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Babygläschen im Öko-Test: In allen Gemüsebreien steckt problematisches Furan

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Von: Jasmina Deshmeh

Vogelperspektive eines Kleinkindes, das mit Gemüsebrei gefüttert wird (Symbolbild)
Babygläschen mit Gemüsebrei sind in der Beikost-Phase praktisch. Leider können Eltern nicht alle Produkte bedenkenlos kaufen, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt (Symbolbild). © photothek/imago-images

Deckel auf und los gehts: Wenn Kleinkinder die erste Beikost essen, sind Fertig-Breis für unterwegs eine große Erleichterung. Von manchen Babybreien sollten Eltern aber besser die Finger lassen, denn sie enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe. 

Frankfurt am Main – Zwischen dem vierten und siebten Monat empfehlen Experten die schrittweise Einführung von Beikost. Gerade für unterwegs sind Babygläschen mit Fertigbrei für Eltern dann eine große Erleichterung. Gemüsebrei liefert nicht nur Vitamine, Mineralstoffe und Eisen, sondern auch sättigende Ballaststoffe. Eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt aber: neben wichtigen Nährstoffen, enthalten Babybreie oft auch bedenkliche Inhaltsstoffe.

Öko-Test untersucht Baby-Gläschen: So sind die Tester vorgegangen

Um herauszufinden, ob in Babygläschen wirklich nur gesundes Gemüse steckt, haben die Verbraucherschützer 20 Gemüsebreie eingekauft. 18 der Produkte sind laut Herstellern für Babys ab dem fünften Lebensmonat, zwei ab dem sechsten Monat geeignet. Die Gemüsesorten reichten von Brokkoli, über Pastinaken bis hin zu Zucchini. Wie man Zucchini haltbar macht, weiß 24garten.de.*

Im Labor wurden die Babybreie auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Pestizide, Schwermetalle und Keime untersucht. Auch der Nitrit und Nitratgehalt wurde gemessen. Nitrat kommt in einigen Gemüsesorten natürlicherweise vor und kann sich, zum Beispiel bei der Verdauung, zu Nitrit bilden, was die Sauerstoffbindung des Blutes beeinflussen kann. Auch der Furan-Gehalt wurde bestimmt. Furan stellte sich in Tierversuchen als krebserregend heraus und entsteht beim Erhitzen und Sterilisieren des Gemüsebreis. (Öko-Test untersucht Wundschutzcreme: Zwei bekannte Marken fallen wegen Mineralöl-Verunreinigungen durch)

Öko-Test untersucht Baby-Gläschen: Furan, ein Problem bei Fertig-Brei

Das Ergebnis: Ein Großteil der Babybreie schneidet nur mittelmäßig ab. Denn alle enthalten Furan. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Furan als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein, in Tierstudien konnten bei einer langfristigen Aufnahme Leberschäden und Leberkrebs beobachtet werden. Die im Babybrei gemessenen Mengen sind zwar gering und damit nicht akut gefährlich, die Hersteller sollten sich trotzdem bemühen, die Furan-Mengen zu reduzieren, so die Meinung der Tester. Zwei Babygläschen enthalten neben leicht erhöhten Furan-Werten keine bedenklichen Inhaltsstoffe und schneiden damit immerhin mit der Note „gut“ ab:

Andere Babybreis konnten weniger überzeugen:

Öko-Test untersucht Babygläschen: Hohe Nitratwerte

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Drei Babybreie wiesen im Labor erhöhte Nitratgehalte auf. Das Problem: Nitrat wird im Mund und Magen zu Nitrit umgewandelt, aus dem sich wiederum krebserregende Nitrosamine bilden können. Die gemessenen Werte liegen zwar unterhalb des gesetzlich erlaubten Höchstgehalts, die Öko-Tester appellieren hier aber an die Hersteller, noch strengere Kontrollen durchzuführen.

Nitrathaltige Babybreie:

Im Babydream Rahm-Spinat in Kartoffelgemüse fanden die Tester außerdem das giftige Schwermetall Cadium, das zu Nierenschäden führen kann. Geht man von einem acht Kilo schweren Baby aus, das diesen Brei täglich isst, würde es nach einer Woche die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegte tolerierbare regelmäßige Aufnahmemenge pro Woche überschreiten. Von den Testern gab es dafür die Note „ungenügend“. (Öko-Test untersucht Babyöle: Diese Pflegeprodukte sind für die zarte Kinderhaut geeignet)

Öko-Test untersucht Babygläschen: Zweifelhafte Werbeversprechen

Ebenfalls kritisieren die Tester die Werbeaussagen zweier Hersteller: „Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure), wichtig für die Entwicklung von Gehirn- und Nervenzellen“ steht auf den Babybreien von Bebivita und Hipp. Gemeint ist damit wohl das im Brei enthaltene Rapsöl, das die Vorläuferfettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) enthält, die vom Körper zu Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt werden kann. Allerdings sei diese Umwandlung minimal, erklärt Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit, gegenüber Öko-Test. Rapsöl könne Studien zufolge deshalb nicht zur DHA-Versorgung von Säuglingen beitragen. Gesetzlich verboten ist diese Bezeichnung allerdings nicht. Relevant ist das vor allem für Eltern, die ihre Kinder vegetarisch oder vegan ernähren und deshalb gezielt nach auf Omega-3-Fettsäuren-haltigem Babybrei suchen. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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