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Mineralwasser im Öko-Test: Einige sind mit Chromat und Bor belastet

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Von: Jasmina Deshmeh

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Gefüllte Mineralwasserflaschen mit blauen Deckeln stehen vor einem grauen Hintergrund (Symbolbild)
Natürliches Mineralwasser sollte frei von Schwermetallen und Pestizidrückständen sein. Leider ist das nicht immer der Fall, wie ein neuester Öko-Test zeigt (Symbolbild) © INSADCO/Imago

Natürliches Mineralwasser sollte frei von Zusätzen sein. Hin und wieder gelangen jedoch unerwünschte Substanzen in das Wasser, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Was gibt es bei diesen Temperaturen Erfrischenderes als einen Schluck natürliches, sprudelndes Mineralwasser? „Natürlich“ dürfen es Anbieter laut Gesetz allerdings nur nennen, wenn es aus unterirdischen und vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammt. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat deshalb 50 Mineralwässer getestet. Die meisten waren tatsächlich frei von Einträgen. In einigen fanden die Verbraucherschützer allerdings Rückstände von Pestiziden, den krebserregenden Stoff Chromat sowie Uran- und Borgehalte.

Öko-Test prüft Mineralwasser: Einige sind leicht mit Schwermetall belastet

Auf seinem Weg als Regenwasser durch verschiedene Boden- und Gesteinsschichten kann Mineralwasser unerwünschte Stoffe aufnehmen. In den drei Mineralwässern Thüringer Waldquell Classic, Teinacher Classic und San Benedetto mit Kohlensäure versetzt fanden die Öko-Tester Chromat (VI), das in der EU-Chemikalienverordnung als krebserregend eingestuft wird. In den ersten beiden Produkten sind die Werte nach Einschätzung der Verbraucherschützer nur „leicht erhöht“, im San Benedetto aus Venedig dagegen „erhöht“. Gesundheitliche Bedenken müssen Verbraucher bei diesen Werten zwar eher nicht haben, chromatfreies Mineralwasser ist aber sicher die bessere Wahl – auch weil Chromat noch in anderen Lebensmitteln stecken kann.

Öko-Test prüft Mineralwasser: Pestizide in neun Produkten

Ebenfalls weniger appetitlich: In neun Mineralwässern konnte das von Öko-Test beauftragte Labor Abbauprodukte von Pestiziden nachweisen. Von ihnen gehen zwar keine Gefahren aus, unter „Reinheit“ dürften sich Verbraucher aber etwas anderes vorstellen. Im Justus Brunnen Spritzig stecken sogar gleich vier verschiedenen Substanzen, zweimal fand das Labor außerdem den Süßstoff Acelsulfam K. Er könnte durch Haushaltsabwässer in das Mineralwasser gelangt sein.

Öko-Test prüft Mineralwasser: Mehrweg ist umweltfreundlicher

Weil Mineralwasser in großen Mengen konsumiert wird, appellieren die Verbraucherschützer von Öko-Test, hier besonders auf eine umweltfreundliche Verpackung zu achten. So können Glasflaschen bis zu 50-mal, PET-Mehrwegflaschen bis zu 25-mal wiederverwendet werden. Punktabzug gab es dagegen für PET-Einwegflaschen: Sie werden nach einmaligem Gebrauch geschreddert. Auch die Transportwege spielen natürlich eine Rolle. Verbraucher sollten deshalb darauf achten, dass das Wasser aus einem Mineralbrunnen in der Nähe stammt.

Öko-Test prüft Mineralwasser: Die Gewinner und Verlierer

Insgesamt 50 Mineralwässer der Sorte „Classic“ hat Öko-Test unter die Lupe genommen, neun werben damit, „für Säuglingsnahrung geeignet“ zu sein. Gab es von einer Marke PET- und Glasflaschen, griffen die Tester immer zur Glasvariante. Dabei untersuchten die Verbraucherschützer nicht nur das Mineralwasser selbst, sondern auch die Einweg-Flaschen auf mögliche Rezyklatanteile.

Das sind die Ergebnisse:

Für „Säuglingsnahrung geeignet“:

Öko-Test prüft Mineralwasser: Tipps zum Wasserkauf

Der menschliche Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser und ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angewiesen. Mindestens 1,5 Liter sollten es laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) schon sein. Wasser ist da natürlich die beste Wahl. Beim Kauf sollten Verbraucher neben Mehrwegflaschen und Mineralwasser aus Mineralwasserbrunnen in der Nähe auch auf den Mineraliengehalt achten. Denn dieser kann stark schwanken: Nach den gesetzlichen Regelungen dürfen Anbieter „mit hohem Gehalt an Mineralien“ werben, wenn das Wasser umgerechnet mehr als 1.500 mg/l Mineralstoffe enthält. Alternativ ist auch Leitungswasser laut Umweltbundesamt immer eine gute Alternative.*

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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