Kind häufig mit Trotz. Vielmehr brauchen Kinder in diesem Alter Eltern, die empathisch reagieren.

Diese Entwicklungsphasen Ihre Kindes sind mit starken Gefühlen wie Wut und Zorn verbunden:

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Wutanfälle der Kleinen – Wenn das Kind plötzlich „ausflippt“

Wut hat viele Ursachen. Das weiß auch Dr. Stotz aus ihrer täglichen Arbeit mit Kindern und Eltern zu berichten. Viele Kinder reagieren in manchen Situationen deswegen mit Wut, da sie außer beispielsweise Zorn und lautem Schreien noch keine andere Strategie zur Bewältigung kritischer Situationen entwickelt haben.

Gründe für einen Wutausbruch Ihres Kindes können sein:

Wutanfall Ihres Kindes – was ist normal und was nicht

In der Regel sind Wutanfälle Ihres Kindes vollkommen normal und entsprechen einer gesunden, menschlichen Entwicklung. Wichtig sollte sein, dass sich Eltern in Phasen der Wut und starker Emotionen, Strategien zurecht legen, um dem Kind gerecht zu werden. Sind die Phasen von Wut und Zorn so stark ausgeprägt, dass das Kind sich oder andere verletzt, oder lernt das Kind nur schwer bis gar nicht, sich selbst zu regulieren und beruhigen, sollten Eltern die Kinderärztin/den Kinderarzt aufsuchen. Eine Diagnostik zu Erkrankungen wie Autismus oder ADHS könnte möglicherweise sinnvoll sein.

Was Eltern während Wutausbrüchen selbst helfen kann und wie sie auf Ihr Kind reagieren sollten:

Wutanfall Ihres Kindes – warum es gut ist

„Kinder haben kein Trotzalter“, so sagte einst schon der bekannte dänische Familientherapeut Jesper Juul. Laut ihm sollten Eltern die wachsende Unabhängigkeit ihres Kindes als Geschenk betrachten, weniger als ein Problem. Wenn Kindern stets „negative“ Gefühle untersagt würden, könne keine gesunde Beziehung zu sich selbst entstehen.

Wutausbrüche und Schreianfälle von der Trotzphase bis zur Pubertät sind mitunter sehr stressig und eine harte Geduldsprobe für Eltern. Dennoch sollte die Botschaft an Ihr Kind stets sein: „Du bist okay, so wie du bist, und wir lieben dich.“

Grundsätzlich sind jegliche Gefühle Ihres Kindes in Ordnung und berechtigt – auch Schreien und Weinen hat Gründe. Eltern können durch starke Gefühlsausbrüche und Schreien ihrer Kinder sehr leicht verunsichert werden. Dabei zeigte das Ergebnis einer Studie: Kinder würden mit dem Alter ruhiger, wenn Eltern gelassener wären und Babys auch mal schreien lassen würden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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