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Menschen- statt Muttermilch: Warum sie in England anders genannt wird

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Von: Kristina Wagenlehner

Eine Frau, die ihr Kind stillt. Der Mann sitzt daneben und streichelt den Kopf des Babys. (Symbolbild)
In England soll Muttermilch auch „Milch des stillenden Elternteils“ genannt werden können. (Symbolbild) © Oscar Carrascosa Martinez/Imago

„Menschenmilch“ und „Milch des stillenden Elternteils“ statt Muttermilch: Kliniken in England führen die genderneutrale Sprache ein. 

Brighton – Universitätskliniken im englischen Brighton und Sussex wollen geschlechtsunabhängige Sprache in ihren Häusern einführen. Statt Muttermilch heißt es dort nun „Menschenmilch“ und „Milch des stillenden Elternteils“. Warum fragen Sie sich? Das lesen Sie hier.

Menschen- statt Muttermilch: Um Transmenschen nicht auszugrenzen

Die Universitätskliniken in Brighton und Sussex haben eine „Gender inclusive Language Policy“ verabschiedet, eine Sprachpolitik, die alle Geschlechter einschließt. Also auch Transmenschen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen, diese Zuordnung ablehnen und/oder deren Geschlechtsidentität nicht mit der übereinstimmt, die ihnen bei der Geburt zugesprochen wurde. Davon abgesehen steht sowieso die Frage im Raum: Wie klar sich Sexualität und Geschlecht trennen lassen und, ob wir nicht bisexueller sind, als wir denken.

In diesen britischen Kliniken soll nun die weibliche Sprachform sowie neutrale Begriffe verwendet werden, wie die Zeitung Metro berichtet. Um Transmenschen nicht auszugrenzen, soll es Alternativen geben. „Muttermilch“ könne künftig auch „Menschenmilch“ oder „Milch des stillenden Elternteils“ genannt werden.

Menschen- statt Muttermilch: Sprache im Wandel

Dass Sprache sind ändert, ist nichts Neues. Jedes Jahr werden neue Worte und Begriffe in den Duden aufgenommen und andere entfernt. Zum Thema gendergerechte Sprache gab es beim Duden selbst auch schon hitzige Debatten.* Warum sich die Universitätskliniken für diesen Schritt entschieden haben, erklären sie wie folgt: Den Kliniken sei es wichtig, Trans-Personen als solche anzuerkennen und zu würdigen. Die Änderungen sollten „die historische Ausgrenzung von trans- und nicht-binären Menschen auf den Geburtsstationen wiedergutmachen“.

Das Klinikpersonal mit Hebammen, Pflegenden und Ärztinnen und Ärzten könne aber selbst entscheiden, welche Formulierungen es im Einzelfall wähle. Die traditionellen Begriffe wie Muttermilch sollen aber auch erhalten bleiben.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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