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Krankschreibungen: Wie krank die Deutschen im Corona-Jahr waren

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Von: Kristina Wagenlehner

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Eine Frau sitzt auf dem Sofa und hat sich in eine Decke gewickelt. Vor ihr stehen ein Glas Wasser, Tabletten und ein Fieberthermometer. (Symbolbild)
Gesünder in der Pandemie? Tatsächlich wurden im Jahr 2020 weniger Menschen krankgeschrieben als in den Jahren zuvor. (Symbolbild) © Xavier Lorenzo/Imago

Krankschreibungen in 2020: In Deutschland und der Welt grassiert das Corona-Virus. Ein Gesundheitsreport überrascht mit den neuen Zahlen.

Hamburg – Der jährlich erscheinende Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse veröffentlicht, wie viele Menschen im vergangenen Jahr arbeitsunfähig waren. Die Grundlage für diese Aussage bilden 5,4 Millionen Versicherte – darunter sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld eins.

Krankschreibungen: Der Gesundheitsreport 2020

Das Ergebnis des Gesundheitsreports: Von 100 Personen waren im vergangenen Jahr im Schnitt vier Personen arbeitsunfähig. Der Krankenstand betrug 4,1 Prozent und lag damit unter den Jahren von 2019 und 2018, in denen ein Krankenstand von 4,2 Prozent ermittelt wurde.

Krankschreibungen: Waren die Deutschen tatsächlich gesünder?

Der Krankenstand ist also im Vergleich gesunken. Wie kann das sein, wenn auf der ganzen Welt ein Virus grassiert und eine Krankschreibung sogar ohne Arztbesuch möglich ist*? Der im Vergleich niedrigere Krankenstand im Corona-Jahr 2020 sei vor allem auf weniger Krankschreibungen wegen Erkältungskrankheiten zurückzuführen, erläutert Dr. Thomas Grobe vom aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen gegenüber der Ärztezeitung. Auch hätten Ärzte deutlich weniger Antibiotika verschrieben. Abstands- und Hygieneregeln hätten offenbar nicht nur dazu beigetragen, das SARS-CoV-2-Virus einzudämmen. Auch andere Infektionserreger seien dadurch besser in Schach gehalten worden.

Außerdem könnte das Homeoffice dafür gesorgt haben, dass sich weniger krankschreiben haben lassen. „Unter dem Motto: Der Anfahrtsweg fällt weg, ich kann keinen anstecken und mich nach Feierabend direkt auskurieren.“ Wer wirklich krank sei, müsse sich aber erholen, sagt Dr. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse gegenüber der Ärztezeitung. Ein gefährlicher Trend, denn einer neuen Studie zufolge sterben jährlich 745.000 Menschen an Überarbeitung.

Krankschreibungen: Psychische Erkrankungen Löwenanteil

Psychische Erkrankungen sind die Ursache der meisten Fehlzeiten. Sie machen knapp 20 Prozent der Fehltage aus. Der Umgang mit psychisch Kranken fällt aber immer noch vielen schwer vor allem in psychischen Notlagen. Neben psychischen Krankheiten verursachten vor allem Rückenprobleme viele Fehltage. Die weiteren Gründe von Krankschreibungen im Überblick:

Dass psychische Erkrankungen immer öfter Fehlzeiten verursachen, ist schon länger zu beobachten. In der Corona-Zeit hat beispielsweise das Homeoffice nicht nur dazu geführt, dass Arbeitnehmer weniger Bewegung im Alltag haben und Rückenprobleme drohen, sondern auch die Psyche belastet wird und es zu Einsamkeit kommen kann.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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