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Ihr Kind glaubt an den Weihnachtsmann? Warum es ok ist, zu lügen

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Von: Jasmin Farah

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Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus: Viele Kinder freuen sich, wenn diese die Geschenke bringen. Doch was macht diese Lüge mit ihnen?

München – Wenn Eltern ihren Kleinen vom Weihnachtsmann oder Christkind erzählen, strahlen die Kinderaugen. Denn sie wissen: Wenn er kommt, ist nicht nur endlich das Fest der Liebe da, sondern es gibt auch Geschenke. Schließlich hat man sich gut darauf vorbereitet: Die Wunschliste ist geschrieben und bereits im November „abgeschickt“ worden und man hat die Eltern eingestimmt, dass der liebe Nikolaus auch ja nichts vergisst.

Am Ende liegt dann wie von Zauberhand das gewünschte Lego-Set oder die neue Puppe unter dem Tannenbaum. Die Kleinen glauben ganz fest, dass der Weihnachtsmann sie und viele Kinder weltweit reich beschenkt, wenn sie nur das ganze Jahr artig genug waren. Doch spätestens, wenn sie älter werden und sich fragen, ob das überhaupt sein kann, und die Wahrheit erfahren, sind viele traurig und enttäuscht.

Ihr Kind glaubt an den Weihnachtsmann? Warum es ok ist, zu lügen

Besonders dann, wenn sich herausstellt, dass die Eltern, die jahrelang steif und fest behauptet haben, dass es den Weihnachtsmann gibt, alles nur vorgespielt haben. Stattdessen hat dann etwa der Papa oder der Opa den bärtigen Mann im weiß-roten Kostüm gemimt oder die Mutter die Geschenke heimlich besorgt.

Ein Kind steht vor einem verkleideten Weihnachtsmann. (Symbolbild)
Der Weihnachtsmann steht nicht nur für Geschenke, sondern auch für den Akt der Nächstenliebe. (Symbolbild) © Ole Spata/dpa

Sollte man daher als Elternteil von Anfang die Karten auf den Tisch legen, um dem eigenen Kind diese Enttäuschung zu ersparen? Zerstört es am Ende gar das unerschütterliche Vertrauen, dass die Sprösslinge in ihre Eltern bis dato hatten? Ein Münchner Diplom-Psychologe und Familientherapeut sieht das gelassen.

„Hier wird nicht gelogen, sondern altersentsprechend erzählt – das größer gewordene Kind versteht, dass der Weihnachtsmann ein Symbol ist für so vieles und dabei nicht unbedingt real sein muss“, erklärt Dr. Klaus Neumann gegenüber dem Lifestyle-Portal wunderweib.de. „Wenn Eltern im Alltag nicht lügen, darf es zu Weihnachten, Ostern, etc. schon mal ein wenig Märchen geben.“

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Ihr Kind glaubt an den Weihnachtsmann? Experte klärt auf, worum es wirklich geht

Stattdessen könne man ihm zufolge dem älter gewordenen Kind erklären, wofür der Weihnachtsmann oder das Christkind tatsächlich steht: „Für den christlichen Gedanken der Nächstenliebe, des Schenkens, der Geborgenheit mit anderen.“ Auch wenn es sich dabei mehr oder weniger um eine fiktive Sagengestalt handele, könne man sich und seine Liebsten ruhig in seinem Namen „schöne Dinge oder auch schöne Gefühle“ schenken, so der Experte.

Was man aber als Elternteil laut Neumann nicht machen sollte: den Kindern Angst machen. Etwa, indem man ihnen erzählt, dass unartige Kinder keine Geschenke erhalten oder sie sogar schlimme Dinge erwarten, wenn sie nicht brav genug waren. „Eltern schenken, weil sie ihre Kinder lieben und behüten und das ist unabhängig von braven Vorleistungen“, sagt Dr. Neumann.

Daher sei es abschließend für den Nachwuchs auch nicht so schlimm, wenn er irgendwann merkt, dass man ihm eine „Lüge“ aufgetischt habe. „Kinder akzeptieren das gern, weil sie spüren, dass ihnen über das Symbol Weihnachtsmann ihre Eltern Gutes tun wollen“, schließt der Experte. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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