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Long Covid: Forscher finden vier potenzielle Risikofaktoren

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Von: Laura Knops

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Nicht selten leiden Patienten nach einer Corona-Erkrankung auch lange danach unter Beschwerden. Welche Faktoren können das Long-Covid-Risiko beeinflussen?

München – Betroffene leiden oft unter Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und anhaltender Kurzatmigkeit: Auch Monate nach einer Corona-Erkrankung spüren viele Menschen noch die Spätfolgen der Infektion. So haben rund zehn bis 30 Prozent aller mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten mit Langzeitbeschwerden zu kämpfen – und das meist nicht nur über Tage und Wochen, sondern häufig über Monate und Jahre hinweg. Wer unter Long Covid leidet, ist in seiner Lebensqualität enorm eingeschränkt. Hinzu kommt die Unsicherheit, wann und ob die Symptome abklingen. Welche Faktoren das Risiko, an Long Covid zu erkranken, erhöhen, haben nun US-amerikanische Forscher herausgefunden.

Long Covid: Forscher finden vier potenzielle Risikofaktoren

Eine erschöpfte Frau lehnt sich an eine Wand (Symbolbild).
Langzeitfolgen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sind nach einer Infektion mit dem Coronavirus nicht selten (Symbolbild). ©  Cavan Images/Imago

Unter dem Begriff Long Covid werden die gesundheitlichen Langzeitfolgen zusammengefasst, die sich bei Genesenen noch lange nach einer akuten Corona-Erkrankung bemerkbar machen und nicht selten chronisch werden können. Doch die Erkrankung SARS-CoV-2 greift keinesfalls nur die oberen Atemwege an. Das Coronavirus kann laut einer Studie des US-National Institutes of Health (NIH) fast jedes Organsystem im menschlichen Körper schwächen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurden im Fachjournal „Cell“ veröffentlicht. 

Die Symptome sind dabei vielfältig: Während einige Patienten unter anhaltenden Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Hals- und Brustschmerzen leiden, treten bei anderen Verdauungsstörungen, Unterleibs- oder Muskelschmerzen auf. Aber auch psychische Beschwerden wie Angstzustände, Depressionen und kognitive Symptome, zu denen Demenz und Wortfindungsstörungen zählen, sind nicht selten. 

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Long Covid: Betroffene leiden häufig noch lange unter den Beschwerden

Einige Langzeitfolgen können sich schon in der akuten Krankheitsphase bemerkbar machen, andere entwickeln sich erst Wochen oder Monate nach der Infektion. Häufig treten bei Betroffenen zudem nur einzelne Symptome wie an der Leber auf. Auch diese können das Leben der Patienten enorm einschränken. Während Faktoren wie Übergewicht und Diabetes den Verlauf einer Corona-Infektion beeinflussen können, war allerdings lange unklar, warum Menschen an Long Covid erkranken.

Um herauszufinden, welche Faktoren das Risiko, an Long Covid zu erkranken, beeinflussen, hat das Team um Yapeng Su insgesamt 200 Patienten im Alter von 18 bis 89 Jahren rund zwei bis drei Monate nach ihrer ersten Erkrankung mit Covid-19 beobachtet. Zudem befragten die Forscher die Betroffenen, welche der 20 für Long Covid häufigsten Symptomen bei ihnen auftraten – darunter Beschwerden wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Konzentrationsschwäche. 

Long Covid: Vier Faktoren können das Long-Covid-Risiko begünstigen

Die US-amerikanischen Forscher fanden heraus: Vor allem vier Faktoren scheinen das Risiko für Long Covid zu beeinflussen. So wiesen rund 95 Prozent der Patienten, die Wochen oder Monate später über drei oder mehr Beschwerden berichteten, mindestens einen der vier Faktoren auf, die in der Studie identifiziert wurden.

Zu den Risikofaktoren zählen:

Obwohl bei vielen der Betroffenen Antikörper nachgewiesen werden konnten, scheint gerade eine Vorerkrankung mit Diabetes einen großen Einfluss auf den Verlauf der Zuckerkrankheit zu haben, wie die Autoren der Studie schreiben. Zudem scheint auch das Virus selbst den Long-Covid-Verlauf zu beeinflussen. Je nachdem, mit welcher genetischen Variante* man sich angesteckt hat, könnten andere Symptome auftreten. Da die Betroffenen sich bereits vor der Omikron-Welle infizierten, lassen sich die Ergebnisse allerdings nicht auf die aktuellen Erkrankungen übertragen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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