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Nikotinsucht: Diese zwei Medikamente empfiehlt die WHO jetzt für Raucher

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Von: Jasmin Pospiech

Manche Medikamente gehören zu einer grundlegenden Versorgung der Bevölkerung. Die WHO hat diese aufgelistet. Nun enthält sie auch zwei Präparate gegen Nikotinsucht.

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals zwei Medikamente zur Behandlung von Nikotinsucht auf ihre Liste unverzichtbarer Arzneimittel gesetzt. Dort waren für Raucherinnen und Raucher, die von der Sucht loskommen wollen, bislang nur Nikotin-Ersatzpräparate aufgeführt.

Nikotinsucht: Diese zwei Medikamente sind laut WHO jetzt für Raucher unverzichtbar

Bei den neu aufgenommenen Medikamenten handelt es sich um Bupropion (Handelsname Zyban) und Vareniclin (Champix). Sie sind in Deutschland schon zugelassen und rezeptpflichtig. Eine entsprechende Liste der WHO wird alle zwei Jahre aktualisiert. Darauf sind jetzt 479 Medikamente für Erwachsene und 350 für Kinder. (Gefährlicher Tabakkonsum: Wie Rauchen unsere Haut verändert)

Zwei Hände halten jeweils eine angezündete Zigarette. (Symbolbild)
Zwei Medikamente gegen die Nikotinsucht wurden auf die WHO-Liste aufgenommen. (Symbolbild) © Armin Weigel/dpa

Sie enthält Arzneimittel, die nach ärztlicher Einschätzung für eine Grundversorgung der Bevölkerung nötig sind und gilt als Richtschnur für Gesundheitsbehörden, die Medikamente zulassen oder beschaffen. Regierungen ohne eigene Regulierungsbehörden halten sich oft daran, weil die Mittel von der WHO bereits auf Sicherheit und Wirksamkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geprüft sind. (Corona: Jetzt gibt es Medikamente gegen schwere Covid-19-Verläufe)

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Nikotinsucht und Diabetes: Neuartige Medikamente günstiger für Betroffene

Leider seien gerade Medikamente mit Patentschutz in ärmeren Ländern für viele Patienten noch unerschwinglich, berichtet die WHO. Dazu gehört auch Insulin. In Accra, der Hauptstadt Ghanas, müsse etwa ein Diabetiker für seinen monatlichen Bedarf an Insulin fünfeinhalb Tage arbeiten. Drei Hersteller kontrollieren praktisch den gesamten Markt, fehlender Wettbewerb halte die Preise hoch. (Heißhunger und Zittern: Unterzuckerung ohne Diabetes – was dagegen hilft)

Deswegen hat die WHO jetzt auch lang wirkende Insulin-Analoga auf die Liste gesetzt*, also künstlich hergestellte Proteine, die dem menschlichen Insulin strukturell verwandt sind. Das macht es der WHO möglich, auch derartige Nachahmerprodukte, sogenannte „Biosimilars“, zu prüfen und zu empfehlen. Insulin-Analoga sind in Deutschland ebenfalls schon zugelassen. (Mit Material von dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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