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Mehr Kinder mit Übergewicht im ersten Pandemie-Jahr

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Im ersten Jahr der Corona-Pandemie wurden in Thüringen mehr Grundschulkinder wegen starken Übergewichts behandelt. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche in Thüringen ausgewirkt? Dieser Frage gehen Wissenschaftler im Auftrag einer Krankenkasse nach - und stellen nun Ergebnisse für das erste Pandemie-Jahr vor.

Stuttgart/Erfurt - Im ersten Jahr der Corona-Pandemie wurdenin Thüringen mehr Grundschulkinder wegen starken Übergewichtsbehandelt.

Die Zahl der Neuerkrankungen bei Adipositas von Kindern imAlter zwischen fünf und neun Jahren sei im Jahr 2020 um 26 Prozentgestiegen, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit. Dasliege deutlich über dem Wert bundesweit mit einem Zuwachs von 16Prozent.

Bei den Zehn- bis 14-Jährigen hätten sich die Behandlungszahlen inThüringen um drei Prozent erhöht. In der Altersgruppe zwischen 15 bis17 Jahren seien sie dagegen um ein Viertel gesunken.

Für ihren Report werteten Wissenschaftler unter anderem derUniversität Bielefeld im Auftrag der Kasse anonymisierteAbrechnungsdaten von rund 16.000 Kindern und Jugendlichen bis 17Jahre in Thüringen aus, die bei der DAK-Gesundheit versichert waren.Die Daten basierten den Angaben zufolge damit auf fünf Prozent allerKinder und Jugendlichen in Thüringen. Sie seien hinsichtlich derAlters- und Geschlechtsverteilung repräsentativ für Thüringen.

Psychische Folgen

Auch bei Depressionen habe die Corona-Pandemie mit wochenlangemLernen zu Hause und zweitweisen Schulschließungen negativeAuswirkungen auf Kinder gehabt. 2020 seien rund acht Prozent mehrMädchen und Jungen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren erstmals miteiner Depression ärztlich behandelt worden - eine Entwicklung gegenden Bundestrend mit einem Rückgang von drei Prozent. In derAltersgruppe der 15- bis 17-Jährigen gab es dagegen in Thüringeneinen Rückgang von rund sechs Prozent.

Die Daten zeigten insgesamt einen dringenden Handlungsbedarf ineinigen Bereichen der Kinder- und Jugendgesundheit, erklärte derLandeschef der DAK-Gesundheit, Marcus Kaiser. Dabei solltenpsychische Gesundheit, gesunde Ernährung und Sport eine wichtigeRolle spielen.

Weniger Alkoholkonsum

Alkoholmissbrauch spielte dagegen nach den Zahlen der Krankenkassewährend des ersten Jahres der Corona-Pandemie eine geringere Rolleals im Jahr davor. Es mussten 15 Prozent weniger Jugendliche wegenAlkoholmissbrauchs im Krankenhaus oder in Arztpraxen behandeltwerden. Im Bundesdurchschnitt seien es sogar 28 Prozent wenigergewesen. Auch wegen des Konsums von Cannabis gingen die Behandlungenin Thüringen um 19 Prozent zurück.

Weniger Kontakte und mehr Hygienevorkehrungen hatten auch einenpositiven Nebeneffekt: Die Zahl der behandelten Infektionskrankheitenbei Kindern und Jugendlichen verringerte sich im Vergleich zu 2019 um17 Prozent. dpa

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