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Angst vor Atomkrieg – Drei Tipps, die bei Unsicherheit helfen

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Von: Laura Knops

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Mitten in Europa tobt ein Krieg. Die damit verbundene Angst vor einem atomaren Ernstfall versetzt viele Menschen in Unruhe und Unsicherheit. Welche Maßnahmen jetzt sinnvoll sind.

München – Bilder von Zerstörung, fliehenden Menschen und Militärstreitkräften: Mitten in Europa tobt ein Krieg, und das macht vielen Menschen Angst. Die Anordnung Putins atomare Abschreckungswaffen in verstärkte Alarmbereitschaft zu versetzen, verunsichert viele zusätzlich. Zudem könnten bei den Kämpfen in der Ukraine Kernkraftwerke und Atommülllager des Landes beschädigt werden. Immer mehr Menschen fragen sich daher: Was, wenn der Krieg uns trifft? Welche Maßnahmen jetzt sinnvoll sind und was man gegen Angst vor einem atomaren Ernstfall tun kann, erfahren Sie bei 24vita.de.

Angst vor Atomkrieg – Drei Tipps, die bei Unsicherheit helfen

Viele Menschen nehmen die Aussagen zum möglichen Einsatz nuklearer Waffen sehr ernst. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, registrierte die Suchmaschine Google laut dem Analyse-Tool „Google Trends“ seit dem 26. Februar ein erhöhtes Interesse an Wörtern wie „Hamsterkauf“, „Notvorrat“, aber auch an bedrohlichen Begriffen wie „Atomkrieg“. In Tschechien haben die Behörden aufgrund der zahlreichen Anfragen zudem eine Anweisung für den atomaren Ernstfall herausgegeben. Empfohlen wird laut n-tv Nachrichtenfernsehen unter anderem, wichtige persönliche Dokumente vorzubereiten und sich über die Lage von Zivilschutzbunkern oder geeigneten Kellern zu informieren. Verlinkt war auch ein Verzeichnis öffentlicher Schutzräume in dem NATO-Mitgliedsstaat.

Es ist ein nukleares Zeichen zu sehen (Symbolbild).
Mit dem Krieg in der Ukraine steigt auch die Angst vor einem atomaren Ernstfall (Symbolbild). ©  Panthermedia / Imago

Aus Angst vor den Entwicklungen in Russland und der Ukraine decken sich derzeit zudem einige Menschen mit Kalium-Jodid-Tabletten ein. In manchen Teilen Europas soll es sogar schon zu Engpässen kommen, weil es Vorratskäufe gebe. Im Ernstfall sind die Tabletten allerdings gar nicht geeignet.

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Angst vor radioaktiver Strahlung: Was passiert in der Schilddrüse?

Kalium-Jodid-Tabletten sollen die Schilddrüse davor bewahren, radioaktive Strahlung aufzunehmen. Normalerweise nimmt der Körper Jod über die Nahrung auf. Denn die Schilddrüse benötigt den Grundstoff für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Wird bei einem Atomunfall radioaktives Jod freigesetzt, kann der Körper dieses allerdings nicht von natürlichem Jod unterscheiden. Nach und nach reichert sich das Jod so in der Schilddrüse an und verursacht dort im schlimmsten Fall Krebs. Kalium-Jodid-Tabletten sorgen dagegen dafür, dass sich so viel Jod in der Schilddrüse anreichert, sodass kein radioaktives Jod mehr aufgenommen werden kann.

Angst vor Atomkrieg: Helfen Jodtabletten gegen Strahlenbelastung?

Die prophylaktische Einnahme von Kalium-Jodid-Tabletten, um die Schilddrüse vor atomarer Strahlung und damit vor Schilddrüsenkrebs zu schützen, ist keinesfalls sinnvoll. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt vor einer Selbstmedikation, da diese enorme gesundheitliche Folgen haben kann. So haben die Tabletten bei einer Strahlenbelastung nicht nur einen vergleichsweise geringen Effekt, sie können zu starken Nebenwirkungen führen. Experten raten daher, die Kalium-Jodid-Tabletten nur nach ausdrücklicher Aufforderung der Gesundheitsbehörden einzunehmen.

Angst vor radioaktiver Strahlung: Kriegsangst als natürlicher Mechanismus

Viele Menschen empfinden Wut, Angst und Ohnmacht angesichts der aktuellen Nachrichten über den Krieg in der Ukraine. Aber sind diese Gefühle überhaupt angemessen? Und wie soll man mit der Angst vor möglicher radioaktiver Strahlung umgehen? Dass es im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zum Einsatz nuklearer Waffen kommt, ist laut Experten sehr unwahrscheinlich. So rechnen Friedensforscher des Stockholmer Instituts Sipri keinesfalls damit, dass im Ukraine-Krieg nukleare Waffen eingesetzt werden. Auch Carlo Masala, Militärexperte der Universität der Bundeswehr in München, erklärte im Interview mit dem ARD-Brennpunkt am Sonntag: „Wir stehen nicht vor einem Atomkrieg, das muss man sehr deutlich sagen.“ Die erhöhte Alarmbereitschaft russischer Kräfte sei viel mehr eine Warnung an den Westen. Grundsätzlich ist Angst eine wichtige biologische Reaktion, die uns hilft, Situationen schnell einzuschätzen und Lösungen zu finden.

Damit die Angst allerdings nicht überhandnimmt, sollte man zunächst nur Informationen aus seriösen Quellen konsumieren und mit anderen Menschen über seine Gedanken sprechen. Stundenlang auf dubiosen Internetseiten Katastrophenmeldungen konsumieren, ist laut Psychologen dagegen nur wenig hilfreich. Es gilt nur so viel Informationen einzuholen, wie man auch verarbeiten kann und seinen Medienkonsum gegebenenfalls zu begrenzen.

Folgende Tipps können zudem bei Angstgefühlen helfen:

Angst vor radioaktiver Strahlung: Tipps für besorgte Bürger

Wer trotzdem in eine Spirale aus negativen Gedanken gerät, sollte versuchen, sich gezielt Aufgaben in der Gegenwart zu widmen. Betroffene sollten zudem mit Freunden und Familie über die Sorgen und Ängste sprechen. Auch die Deutsche TelefonSeelsorge ist ein guter Ansprechpartner. Dort versuchen geschulte Mitarbeiter, Ihnen zu helfen, mit der bedrückenden Situation besser zurechtzukommen – anonym, verschwiegen, kompetent und kostenfrei

Auch eine gewisse Vorbereitung kann nicht schaden. So empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), sich auf Notsituationen, die überraschend eintreten können, vorzubereiten. Zudem listen die Fachleute auf ihrer Webseite auf, was jeder Einzelne zur Vorsorge tun kann, falls es zum Ernstfall kommt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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