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Öko-Test untersucht Kosmetikprodukte: Tester finden giftiges Arsen in zwei Wimperntuschen

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Von: Jasmina Deshmeh

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Nahaufnahme des linken Auges einer Frau, die Wimperntusche aufträgt (Symbolbild).
Da Wimperntusche mit der Bindehaut des Auges in Kontakt kommen kann, sollte sie unbedingt frei von Schadstoffen sein (Symbolbild). © IMAGO / ingimage

Mascara im Test: Wimperntusche kommt mit der sensiblen Augen-Partie in Kontakt. Umso wichtiger ist es, dass die Kosmetik frei von gefährlichen Substanzen ist. Leider ist das nicht immer der Fall, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Mascara ist das beliebteste Kosmetikprodukt in Deutschland, gefolgt von Lippenstift und Make-up. Während die erste Wimperntusche vor 100 Jahren auf den Markt kam und aus Kohlestaub und Vaseline bestand, haben sich die Rezepturen seitdem stark verändert. Immer wieder testet das Verbrauchermagazin Öko-Test deshalb Mascara handelsüblicher Marken auf bedenkliche Inhaltsstoffe. Diesmal fiel die Wahl auf Produkte, die mehr Volumen in die Wimpern zaubern sollen, ohne dabei wasserfest zu sein.

Mascara im Öko-Test: Einige Produkte enthalten Mineralöl und bedenkliche Konservierer

In vielen der getesteten Produkte fanden die Verbraucherschützer Paraffine. Dabei handelt es sich um synthetische Fette auf Erdölbasis, die mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet sein können. Insgesamt sieben der Test-Produkte enthielten solche MOAH, zu denen auch krebserregende Verbindungen gehören können.

Neben MOAH kritisieren die Tester den Einsatz bestimmter Konservierungsmittel. Konservierung von Wimperntusche ist ein sensibles Thema. Einerseits ist sie unverzichtbar, denn über die Bürste kommen immer wieder Keime in die Kosmetik. Andererseits kommt die Bürste in die Nähe der Augenschleimhaut. Mascara sollte deshalb frei von reizenden Inhaltsstoffen sein. Gleich zwei gefundene Substanzen gehören aber leider in diese Gruppe: Der Konservierungsstoff Propylparaben, der im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken und Butylhydroxytoluol (BHT), das in Tierstudien die Schilddrüsenfunktion beeinflusst.

Mascara im Öko-Test: Allergieauslösende Stoffe in zwei Wimperntuschen

In zwei weiteren Mascaras konnten die Tester Stoffe nachweisen, die vermutlich mit der Konservierung in Verbindung stehen und potenziell allergieauslösend wirken können: Formaldehyd/-abspalter und halogenorganische Verbindungen. Das Kontaktallergen Formaldehyd kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und bei empfindlichen Menschen bei wiederholtem Hautkontakt Kontaktallergien auslösen. Bei halogenorganische Verbindungen handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend Verbindungen, die Allergien auslösen können. Einige von ihnen sind auch krebserregend. Zudem können sie sich im menschlichen Gewebe ablagern und zersetzen und dort Schädigungen hervorrufen.

Mascara im Öko-Test: Hochgiftiges Arsen in zwei Produkten

Größter Kritikpunkt der Verbraucherschützer: In zwei Wimperntuschen fanden sie erhöhte Mengen Arsen, das hochgiftig und krebserregend ist und in der EU grundsätzlich in Kosmetik verboten ist. Allerdings gibt es Ausnahmen für Mengen, die bei der Herstellung „technisch unvermeidbar“ sind. Doch wie kommt das Arsen in die Mascara?

Alles Testprodukte sind schwarze Mascaras und enthalten entsprechend viele Farbpigmente. Bei den meisten Produkten handelt es sich dabei um Eisenoxid. Hergestellt wird es aus natürlichen eisenhaltigen Ausgangsstoffen, die mit Schwermetallen oder Elementen aus der Erdkruste und dem Boden verunreinigt sein können. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Richtwerte für die „technisch unvermeidbaren Mengen“ festgesetzt, an denen sich die Verbraucherschützer orientieren. Beide geprüften Wimperntuschen lagen mit ihrem Arsen-Gehalt über dieser Grenze. Bei einer handelt es sich sogar um Naturkosmetik. Dafür gab es zwei Noten Abzug.

Mascara im Öko-Test: Diese Wimperntusche sollten Verbraucher meiden

Für fast die Hälfte der getesteten Wimperntusche sehen die Verbraucherschützer rot. Bei einem letzten Test vor zwei Jahren fiel das Urteil deutlich positiver aus. Von 18 Mascaras erhält diesmal eine die Note „mangelhaft“ und sieben die Note „ungenügend“. Nur sechs Produkte sind nach Einschätzung der Tester uneingeschränkt zu empfehlen.

Die Testverlierer:

Mascara im Öko-Test: Diese Produkte sind die Test-Gewinner

Sechs Produkte können dem Urteil der Tester zufolge ohne Bedenken genutzt werden. Darunter zwei Drogerie-Eigenmarken, die „Alterra Fake Lash Effect Mascara, 01 deep black“ von Rossmann und die „Alverde Glamourous Volume“ von DM. Ebenfalls sehr gut: die vier Naturkosmetik-Produkte „Benecos Natural Mascara Vegan Volume, magic black“, die „Dr. Hauschka Volume Mascara, black“, die „Lavera Butterfly Effect beautiful black“ sowie die „Sante Volume Sensation Mascara, 01 extra black“.

Die Note „gut“ gab es für die „Rival de Loop Ultimate Volume Fake Lashes Mascara, 01 black“. Immerhin „befriedigend“ stuften die Tester die „Terra Naturi Gold Bigger Volume Mascara 01 black“, die Mascara „Max Factor X Voluptouse False Lash Effect, black“ sowie „Essence 24 Ever Defined Volume Mascara“ ein.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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