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Mehl und Gemüse immer teurer ‒ doch Özdemir empfiehlt Bio

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Obst, Gemüse und Mehl: Nahrungsmittel werden zurzeit immer teurer in Deutschland. Die aktuelle Krise in der Ukraine verstärkt das Phänomen.

Berlin – Die Lebensmittelpreise steigen zunehmend. Im Februar durchschnittlich um 5,1 Prozent, im Januar um 4,9 Prozent laut dem Bundesamt für Statistik. Vor allem Obst, Gemüse, Sonnenblumenöl und Mehl, also klassische Grundnahrungsmittel, werden immer teurer. Angefangen hat diese Entwicklung schon im Juli 2021 – davor fielen die Preisschwankungen im bundesweiten Durchschnitt deutlich geringer aus.

Euroscheine in einem Portemonnaie, eine Packung Weizenmehl und eine Flasche Sonnenblumenöl vor leeren Supermarktregalen
Ukraine-Krieg: Mehl und Sonnenblumenöl sind immer öfter ausverkauft und werden nun teurer. (Montage kreiszeitung.de) © Tom Weller/Gustavo Cuevas/dpa/Sascha Steinach/Norbert Schmidt/Imago

Preissteigerung bei Lebensmitteln: auch Krise in der Ukraine ist schuld

Nun vermuten Experten wie der Göttinger Agrarpolitik-Professor Stephan von Carmon-Taubadel, dass steigende Lebensmittelpreise durch die aktuelle Krise in der Ukraine* noch schneller steigen könnten. Immerhin gilt die Ukraine als Kornkammer Europas, weshalb gerade große deutsche Discounterketten laut eigener Aussage auch von dort vielfältige Getreideprodukte beziehen.

Spitzenwerte bei Spritpreisen: Die erhöhten Preise von Benzin und Diesel* tragen dazu bei, dass es auch im Supermarkt immer mehr kostet – und Regale sogar leer bleiben. In manchen Fällen lohnt sich der Transport von Lebensmitteln mit Lkws schlicht nicht mehr, in anderen verzögert er sich zumindest durch Lieferengpässe.

Ein Regal mit Weizenmehlpackungen ist im Supermarkt weitgehend leergeräumt. Vorne steht ein Schild, dass nur zwei Packungen pro Haushalt abgegeben werden. (Symbolbild)
Bundesweit wurde die Abgabe in zahlreichen Geschäften vorübergehend auf wenige Packungen pro Haushalt reduziert. © Thomas Thiele

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir rät zu Bio

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) lud im Rahmen eines Sondertreffens der G7-Agrarminister am 11. März 2022 seine Amtskollegen ein. Laut „dpa“ betonte er dabei, dass die Lebensmittelversorgung in Deutschland und der EU sicher sei. „Der Biomarkt ist die Antwort auf die Krise“, sagte der 56-Jährige in der Presserklärung im Anschluss an das Sondertreffen. Man müsse nun noch stärker als zuvor auf regionale und lokale Produkte setzen.

Der Biomarkt ist die Antwort auf die Krise

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir

Zu der aktuellen Krise hätten unter anderem „die Geschäfte, die wir in der Vergangenheit mit Diktatoren gemacht haben“ beigesteuert. Er bekräftigte zusätzlich, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht energisch genug vorangetrieben worden sei. Nun müssten alle Krisen gleichzeitig in den Blick genommen werden, um der Welt künftig Nahrungssicherheit gewährleisten zu können.

Ein Einkaufsnetz, gefüllt mit Erdbeeren und Rhabarber. (Symbolbild)
Obst und Gemüse aus der Bio-Abteilung sind oftmals teurer als konventionelle Produkte. © Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Teurere Bio-Lebensmittel für alle bezahlbar?

Dass in Zeiten steigender Lebensmittel- und Energiepreise sich mehr Menschen für einen Gang zum Biomarkt entscheiden, darf zumindest bezweifelt werden. Immerhin müssen Konsumenten sich die nochmals höheren Preise auf biologisch produzierte Produkte überhaupt erstmal leisten können. Die Perspektive des Landwirtschaftsministers dürfte an der sozio-ökonomischen Realität in Deutschland zumindest teilweise vorbeigehen.

Einfluss dürften die Preissteigerungen auf die gesamte Landwirtschaftsindustrie inklusive Erzeuger haben. So können Ackerbauern bei den hohen Weltmarktpreisen derzeit mehr für ihr Getreide bekommen – damit wird allerdings auch Tierfutter teurer. Sorgen machen vielen Höfen und Betrieben zudem drastische Preissprünge für Stickstoffdünger. All dies dürfte Lebensmittelpreise weiter nach oben treiben.

Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (Archivbild)
Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, rät zum Gang zum Biomarkt. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Die Aussagen Özdemirs stießen im Internet auf wenig Gegenliebe. „Wie immer an der Realität vorbei. Die Grünen halt“, kommentierte eine Userin unter dem Artikel auf der Facebookseite von „Agrarheute“. „Langsam denke ich bei mir, er ist der falsche Mann für diesen Job. In über 100 Tagen ist nix passiert, außer dummes Geschwätz“, kommentierte ein anderer User wenig schmeichelhaft.

Steigende Lebensmittelpreise: Welche Folgen haben teureres Obst und Gemüse auf die Gesundheit?

Steigende Preise können, auch im Falle von Grundnahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Mehl und Sonnenblumenöl, für eine geringere Nachfrage seitens der Konsumenten sorgen. Dass diese Lebensmittel grundsätzlich gesund und nährstoffreich sind, steht außer Frage. Auch wenn Forscher der Universität von Oxford gezeigt haben, dass der Verzehr von Gemüse zumindest das Risiko von Herzkrankheiten nicht senke.

Trotzdem raten Experten grundsätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung, reich an unverarbeiteten und pflanzlichen Lebensmittel, wie sie zum Beispiel auch die nordische Diät beinhaltet. Im Zweifelsfall gilt, eher auf unnötiges, fett- und zuckerreiches Junkfood zu verzichten, wie sich das zum Beispiel mit der Zucker-Diät während der Fastenzeit anbietet.*Merkur.de und 24auto.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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