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Kosmetik in der Schwangerschaft: Worauf Sie achten sollten

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine schwangere Frau bekommt eine Pedicüre (Symbolbild)
Mit einigen Kosmetik-Anwendungen sollten Schwangere besser bis nach der Schwangerschaft warten (Symbolbild) © agefotostock/Imago

Während einer Schwangerschaft ist der Körper besonders empfindlich. Um keine Risiken einzugehen, sollten Schwangere deshalb auf bestimmte Kosmetik-Anwendungen verzichten.

Berlin – Eine Schwangerschaft stellt vieles auf den Kopf. Gerade deshalb wollen viele Schwangere nicht auf ihre gewohnten Beauty-Rituale verzichten. Um sich und die Sicherheit des Babys nicht zu gefährden, sollten Sie dabei aber einiges beachten.

Kosmetik in der Schwangerschaft: Inhaltsstoffe prüfen

Natürlich müssen Schwangere nicht komplett auf Kosmetik verzichten. Es ist in dieser besonderen Zeit aber umso wichtiger, die Inhaltsstoffe der Produkte genau zu prüfen. Denn bestimmte Substanzen können durch die Haut in den Körper eindringen und sich negativ auf das Ungeborene auswirken.

Folgende Inhaltsstoffe sollten Schwangere besser meiden:

Kosmetik in der Schwangerschaft: Ist Haare färben erlaubt?

Prinzipiell müssen die Hersteller von Haarfärbeprodukten in Deutschland die Unbedenklichkeit ihrer Produkte garantieren. Und auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht aktuell keine Risiken beim Einsatz von Haarfärbemitteln bei Schwangeren oder in der Stillzeit. Allerdings gilt das zum einen nur für Produkte in Deutschland, zum anderen enthalten Haarfärbemittel oft chemische Substanzen wie aromatische Amine, die Allergien auslösen können. Hinzu kommt, dass keine Studien zu Haarfärbemitteln an Schwangeren durchgeführt werden dürfen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte deshalb auf Haare färben in der Schwangerschaft verzichten.

Kosmetik in der Schwangerschaft: Nagellack

Gegen eine Maniküre oder Pediküre spricht in der Schwangerschaft sicher nichts. Etwas anders sieht es mit Nagellack aus. Denn für einen glatten, ebenmäßigen und langanhaltenden Farbeffekt setzen viele Hersteller Lösungsmittel und Weichmacher ein, von denen einigen im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Zumindest etwas besser verträglich sind in der Regel Nagellacke von zertifizierten Naturkosmetikherstellern. Sie müssen frei von Formaldehyd, Formalde­­hydharz, Toluol, Dibutylphthalat und Kampfer sein. Auch hier gilt aber der allgemeine Rat: Wer bedenkliche Substanzen in jedem Fall meiden möchte, wartet mit dem Nägellackieren besser bis nach der Schwangerschaft. Gleiches gilt für künstliche Gel-Nägel: In ihnen stecken jede Menge Chemikalien, die man in der Schwangerschaft nicht gebrauchen kann.

Kosmetik in der Schwangerschaft: Bleaching

Regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt und eine professionelle Zahnreinigung werden in der Schwangerschaft ausdrücklich empfohlen. Denn durch die hormonelle Umstellung sind die Zähne in dieser Zeit besonders anfällig für Karies und eine gründliche Mund- und Zahnhygiene deshalb umso wichtiger. Allerdings sollten Schwangere beim Zähneputzen und dem Einsatz von Zahnseide und Zungenbürste besonders vorsichtig sein, denn das Zahnfleisch ist hormonell bedingt sehr empfindlich und neigt zu Entzündungen.

Anders sieht es mit einer Bleaching-Behandlung zur Aufhellung der Zähne aus. Da es bisher keine Studien zum Bleichmittel Wasserstoffperoxid in der Schwangerschaft gibt, sollten werdende Mütter damit bis nach der Geburt warten.

Kosmetik in der Schwangerschaft: Haarentfernung

Möglichkeiten zur Haarentfernung gibt es viele. Da die Haut am Bauch während der Schwangerschaft besonderen Belastungen ausgesetzt ist, eignet sich hier am besten die klassische Rasur. Von Enthaarungscremes sollten Schwangere dagegen die Finger lassen. Sie enthalten Thioglykolsäure und Natriumhydroxid, die eine ätzende Wirkung haben und Hautreizungen und Kontaktallergien auslösen können.

Kosmetik in der Schwangerschaft: Sonnencreme und Selbstbräuner

In Maßen genossen ist Sonnenlicht wichtig für den Körper, auch in der Schwangerschaft. Allerdings kommt es in dieser Zeit schneller zu Sonnenbränden und Pigmentflecken. Gerade bei längerem Aufenthalt in der Sonne sind deshalb Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor ratsam. Da chemische UV-Filter über die Haut in den Körper eindringen können, eignet sich hier besonders Sonnencreme mit einem physikalischen UV-Filter. Vorsicht ist auch bei abgelaufener Sonnencreme geboten, da sie aus dem chemischen Filter Octocrylen Benzophenon bilden kann,* das zu Entzündungen und Überempfindlichkeitsreaktionen führen kann. Schwangere sollten deshalb immer auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten.

Von Selbstbräuner und Solarienbesuchen sollten Schwangere dagegen absehen. Die hohe UV-Strahlung in der Röhre erhöht das Hautkrebsrisiko deutlich, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Außerdem weisen Studien daraufhin, dass UV-Strahlung zum Abbau von Folsäure beiträgt, die besonders in den ersten Schwangerschaftswochen für die Entwicklung des Fötus wichtig ist. Selbstbräuner enthält hingegen meist den Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA), der in Verbindung mit Wärme Form­aldehyd abspalten kann – ein Stoff, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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