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Schlafstörung oder noch normal? Das steckt dahinter, wenn Sie nachts aufwachen

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Von: Jasmin Pospiech

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Sie wachen jede Nacht zur selben Zeit auf? Das geht vielen so. Manche machen sich Sorgen, ob etwas nicht mit ihnen stimmt. Doch Schlafforscher können beruhigen.

München – Für viele ist es lästig, lässt sich aber selten steuern: Man wacht mitten in der Nacht auf, manchmal sogar immer wieder zur gleichen Zeit. Naheliegend, sich zu fragen, ob das noch gesund ist. Schließlich fällt es manchen schwer, anschließend schnell wieder einzuschlafen. Doch in den meisten Fällen ist es völlig normal, nachts aufzuwachen, sind sich Schlafforscher einig.

Schlafstörung oder noch normal? Das steckt dahinter, wenn Sie nachts aufwachen

Oftmals passiert es sogar, dass wir uns am nächsten Morgen gar nicht mehr darin erinnern können und das Gefühl haben, durchgeschlafen zu haben. Schließlich durchläuft unser Gehirn verschiedene Schlafzyklen. Das sind neben der REM-Phase in der man intensiv träumt und der Tiefschlafphase auch Perioden, in denen wir nur einen leichten Schlaf haben oder sogar zwischenzeitlich kurz aufwachen. Das bedeutet also konkret: Niemand schläft die ganze Nacht durch. Wer allerdings häufig und regelmäßig in der Nacht den Schlaf unterbricht und sich dessen bewusst ist, für den kann es problematisch werden.

Eine Frau liegt neben einem Mann im Bett, er hat sich zur Seite gedreht und schläft, sie liegt wach da und starrt an die Decke. (Symbolfoto)
Er schläft, sie ist wach: Wer nicht schlafen kann, leidet sehr darunter. (Symbolfoto) © Monkey Business 2/Imago

Schließlich fühlen sich Betroffene am nächsten Morgen oft groggy und nicht ausgeruht. Vor allem dann, wenn sie sehr lange zum Wiedereinschlafen brauchen. Dann heißt es: Ruhe bewahren. Denn oftmals handelt es sich dabei nur um Phasen, in denen man zum Beispiel großen Stress erlebt, etwa während einer Prüfungszeit oder weil man krank ist. Und diese Zeiten gehen von alleine wieder vorbei. Bestehen sie hingegen längerfristiger, kann das zu anhaltenden Schlafstörungen führen, die die Betroffenen körperlich und psychisch belasten können. Das Problem daran: Heutzutage wird schließlich geraten, mindestens acht Stunden pro Nacht zu schlafen – und das am besten am Stück.

Schlafstörung oder völlig normal? Schlafrhythmus ist individuell verschieden

Doch es gibt Berichte von Historikern darüber, dass die Menschen noch vor 150 Jahren anders geschlafen haben – lange vor der Industrialisierung. Und zwar in zwei Phasen. Das heißt, dass die Menschen damals früh nach Sonnenuntergang ins Bett gegangen sind und dann oftmals nur bis Mitternacht geschlafen haben. Dann sind sie aufgewacht und waren für einige Stunden wach und sind dann irgendwann wieder eingeschlummert. In der Wachphase haben sie allerdings nicht im Bett auf das Einschlafen gewartet, sondern waren sogar recht aktiv und haben sich anderweitig beschäftigt. Etwa mit Hausarbeiten oder Unterhaltungen führen.

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Das Interessante daran: Wenn die Tage im Winter wieder kürzer werden, soll der Körper automatisch in einen Zwei-Phasen-Schlaf schalten. Das haben bereits frühere Studien im Schlaflabor gezeigt. Für Schlafforscher ist das aber kein Beweis, dass dieser Schlafrhythmus unbedingt gesünder oder „natürlicher“ ist. Stattdessen zeigt es vielmehr, wie wandlungsfähig der menschliche Körper ist und wie er sich flexibel auf Veränderungen in der Umwelt und Gegebenheiten anpassen kann.

Schlafstörung oder völlig normal? In jedem Fall gelassen bleiben

Daher ist Schlaf auch letzten Endes immer eine individuelle Sache, weshalb es sinnvoll ist, am besten auf den eigenen Körper zu hören. Das bedeutet konkret: Ist man müde, legt man sich schlafen*. „Zwei bis drei Stunden vor unserer optimal vorgegebenen biologischen Schlafenszeit beginnt die Ausschüttung unseres Schlafhormons Melatonin. Dieses erreicht seine maximale Ausschüttung in den sehr frühen Morgenstunden zwischen zwei und vier Uhr. Das ist so ein physiologischer Faktor, der uns beim Ein- und Durchschlafen hilft“, erklärt auch Schlafforscherin Dr. Christine Blume gegenüber dem Gesundheitsportal „Fitbook.de“.

Wacht man dann öfters auf, sollte man sich nicht zwingen, durch- oder wieder einzuschlafen. Denn das kann ebenfalls dazu führen, dass man es dann erst recht nicht kann. Stattdessen helfen entspannende Musik, Hörbücher oder Traumreisen dabei, allmählich wieder ins Land der Träume hinüberzugleiten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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