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Öko-Test: Labor findet Aceton in „acetonfreien“ Nagellackentfernern

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Von: Jasmina Deshmeh

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Nagellackentferner müssen Lösungsmittel enthalten, sonst erfüllen sie ihren Zweck nicht. Es gibt aber Unterschiede zwischen den Rezepturen, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Nagellackentferner müssen Lack von den Nägeln lösen. Dass das nur mit entsprechenden Inhaltsstoffen geht, die eine gewisse Aggressivität aufweisen, ist klar. Früher wurde dazu vor allem Aceton eingesetzt, mittlerweile werben viele Produkte damit „acetonfrei“ zu sein. Doch nicht alle Hersteller halten dieses Versprechen ein, wie eine neue Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt.

Öko-Test: Vorsicht bei der Anwendung von Nagellackentfernern

Nagellackentferner ist per se kein „gesundes Produkt“. Immerhin muss er hartnäckige Nagellackreste von den Fingernägeln entfernen. Dazu braucht es Lösungsmittel wie Aceton, Ethylacetat und Alkohol, die der Haut Fett entziehen und sie reizen können.* Es gilt deshalb immer: Hautkontakt möglichst vermeiden. Aceton und Ethylacetat können außerdem schnell verdunsten. Anwender sollten darauf achten, die Lösungsmittel nicht einzuatmen, denn sie können die Atemwege reizen und Schwindel auslösen. Außerdem sind die Lösungsmittel leicht entflammbar.

Öko-Test: Acetongehalte in „acetonfreien“ Produkten

Ohne Lösungsmittel geht es nicht, deswegen zieht Öko-Test dafür auch keine Punkte bei den 20 Testprodukten ab. Welches Lösungsmittel eingesetzt wird, ist auch Sicht der Verbraucherschützer egal. Allerdings verwundern einige Werbeversprechen. Denn in drei Nagellackentfernern, die als „acetonfrei“ beworben werden, fand das zuständige Labor genau diesen Stoff: Im Artdeco Nail Polish Remover Acetone Free, im Bevola Nagellackentferner acetonfrei und im Cien Nagellack Entferner Acetonfrei.

Kaufland, der Anbieter des Bevola-Nagellackentferners, reagierte daraufhin und nahm die Charge vorerst aus dem Angebot. Lidl (Cien) schickte ein Gegengutachten, laut dem kein Aceton nachweisbar sei. Der Artdeco-Nagellackentferner fiel im Öko-Test noch durch eine weitere Substanz auf: Toluol, ein Lösungsmittel das im Verdacht steht, fortpflanzungsschädigend zu wirken. Vermutlich ist es bei der Produktion als Verunreinigung in die Kosmetik gelangt.

Öko-Test: Ein Nagellackentferner enthält allergieauslösenden Duftstoff

Um den unangenehmen Geruch der Lösungsmittel zu überdecken, mischen viele Hersteller ihren Nagellackentfernern Duftstoffe bei. Da einige von ihnen Allergien auslösen können, wurden alle Produkte zur Duftstoffanalyse ins Labor geschickt. Nur ein Nagellackentferner fiel dabei negativ auf: Der Maybelline Jade Acetonfreier Nagellackentferner. Er enthält den künstlichen Moschusduft Galaxolid, der sich im menschlichen Fettgewebe und in der Umwelt anreichern kann.

Dafür fanden die Öko-Tester im Douglas Nourishing Nail Polish Remover gleich drei bedenkliche Weichmacher: Dibutylphthalat (DBP), Diethylhexylphthalat (DEHP) und Diisobutylphthalat (DIBP). Sie gelten als fortpflanzungsgefährdend und gelangen laut Hersteller über die Verpackung in das Produkt. Für den Nagellackentferner gibt es dafür nur die Note „mangelhaft“.

Öko-Test: Das sind die Ergebnisse

So hat Öko-Test die Nagellackentferner bewertet:

Zertifizierte Naturkosmetik-Nagellackentferner:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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