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Kosmetik mit starken Wirkstoffen: Können die Trendprodukte Cosmeceuticals Allergien auslösen?

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Von: Christine Pander

Eine Frau mit dunklem Haar und Pferdeschwanz schaut in einen Spiegel und cremt sich vorsichtig das Gesicht ein (Symbolfoto), das Foto ist sehr clean in weiß gehalten

Weniger ist bei Kosmetik mit Wirkstoffen mehr: Sie können sonst Allergien auslösen (Symbolfoto). © imago stock&people

Kosmetik mit besonderen Wirkstoffen liegt voll im Trend: Diese Cosmeceuticals sind auf wenige Wirkstoffe in hoher Konzentration reduziert. Empfindliche Menschen können darauf mit allergischen Reaktionen reagieren.

Berlin – Für immer junge, schöne, glatte und strahlende Haut: Das wünschen sich viele. Retinol, Niacinamid, AHA- und BHA-Peelings versprechen laut Hersteller diese Glanzleistung. Statt sie verdünnt in Cremes aufzutragen, kommen sie bei den sogenannten Cosmeceuticals fast pur auf die Haut. Diese Spezialprodukte sind zwar hochdosiert, aber eben nicht so hoch, dass sie als verschreibungspflichtiges Medikament gehandhabt werden müssten. Sie bewegen sich im Grenzbereich.

Cosmeceuticals unterliegen der EU-weit gültigen Kosmetikverordnung. Die Wirksamkeit der Cremes muss daher zwar durch wissenschaftliche Studien und Tests belegbar sein. Aber jeder, der möchte, kann diese speziellen Produkte in hoher Konzentration und ohne Rezept kaufen.

Kosmetik mit starkem Wirkstoff: Dermatologen raten zur Vorsicht bei Cosmeceuticals

Das kann unerwünschte Folgen haben: Die hohen Wirkdosen bestimmter Stoffe führen bei sensiblen Menschen möglicherweise zu einer allergischen Reaktion. Dermatologen zufolge sollte man die Produkte in Eigenregie daher nur anwenden, wenn man seine Haut sehr gut kennt oder zuvor eine ausführliche Beratung durch Experten wie Dermatologen oder spezialisierte Kosmetikerinnen hatte.

Doch was genau bedeutet Cosmeceutical eigentlich? Bei dem Kunstwort handelt es sich um eine Zusammensetzung der englischen Worte „cosmetics“ und „pharmaceuticals“. Sie werden auch Dermokosmetik, Dermaceuticals oder medizinische Kosmetika genannt.

Diese Kosmetikprodukte kommen meist ohne Stoffe wie Silikone, Parabene, Palmöl oder Alkohol aus. Dafür sind sie auf wenige Wirkstoffe reduziert, und diese in hoher Konzentration. Was zunächst gut klingt, kann aufgrund der Intensität und Dosierung aber zu allergischen Reaktionen auf der Haut führen.

Kosmetik mit starkem Wirkstoff: Allergische Reaktionen sind möglich

Meist haben Kosmetische Produkte episch lange Listen an Inhaltsstoffen, die kaum einer wirklich lesen mag. Je mehr unterschiedliche Stoffe enthalten sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, auf einen davon allergisch oder mit einer Unverträglichkeit zu reagieren. Werden zudem mehrere Produkte gleichzeitig kombiniert, wie das bei Kosmetika ja durchaus der Fall sein kann, wird es sehr kompliziert herauszufinden, was der problematische Auslöser ist.*

Und da kommen wieder Cosmeceuticals als vermeintliche Heilsbringer ins Spiel: Sie haben nur sehr wenig Inhaltsstoffe. Wasser, Öle und Lösungsmittel wie Propandiol. Keine Füllstoffe wie Farbstoffe oder Parfum. Dadurch sind laut Kosmetikverband VKE stärkere Wirkungen auf die Haut möglich.

Kosmetik mit starkem Wirkstoff: Dermatologen empfehlen individuelle Beratung

Und die wiederum reagiert irritiert, wenn die hoch dosierten Stoffe nicht passen: Mit Hautausschlägen, Rötungen und unterschiedlichen Allergien – meist bleiben die Folgen aber lokal. Im schlimmsten Fall können Reaktionen nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) aber auch zu Vernarbungen und Verätzungen führen. Wer bereits unter Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Rosacea oder Akne leidet, wird unter Umständen eine Verschlimmerung seiner Symptome verursachen. Generell kann es auch zu Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen oder Pflegeprodukten kommen.

Hautexperten der Deutschen Dermatologen Gesellschaft (DDG) raten daher, sich vorher auf den Hauttyp ausgerichtet eine individuelle Pflege von Dermatologen oder kosmetisch ausgebildetem Fachpersonal empfehlen zu lassen. Von Selbstversuchen raten die Experten dringend ab.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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