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Bleibt die Maske nach Corona? Prognose eines Zukunftsforschers

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Von: Kristina Wagenlehner

Sticker der Deutschen Bahn auf dem steht: „Abstand schützt. Danke.“ und „Distance saves lives. Thank you.“
Das Leben nach der Pandemie: Bleiben Abstand, Maske und das Homeoffice? © Müller-Stauffenberg/Imago

Bleiben Maske, Abstand und das Homeoffice auch nach der Corona-Pandemie? Ein Zukunftsforscher erklärt seine Prognose.

Hamburg – Wie wird es aussehen, das Leben nach der Pandemie? Werden uns der Mund-Nasen-Schutz, 1,5 Meter Abstand und das Homeoffice auch nach Corona begleiten? Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski hat sich damit beschäftigt.

Bleibt die Maske nach Corona? „Abstand wird der neue Anstand“

Zwar werden wir laut Weltärzte-Chef Montgomery Corona nie wieder los*, die Pandemie aber vermutlich schon. „Abstand wird der neue Anstand“, sagt der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Für ihn wird das Abstandhalten bleiben. Er prognostiziert, dass der zwischenmenschliche Umgang distanzempfindlicher wird und das Händeschütteln seine Bedeutung verliert.

Aber bleibt auch die Maske? Neben dem Abstandhalten ist der Mund-Nasen-Schutz eines der wichtigsten Werkzeuge, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Waren es zu Beginn der Pandemie noch selbstgenähte Masken, ist das Tragen einer FFP2-Maske in einigen Regionen wie Bayern mittlerweile Pflicht. Aber was wird aus dieser Regel nach der Pandemie? Für Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts in Frankfurt am Main und in Wien, ist das eindeutig: „Sie wird kaum bleiben“, sagt er. Der Grund: Es liege in der Kultur, das Gesicht zu zeigen oder zu verhüllen. „In Asien passt das zum kulturellen Kodex, hier eher nicht.“ Es müsse jahrelang ein wiederkehrendes Infektionsgeschehen geben, bis wir uns im Alltag daran gewöhnen würden, so Horx. Zukunftsforscher Opaschowski sieht das etwas anders. Für ihn symbolisiert die Maske eine „Gesellschaft des langen Lebens“. In der gelte: „Ohne Gesundheitsbewusstsein ist fast alles nichts wert.“ Bei zu viel Nähe mit Fremden, beispielsweise in Bahn, Bus oder im Flugzeug, trage man dann eine Maske erklärt Opaschowski.

Bleibt die Maske nach Corona? Bildung und neue Arbeitsmodelle

Homeoffice und leere Büros. Die Corona-Krise hat viele ins Arbeiten auf Abstand getrieben. Was, wenn die Krise vorbei ist? Arbeiten wir dann alle wie vorher? Nein, denn es gibt bereits jetzt Firmen, die es ihren Mitarbeitern freistellen, von wo sie wann tätig sind. Es zeige sich, „welche Unternehmen eine konstruktive Vertrauenskultur, und welche eine Misstrauenskultur haben“, sagt Zukunftsforscher Horx. Er ist sich sicher, dass die „Neue Arbeitswelt“ (Englisch: New Work) Arbeits- und Organisationsstrukturen erzeugt, „die weg von den klassischen 9-to-5-Präsenzkulturen führen“. Opaschowski zufolge werden sich Privat- und Berufsleben wie in vorindustrieller Zeit wieder weiter annähern und zusammenwachsen. Das mache die Vereinbarkeit von Beruf und Familie realistischer. Erfolgreich sein werden nach Meinung von Horx die Unternehmen, die flexible Angebote für das Zusammenspiel zwischen Arbeit und Privatleben parat haben.

Die Corona-Pandemie zeige eindrücklich, wie sehr das Bildungswesen in puncto Digitalisierung in Deutschland hinterherhinkt. Zukunftsforscher Opaschowski glaubt indes an einen Digitalisierungsschub durch die Pandemie. „Digital wird völlig normal“, lautet seine Prognose. Hybride Lernformen zwischen Online und Präsenz hätten eine große Zukunft vor sich.

Wie lange bleibt die Maske? Freizeitsport und Urlaub

Die Fitnessstudios waren lange geschlossen, Sportvereine und vieles weitere auch. Insgesamt haben die Deutschen einer Forsaumfrage zufolge in der Corona-Zeit im Durchschnitt 5,6 Kilogramm zugenommen. Getrendet haben dafür Einzelsportarten, die zuhause oder draußen stattfinden können, zum Beispiel:

Für Zukunftsforscher Horx ist das kein Wunder. „Alle Natursportarten boomen, weil wir uns aus dem In-der-Wohnung-hocken-und-auf- den-Bildschirm-Starren in der Krise herausbewegen müssen“, sagt er. „Die Krise hat die Sehnsucht nach Naturerfahrung intensiviert, das sieht man auch an der verstärkten Bedeutung des Ökologischen.“ Angesagt sind nach seiner Einschätzung nach Corona flexibler Mannschaftssport und ruhigere Sportarten – wie Yoga, Joggen oder eben Wandern.

Auf ihren Urlaub werden die Deutschen auch nach Corona nicht verzichten. Auch wenn sie dafür anders reisen müssten, sagt Opaschowski. Kollege Horx erklärt, dass es zwar künftig immer noch einen Billig- und Vergnügungssektor gebe, das nachhaltige Reisen aber deutlich wachsen werde. Dass es mit dem Reisen einmal ganz vorbei sein könnte, sieht Opaschowski nicht: „Die Mobilität stellt in der gesamten Menschheitsgeschichte ein urmenschliches Bedürfnis dar.“ (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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