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„Verwöhnte Kinder“ und „Jammerlappen“: Kritik an Helikopter-Eltern

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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„Kinder von heute sind unselbstständig, verwöhnt, ängstlich, leistungsschwach, egoistisch“. Was sagen Eltern und Pädagogen dazu?

Neuss – Der deutsche Erziehungswissenschaftler, Hochschullehrer und Autor Albert Friedrich Wunsch polarisiert mit seinen Ansichten und Thesen über die heutige, moderne Kindererziehung. In seinen verschiedenen Erziehungsratgebern thematisiert und kritisiert er die Erziehungsformen der neuen Eltern, spricht sich gegen eine sogenannte „Spaßpädagogik“ aus und ruft zu mehr Erziehung statt Beziehung sowie mehr Eigenverantwortlichkeit der Kinder auf.

„Verwöhnte Kinder“: Pädagoge rechnet mit Helikopter-Eltern ab

Was Albert Wunsch* feststellt und in Frage stellt, ist das hohe Maß an Aufmerksamkeit, das Kinder heutzutage genießen. Sie würden verwöhnt und dadurch ein überzogenes „Ich“ entwickeln und weniger ein Bewusstsein dafür, dass Eltern nicht permanent gedanklich und physisch präsent sein könnten. Wobei dies von Helikopter-Eltern in vielen Fällen gar nicht erst angestrebt würde.

Ein Vater hilft seiner Tochter eine Rutsche auf dem Spielplatz hoch zu gehen. (Symbolbild)
Kinder sollten sich mehr ausprobieren, ohne dass Eltern zu schnell eingreifen, fordern Pädagogen. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Kindererziehung heute: Zu viel Aufmerksamkeit, zu wenig Selbstständigkeit

Vielmehr sollten Eltern von heute wieder mehr Regeln vorgeben, anstatt zu viel mit den Kindern zu diskutieren. Diskussionen, so der Autor, würden die autoritäre Rolle der Eltern zunichte machen. Klare und direkte Ansprachen, was Kinder tun bzw. nicht tun sollten, wäre wichtig, damit keine Machtspiele entstehen. Klarheit gäbe den Kindern Orientierung, so der Erziehungswissenschaftler. Das würde sie letztlich auch in ihrer Selbstständigkeit unterstützen.

Kinder sind „aufgeweichte Jammergestalten ohne Zukunftsperspektive“

Er bezeichnet die Kinder von heute als „aufgeweichte Jammergestalten“ mit wenig Durchhaltevermögen, die schnell aufgeben und kaum belastbar sind. Gleichzeitig würden sie durch die gesteigerte Aufmerksamkeit der Eltern ein übersteigertes Selbstbewusstsein entwickeln, was ihnen nicht gut täte. Für Wunsch ist ganz klar, wer die Verantwortung für die angeblich schlechte Erziehung der Kinder von heute trägt: „Eltern betrachten ihre Kinder zu oft als ihr großes Projekt, als kleine Supermänner und Superfrauen. Sie versuchen, sich über die Kinder zu definieren.“ Eltern ziehen verwöhnte Prinzen und Prinzessinnen heran.

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Moderne Kindererziehung: Eltern und Experten rücken Beziehung in den Vordergrund

Fest steht: Es existieren bisher keine wissenschaftlichen Belege für diese Thesen, da umfassende Langzeitstudien fehlen. Das weiß auch die Diplom-Pädagogin und Bestsellerautorin Susanne Mierau, deren Credo „Bindung ist Lebensthema“ ist.

Nicht nur die Eltern von heute erleben hautnah, dass eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Kindern nur möglich ist, wenn sie Verständnis zeigen und dem Kind Mitsprache sowie Selbstbestimmung einräumen.

Kindererziehung heute: Resilienz ist wichtig für die Entwicklung

Auch eine wachsende Zahl von Familientherapeuten stellen im Rahmen ihrer Beobachtungen fest, dass Kinder sich dann ihrem Naturell gemäß entwickeln, wenn sie sich angenommen fühlen. Die wichtigsten Eckpfeiler dafür seien:

„Wir wissen, dass eine sichere Bindung eigentlich Grundvoraussetzung dafür ist, mit Herausforderungen, Krisen und Ängsten gut umgehen zu können, das heißt für die Ausbildung von Resilienz. Die Förderung der Resilienz, also der psychischen Widerstandskraft, ist ein wesentlicher Faktor in der Entwicklung von Kindern und eine bedeutsame Schlüsselkompetenz der Zukunft.“, so Diplom-Pädagogin Susanne Mierau. In Anbetracht der heutigen Zeit mit Krisen wie Corona* und Krieg*, gewinnt die Entwicklung der Resilienz bei Kindern mehr denn je an Bedeutung. *Merkur.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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