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Kosmetik-Mythen unter der Lupe: Gibt es einen Gewöhnungseffekt der Haut?

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Von: Jasmina Deshmeh

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Eine junge Frau trägt Gesichtsmaske und einen Turban aus Handtüchern, während sie eine Gurkenscheibe vor ihr Auge hält (Symbolbild)
Gewöhnt sich die Haut an tägliche Pflege? Experten sind sich uneinig (Symbolbild) © Westend61/Imago

Kann zu viel Pflege der Haut schaden? Verliert sie dadurch ihre natürliche Schutzfunktion? Experten sind sich uneinig. Klar ist: Die Hautpflege muss zum Hauttyp passen.

Mönchengladbach – Der Gang in die Drogerie kann schon etwas überfordern: Brauche ich wirklich diese ganzen Produkte? Welche Creme ist die richtige für mich, welche schadet der Haut womöglich eher? Generell empfehlen Experten zwar auf eine regelmäßige Reinigung und Pflege der Haut zu achten. Wichtig ist aber, dass die Produkte zum Hauttyp passen und dass es Verbraucher nicht mit der Anwendung übertreiben.

Kosmetik-Mythen: Braucht die Haut überhaupt Kosmetik?

Glaubt man der Kosmetik-Industrie, dann ja. Eine gesunde Haut benötigt aber nicht jeden Tag Pflege. Die Ausnahme bilden das Gesicht oder Körperstellen, die viel strapaziert werden, wie die Hände. Vor allem, wenn die Haut spannt, gerötet oder rissig ist oder immer wieder mit Desinfektionsmitteln in Kontakt kommt. Auch bei allergischer oder zu Neurodermitis neigender Haut ist eine regelmäßige Basispflege wichtig, empfiehlt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Sie unterstützt die Hautregeneration und hält die Schutzbarriere unseres größten Organs aufrecht.

Außerdem empfiehlt es sich, das Gesicht, das besonders viele Talgdrüsen besitzt, täglich mit einer milden Waschlotion von Staub, Talg und Kosmetik-Resten zu befreien. Häufig enthalten diese aber, ähnlich wie Duschgele und Shampoos, waschaktive Substanzen. Die entfettende Wirkung dieser Tenside kann auch die hauteigene Fettschicht angreifen, die Haut austrocknen und damit anfälliger für Krankheitserreger machen. Verbraucher sollten deshalb auf eine milde, verträgliche Rezeptur ohne Duft- und Konservierungsstoffe achten. Von Abschminktüchern raten Experten allgemein eher ab, da sie zu Hautirritationen führen können und die Umwelt belasten.

Kosmetik-Mythen: Periorale Dermatitis – wenn die Haut überpflegt ist

Kosmetik kann die Haut aber nicht nur austrocknen, sie kann auch zu einer Überversorgung mit Fett und Feuchtigkeit führen. Dann können Akne oder andere entzündliche Hauterkrankungen wie eine Periorale Dermatitis entstehen. Dabei kommt es zu geröteten und oft juckenden oder brennenden Pickeln und Pusteln um den Mund herum, weshalb die Krankheit auch Mundrose genannt wird. In diesem Fall hilft nur eines: weniger ist mehr! Betroffene sollten eine Weile ganz auf Kosmetik verzichten.

Kosmetik-Mythen: Trocknet Lippenpflege die Lippen aus?

Manche Menschen kommen kaum eine Stunde ohne ihren Lippenbalsam aus. Dass dieser die Lippen austrocknet und somit süchtig macht, ist allerdings ein Irrtum. Vielmehr findet die „Sucht“ im Kopf statt: Man gewöhnt sich daran, dass sich die Lippen dauerhaft weich und geschmeidig anfühlen und greift entsprechend schnell erneut zum Pflegestift, um das Gefühl aufrechtzuerhalten. Ohne die fettende Schicht fühlen sich die Lippen dagegen rau und trocken an. Auch hier ist das Motto: die Lippenpflege besser sparsam einsetzen.

Kosmetik-Mythen: Und wie sieht es mit Haarewaschen aus?

Ein weiterer häufiger Mythos ist, dass häufiges Haarewaschen die Haare schneller fetten lässt. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Stark entfettende Shampoos können den Feuchtigkeitsgehalt der Kopfhaut und die Talgproduktion aber durcheinander bringen. Auch bei der Haarwäsche gilt deshalb:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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